Südsudan: Raus aus der Komfortzone – Teil I

Lily Rose macht ein Praktikum bei CARE im Südsudan. In ihrem Blog berichtet sie darüber, wie CARE unterernährte Kinder und Mütter unterstützt.

"Als ich das Angebot erhielt, bei CARE zu arbeiten, habe ich keine Sekunde gezögert. " (Foto: CARE)

„Als ich das Angebot erhielt, bei CARE zu arbeiten, habe ich keine Sekunde gezögert. “ (Foto: CARE)

Mein Name ist Lily Rose und ich komme aus Magwi, ganz im Süden des Südsudans. Ich mache in CAREs Ernährungszentrum in Pariang ein Praktikum.

Der Ausbruch der Gewalt im Dezember 2013 führte nicht nur zur Vertreibung hunderttausender Menschen, sondern beeinträchtigt auch bis heute die Existenzgrundlage vieler Familien. Die Krise hat natürlich auch Folgen für die Wirtschaft. Der Bedarf an Lebensmitteln kann nicht gedeckt werden, weil zu wenig angebaut wird.

Als ich das Angebot erhielt, bei CARE zu arbeiten, habe ich keine Sekunde gezögert. Es ist für mich eine gute Möglichkeit, meinen Landsleuten zu helfen und gleichzeitig beruflich dazu zu lernen.

Das CARE-Zentrum für Ernährung ist Teil des Gesundheitszentrums in Pariang. Die meisten, die hierher kommen, sind Hirten. Sie bauen keine Lebensmittel an und ernähren sich hauptsächlich von Milch und einem Gericht aus Mehl und Dickmilch, was bei weitem nicht ihren Nährstoffbedarf abdeckt.

Ich helfe bei der Hygiene- und Gesundheitsaufklärung. Wir möchten das Bewusstsein für Hygiene in der Gemeinde stärken und darüber aufklären, wie man Lebensmittel sauber aufbewahrt und verarbeitet.

Zu meinen Hauptaufgaben zählt die Untersuchung des Ernährungszustandes von schwangeren Frauen, stillenden Müttern und Kindern. Wir möchten wissen, ob sie Mangelerscheinungen haben, um sie dann zu beraten und mit Lebensmitteln zu versorgen. In meiner ersten Woche hier habe ich knapp 200 Kinder untersucht. Dafür habe ich ihre Oberarme abgemessen und ihren Ernährungszustand in die Kategorien Grün (stabil), Gelb (schwach) und Rot (unterernährt) eingeteilt. Den Kindern geben wir je nach Bedarf medizinische Kraftnahrung. Mütter erhalten Öl, Mais und Sojamehl. Wir geben ihnen eine Anleitung, wie sie sich eine nährstoffreiche Mahlzeit zubereiten können. Alle zwei Wochen untersuchen wir sie und kontrollieren, wie es ihnen geht. Sobald die Frauen und Kinder sich erholt haben, werden sie offiziell entlassen.

Der Ernährungszustand von Kindern wird unter anderem anhand der Breite der Oberarme gemessen (Foto: CARE/ Josh Estey)

Der Ernährungszustand von Kindern wird anhand der Breite der Oberarme ermittelt. (Foto: CARE/ Josh Estey)

Einige Patientinnen haben sich in mein Gedächtnis eingeprägt. Eine davon ist eine dreifache Mutter, die den vierstündigen Weg zu Fuß auf sich nahm, um medizinische Kraftnahrung für ihre Kinder abzuholen. Als Nyankir völlig erschöpft im Gesundheitszentrum ankam, wurde sie von einem Arzt untersucht. Er stellte fest, dass sie schwanger ist.

Im Zentrum für Ernährung gibt es viel zu tun. Es kommen sehr viele Patienten hierher, vor allem nach dem Wochenende. Das Zentrum ist an den Wochenenden geschlossen, deswegen ist der Andrang montags und dienstags sehr groß.

Raus aus der Komfortzone – Teil II

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