Starke Blätter – Starke Frauen
Von Birgit Pfeifer
Heute sind wir im Dorf Siaskasipa zu Gast. Hier erzählen uns fünf starke und selbstbewusste Frauen, wie sie es gemeinsam mit CARE geschafft haben, den Anbau von Lebensmitteln zu diversifizieren. So wird in ihrer Region nun auch Cassava (Maniok) angebaut, das bislang nur im Norden wuchs. Die Wurzeln können zu Mehl verarbeitet werden. Die Blätter sind essbar und als Vitaminlieferanten besonders gut geeignet für kleine Kinder und Menschen, die an HIV/AIDS erkrankt sind, weil sie das Immunsystem stärken. „Die Blätter machen Dich stark“, erklärt daher auch Agneta Munagobwa, die sie deshalb gerne zum Kochen oder im Salat verwendet.
“Ich bin sehr dankbar, dass ich ihre Geschichten hören durfte.”
Sehr emotional wird es dann, als uns eine Betroffene schildert, wie sie von CARE ausgebildeten Gesundheitshelfern dabei unterstützt wird, mit ihrer HIV-Erkrankung umzugehen: Sie kommen zu ihr nach Hause, beraten sie, begleiten sie zur Gesundheitsstation und klären sie über gute Ernährung und die Vorbeugung von Ansteckungen auf. Bei akutem Bedarf teilen die „care-giver“ auch Nahrungsmittel an die Erkrankten aus. Außerdem verteilen sie Moskitonetze und Pumpen für die Gartenbewässerung. Das Programm hat auch erreicht, dass HIV/AIDS-Erkrankte nicht mehr stigmatisiert werden, sondern wieder Teil ihrer Gemeinden sind.

Die Wurzeln können zu Mehl verarbeitet werden. (Foto: CARE)
Zum Abschluss dieses beeindruckenden Tages verabschieden sich alle mit einem herzlichen „twalumba“ – das heißt vielen Dank auf Tonga, der Muttersprache der Menschen hier. Mir werden die dankbaren Gesichter der Menschen, die wir besucht haben, immer in Erinnerung bleiben, mit diesem starken und stolzen Ausdruck in ihren Augen. Sie können mit Fug und Recht stolz auf das sein, was sie für sich und ihre Familien erreicht haben. Sie haben gelernt, ihre Lebensumstände zu verbessern und dieses Wissen auch weiter zu geben – selbst wenn CARE nicht mehr vor Ort ist. Denn diese Kenntnisse und Fertigkeiten nimmt ihnen niemand mehr. Sie sind selbstbewusst und stolz, dass sie so auch ihren Kindern eine Schulbildung und eine Perspektive ermöglichen können. Ich bin sehr dankbar, dass ich ihre Geschichten hören durfte.
Tags: Afrika, CARE, Frauen, Hilfsorganisation, Sambia



11. November 2011 at 14:24
Liebe Birgit,
ich freue mich sehr über Deinen Bericht, Eure Arbeit ist persönlich mutig, wichtig und richtig. Durch Zufall bin ich auf diese Seite gestoßen und umso überraschter, ein “bekanntes” Gesicht zu sehen. Wo auch immer Deine Reise noch hingeht – ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und vielleicht bist Du ja ab und zu auch mal in Bonn und wir sehen uns zufällig…
Liebe Grüße
Deine “alte” Kollegin Kirsten