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	<title>blog.care.de &#187; CARE</title>
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	<description>Blog des Teams von CARE Deutschland-Luxemburg e.V.</description>
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		<title>Rückblick 2011: Ein Jahr in Blogs</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Dec 2011 13:44:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johanna Mitscherlich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erdbeben Haiti]]></category>
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		<description><![CDATA[Hilfe in Pakistan und Haiti, Dreifachkatastrophe in Japan und Dürre am Horn von Afrika – CARE Helfer berichteten auch 2011 in ihren Blogs von großen Katastrophen, großer Hilfe und großen Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. Januar &#8211; Mai. Sabine Wilke bloggte aus Haiti Ein Jahr nach dem Erdbeben im Januar 2010, bei dem mehr als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Hilfe in Pakistan und Haiti, Dreifachkatastrophe in Japan und Dürre am Horn von Afrika – CARE Helfer berichteten auch 2011 in ihren Blogs von großen Katastrophen, großer Hilfe und großen Hoffnungen auf eine bessere Zukunft.</em></p>
<p><em><span id="more-3977"></span></em><strong>Januar &#8211; Mai. Sabine Wilke bloggte aus Haiti</strong></p>
<p><a href="http://www.care.de/dossier-haiti-ein-jahr-danach.html">Ein Jahr nach dem Erdbeben</a> im Januar 2010, bei dem mehr als 220.000 Menschen starben, berichtet Sabine Wilke aus Haiti. Sie berichtet von Frauen und Männern, die als Freiwillige für CARE arbeiten, die durch die Dörfer, zu Märkten und in Kirchen gehen, um über Cholera aufzuklären. Sie berichtet auch von einer gelungenen Fotoausstellung im CARE-Büro oder von <a href="http://blog.care.de/gary-judith-und-der-kleine-prinz/">ihrem Treffen mit dem Autor Gary Victor</a>, dessen Roman „Der Blutchor“ von deutschen Schauspielern als Hör-CD vertont wurde. Viel wurde erreicht, aber reißerische Kommentare über die Hilfe in Haiti halten sich hartnäckig. In <a href="http://blog.care.de/stolz-und-vorurteile/">„Stolz und Vorurteile“</a> räumt sie mit einigen Stereotypen auf, wie etwa „Die Haitianer packen selbst nicht mit an“ oder „Die internationalen Helfer essen abends in teuren Restaurants“. Im Mai verlässt Sabine Wilke Haiti und blickt eindrucksvoll auf ihre sechs Monate zurück, auf ein <a href="http://blog.care.de/ein-volles-halbes-jahr/">„volles, halbes Jahr“</a><a href="../ein-volles-halbes-jahr/"></a>. In ihrem Audio-Blog <a href="http://www.care.de/video-retrospektive-aus-haiti.html">„Auf Wiedersehen Haiti“</a> teilt sie ihre Eindrücke und Erfahrungen.</p>
<div id="attachment_2994" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><img class="size-full wp-image-2994" title="haiti-frau-hockstein" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/12/haiti-frau-hockstein.jpg" alt="" width="460" height="307" /><p class="wp-caption-text">Etwa 37.000 schwangere Frauen waren unter den Betroffenen des Erdbebens. (Foto: CARE/Hockstein)</p></div>
<p><strong>Januar, Juli. Vor Ort in Pakistan: Thomas Schwarz</strong></p>
<p>Auch in Pakistan blickt ein CARE-Mitarbeiter auf die Hilfe der letzten Monate zurück. Ein <a href="http://www.care.de/fotogalerie-pakistan-sechs-monat.html">halbes Jahr nach den Fluten</a> in Pakistan, von der etwa <a href="http://www.care.de/fotogalerie-pakistan-flut.html">14 Millionen Menschen</a> betroffen waren, kehrt Thomas Schwarz zurück an den Ort, wo seine Reise direkt nach der Katastrophe begann. In der Provinz KPK (Khyber-Pakhtunkhwa) im Nordwesten des Landes sieht man auch ein halbes Jahr danach noch unvorstellbare Verwüstungen und noch immer leben viele Menschen in Zelten. Aber es gibt auch viele Gründe zur Hoffnung. Ali aus Nowshera etwa, der bei der Flut sein Haus verlor, hat sich ein neues aufgebaut. Ein besseres. Und ein kleiner Junge, der letztes Jahr sehr krank war, spielt jetzt auf einem Spielplatz. Ein weiteres halbes Jahr später – ein Jahr nach der Katastrophe – ist Thomas Schwarz wieder vor Ort. Wieder ist das Land ein Stück vorwärts gekommen, er kann viele Menschen nun in „permanent shelters“ besuchen, provisorische Häuser, <a href="http://blog.care.de/ohne-bildung-kein-ausweg-aus-der-armut/">die keine Flut so schnell einfach mitreißen</a> kann.  Und das ist gut so, denn Thomas Schwarz ist klar: <a href="http://blog.care.de/nach-der-flut-vor-der-flut/">Nach der Flut ist vor der Flut</a>.</p>
<p><strong>März, Oktober. Japan: Bob Laprade und Alain Lapierre unterstützen die Hilfeplanung</strong></p>
<p>So stark wie am 11. März 2011 bebte die Erde in Japan noch nie. „Es war, als wenn wir in der Hölle gelandet wären“, beschreibt Bob Laprade, was er in der kleinen Stadt Miyako sah. Er ist hier – zusammen mit seinem Kollegen Alain Lapierre, um die Kollegen von CARE Japan bei der Planung der Hilfe zu unterstützen. Auch eine Industrienation wie Japan – das ist den CARE Mitarbeitern klar – kann „die Welt nach der Apokalypse“ nicht alleine wieder aufbauen. Neun Monate nach dem Tsunami berichtet Anton Markmiller, der Generalsekretär von CARE Deutschland-Luxemburg, von der <a href="http://blog.care.de/hier-stand-einmal-eine-stadt/">Leere, die weggespülte Städte hinterlassen</a>, aber auch von der Leere, die gerade für alte Menschen entsteht, wenn sie ihre Freunde und Familie nicht mehr um sich haben. <a href="http://blog.care.de/japanische-gastfreundschaft/">Aber es geht wieder vorwärts</a>, auch dank der Hilfe von CARE, wie etwa der <a href="http://blog.care.de/keine-regierung-der-welt-ist-auf-eine-solche-katastrophe-vorbereitet/">Anschaffung von zwei Kutterschiffen</a> oder der Einrichtung eines Gemeinschaftscafés um Einsamkeit und Verzweiflung entgegenzuwirken.</p>
<p><strong>Juni. Bonn: Bayern, Bonn, Fußball und Ugali</strong></p>
<p>Im Juni sind in Deutschland und Luxemburg 14 kenianische Mädchen aus Sportprojekten zu Gast. Katharina Nordhorn und Nick Kohl begleiteten die Sportlerinnen, die ihre Mannschaft „Sisi Nyoto – Wir sind Stars“ nennen. Sie <a href="http://blog.care.de/hallo-deutschland/">begrüßten sie in Bonn</a>, waren dabei, als sie in <a href="http://blog.care.de/ein-remis-mehr-als-11-freundinnen-und-reiseplanungen/">Töging neue Freundschaften</a> schlossen, sie mit den <a href="http://blog.care.de/kicken-mit-den-lowen/">Löwen </a>in München kickten, mit Siegburgern <a href="http://blog.care.de/von-bayern-nach-bonn-und-ein-groser-topf-ugali/">Ugali aßen</a> und mit Steffi Jones den <a href="http://blog.care.de/yaam-steffi-jones-und-endlich-anpfiff-zur-fusball-wm-der-frauen/">Anstoß zur Frauenfußball-WM</a> sahen.</p>
<div id="attachment_3461" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/06/siegburg-jahnke.jpg"><img class="size-full wp-image-3461" title="siegburg-jahnke" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/06/siegburg-jahnke.jpg" alt="" width="460" height="305" /></a><p class="wp-caption-text">Die Mädchen von &quot;Sisi Nyota&quot; freuen sich, mit der Afrika-AG des Gymnasiums Alleestraße in Siegburg Fußball zu spielen. (Foto: Hannah Jahnke)</p></div>
<p><strong>Juli, August. Horn von Afrika</strong></p>
<p>Als im Juli für Teile Somalias eine Hungersnot ausgerufen wird, hat es in Teilen Ostafrikas schon seit Monaten nicht mehr ausreichend geregnet. Die Dürre hat eine schwere Nahrungsmittelkrise verursacht – mehr als 12 Millionen Menschen in Somalia, Kenia, Äthiopien und Dschibuti brauchen Hilfe.</p>
<p>Audrée Montpetit berichtet aus Borena, Äthiopien. Hier unterstützt CARE die Bauern, <a href="http://blog.care.de/athiopien-am-rande-der-katastrophe/">sich auf die Dürre vorzubereiten</a>, führt Notschlachtungen durch und zahlt ihnen rund 50 Dollar für das restliche Fleisch, das an bedürftige Familien verteilt wird<a href="../athiopien-am-rande-der-katastrophe/"></a>. Sabine Wilke hingegen ist fünf Wochen in Dadaab, dem größten Flüchtlingslager der Welt. Sie schreibt über das <a href="http://blog.care.de/das-band-der-menschlichkeit/ ">Band der Menschlichkeit</a> zwischen den über 400.000 Flüchtlingen, den Hilfsorganisationen und den Spendern und über die <a href="http://blog.care.de/%E2%80%9E%E2%80%A6-und-was-machst-du-bei-care%E2%80%9C/ ">„zwei Gesichter“ der humanitären Hilfe</a>: die Arbeit, die wir in den Medien sehen und die, die hinter den Kulissen stattfindet . Sie schreibt aber auch über <a href="http://blog.care.de/business-as-usual/">ihren Alltag im Flüchtlingslager</a> und wie sich Erinnerungen und <a href="http://blog.care.de/achtung-kamera/">Bilder in ihren Kopf einprägen</a> – viel deutlicher als eine Fotografie.</p>
<p>Das <a href="http://blog.care.de/unglaublich-unertraglich/">Fußballtraining gehörloser Flüchtlinge</a> ist eine solche Erinnerung, aber auch die Begegnung mit Khadija, die niemanden mehr hat, außer das ungeborene Baby in ihrem Bauch.</p>
<div id="attachment_3658" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/08/Dadaab-Kenya-SW-2011-204.jpg"><img class="size-full wp-image-3658" title="Dadaab-Kenya-SW-2011 204" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/08/Dadaab-Kenya-SW-2011-204.jpg" alt="" width="460" height="307" /></a><p class="wp-caption-text">Um den Menschen in Dadaab helfen zu können, braucht man selbst Freiräume (Foto: CARE/Wilke)</p></div>
<p><strong>Oktober. Peru: Stille Katastrophen, großes Engagement<br />
</strong></p>
<p>Im Oktober war ich selbst für CARE unterwegs, in Peru, wo die Müttersterblichkeit im Departamento Ayacucho <a href="http://blog.care.de/frische-farben/">in fünf Jahren halbiert</a> werden konnte. Katastrophen sind nicht immer laut, Naturgewalten oder Kriege, sie können auch leise sein, wie der <a href="http://blog.care.de/der-winkel-der-seelen/">Tod von Delfinas Mutter</a> bei ihrer Geburt.</p>
<p>Es sind <a href="http://blog.care.de/wissen-ist-gesundheit/">Freiwillige wie Betty in Lima</a>, die Hebamme Kelly und die Krankenschwester Rosa , die immer wieder über die Risiken während Geburt und Schwangerschaft aufklären, beraten, untersuchen, und im Notfall auch mit einem Schuss in die Luft <a href="../rosa-und-kelly-im-funkloch/">http://blog.care.de/rosa-und-kelly-im-funkloch/</a> dafür sorgen, dass eine Geburt kein Todesurteil bedeutet.</p>
<p>Auch 2012 werden wieder Menschen in aller Welt Not und Hunger leiden, ihre Zuhause verlieren oder vor Natur- oder Menschengewalt fliehen müssen. Auch 2012 werden CARE-Mitarbeiter wieder vor Ort sein, um diesen Menschen eine Stimme und ein Gesicht zu geben.</p>
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		<title>Die Gesamtkatastrophe in den Griff bekommen</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 14:53:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Anton Markmiller</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Krankenhaus von Kamaishi liegt auf einer Anhöhe über der Bucht und ist daher von der mörderischen Welle verschont geblieben. Insgesamt hat man in der Region 12.787 Leichen gefunden, 14.991 Personen werden vermisst &#8211; sie sind von den Fluten ins Meer gespült worden. Etwa 3000 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen konnten im Krankenhaus von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Krankenhaus von Kamaishi liegt auf einer Anhöhe über der Bucht und ist daher von der mörderischen Welle verschont geblieben. Insgesamt hat man in der Region 12.787 Leichen gefunden, 14.991 Personen werden vermisst &#8211; sie sind von den Fluten ins Meer gespült worden. Etwa 3000 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen konnten im Krankenhaus von Kamaishi behandelt werden.</p>
<div id="attachment_3962" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/12/915.jpg"><img class="size-full wp-image-3962 " title="915" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/12/915.jpg" alt="CARE stellt Kutterschiffe für die Ausbildung junger Matrosen (Foto: CARE/ Rottländer)" width="460" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">CARE stellt Kutterschiffe für die Ausbildung junger Matrosen (Foto: CARE/ Rottländer)</p></div>
<p><span id="more-3959"></span></p>
<p>Als wir das Foyer betreten, herrscht dort starker Besucherverkehr. Aber nicht die Ärzte und Pfleger sind es, die hier hin und her eilen: die Stadtverwaltung hat das gesamte Erdgeschoss in eine provisorische Katastrophenzentrale verwandelt.</p>
<p>Das eigentliche Verwaltungsgebäude ist weggespült worden. Hier im Krankenhaus laufen jetzt die Fäden zusammen, vor unzähligen Computern sitzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ordnen das Leben in ihrer zerstörten Stadt. Es ist bitter kalt in den Großraumbüros, die Menschen arbeiten in dicken Pullovern und wattierten Jacken. Eine Heizung gibt es nicht.</p>
<p>Wir sitzen an einem improvisierten Konferenztisch und sind dankbar, als heißer grüner Tee aus Pappbechern gereicht wird. Um uns herum werden die Dinge an den Computern, am Telefon oder im Besucherverkehr geregelt.</p>
<p><strong>Keine Regierung der Welt ist auf eine solche Katastrophe vorbereitet</strong></p>
<p>In all diesem Stress fällt vom Sozialreferenten der Stadt der erste Satz: &#8220;Wir sind CARE unendlich dankbar, dass uns Ihre Organisation geholfen hat, den Betroffenen hier zu helfen.&#8221; Die Kollegen von CARE Japan hatten schon früh mit der Verwaltung Kontakt aufgenommen und Unterstützung bei der Verteilung von Hilfsgütern und der sozialen Betreuung angeboten. Decken, Matratzen, Kochutensilien, Hygieneartikel und vieles mehr wurden verteilt. CARE hat ein Auto beschafft, mit dem die Menschen in den entlegenen Randgebieten versorgt werden können.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung berichten freimütig, dass sie vor der Katastrophe nicht gewusst hätten, was eine Nichtregierungsorganisation sei, die sich der Hilfeleistung verschrieben hat. Somit sei auch der Dialog am Anfang nicht einfach gewesen. Da die überlebenden Verwaltungsleute neben der jeweiligen persönlichen Tragödien, wie den Verlust von Familienangehörigen und der Zerstörung ihrer Wohnungen, ja auch umgehend die Gesamtkatastrophe irgendwie in den Griff bekommen mussten, habe man die Hilfe von CARE gerne angenommen. Und es waren ja auch keine ausländischen Helfer gewesen, die da gekommen seien, sondern japanische CARE Mitarbeiter.</p>
<p>In der abgelegenen Region des Küstenbereichs der Provinz Iwate sind ausländische Menschen nicht häufig, man begegnet ihnen mit einem gewissen Misstrauen. Das aber sei nun ganz anders geworden, sagt der Sozialreferent und strahlt. Die Deutschen seien besonders willkommen, sie würden ja auch einen guten Fußball spielen. Und dann fällt das Zauberwort, das alle Reserviertheit bricht: &#8220;Beckenbauer!&#8221; Ich verspreche, dem Franz, der CARE bei einem Projekt in Südafrika unterstützt hat, eine Grußkarte zu senden und mitzuteilen, dass er in Kamaishi einen Fanclub hat.</p>
<p><strong>Der Tsunami zerstörte die Einkommensquelle der Region</strong></p>
<p>Beim Gespräch mit den Verwaltungsleuten wird schnell klar, dass es nach der ersten Katastrophenhilfe und den anschließenden Aufräumarbeiten darum gehen muss, den Leuten Jobs zu vermitteln. Der Tsunami hat ja nicht nur getötet und zerstört, er hat der Region die ökonomische Grundlage entzogen. Hier lebt die Bevölkerung fast ausschließlich vom Fischfang und sämtliche Fischerboote und die verarbeitenden Industrien wurden zerstört.</p>
<p>Wir besuchen die Hochschule für Fischfang und sprechen mit dem Direktor. An der Einrichtung werden junge Leute in allen Bereichen der Fischzucht und des Fischfangs ausgebildet. Japaner essen ja (fast) alles, was aus dem Meer kommt, deshalb gibt es riesige Aquakulturen, in denen Fische, Krustentiere, Muscheln, Seetang und andere unerfindliche Dinge &#8211; nun ja &#8211; produziert werden. Die praktische Ausbildung der Studenten erfolgt auf einem Schulschiff, das neben der Besatzung 40 Studierende aufnehmen kann. Dieses schöne Schiff, die Riasu Maru, befand sich zum Zeitpunkt der Katastrophe auf Schulungsfahrt vor Hawaii.</p>
<div id="attachment_3964" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/12/8972.jpg"><img class="size-full wp-image-3964" title="897" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/12/8972.jpg" alt="Dr. Anton Markmiller und Axel Rottländer rundern gemeinsam mit den Studenten (Foto: CARE)" width="460" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Dr. Anton Markmiller und Axel Rottländer rundern gemeinsam mit den Studenten (Foto: CARE)</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p>Ein Glück. Allerdings wurden die kleinen Kutterschiffe für die Ausbildung zerstört. Da die japanische Regierung mit der Sicherung des Lebens der Überlebenden vollauf ausgelastet ist &#8211; die Nuklearkatastrophe von Fukushima ist nur eine Zugstunde entfernt &#8211; konnte dieser Ausbildungseinrichtung nicht geholfen werden. Der Direktor sagt es deutlich: &#8220;Keine Regierung der Welt ist auf eine solche Katastrophe vorbereitet. Niemand kann so etwas alleine bewältigen.&#8221; Also hat CARE zwei Kutterschiffe für die Ausbildung besorgt, jeweils zwölf Matrosen lernen hier den Umgang mit Boot und Meer.</p>
<p>Begleitet von Fernsehen und Presse besteige ich mit dem Kollegen Axel Rottländer das Boot und wir rudern mit den Studenten zu einem kräftigen &#8220;Eins! Zwei!&#8221; durch die Bucht. Allerdings fühlen sich Axel und ich eher als Leichtmatrosen gegenüber diesen jungen Menschen, die nun wieder eine Perspektive vor Augen haben. Schon am Nachmittag werden sie mit der Riasu Maru auf eine 14-tägige Ausbildungsfahrt Richtung Norden gehen. Ich gebe zu: gerne wäre ich mitgekommen.</p>
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		<title>Japan: Treffen in einem Container</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 14:24:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Anton Markmiller</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf der Fahrt durch die vom Tsunami verwüstete Region kommen wir immer wieder an &#8220;Parkplätzen&#8221; vorbei, auf denen hunderte von Autos aufgereiht stehen. Allerdings handelt es sich um lauter Wracks, wie sie bei uns nicht einmal auf einem landläufigen Schrottplatz zu sehen sind. Die Welle hat nicht nur alles Leben ausgelöscht, das ihr im Wege [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der Fahrt durch die vom Tsunami verwüstete Region kommen wir immer wieder an &#8220;Parkplätzen&#8221; vorbei, auf denen hunderte von Autos aufgereiht stehen. Allerdings handelt es sich um lauter Wracks, wie sie bei uns nicht einmal auf einem landläufigen Schrottplatz zu sehen sind. Die Welle hat nicht nur alles Leben ausgelöscht, das ihr im Wege stand, sie hat auch die Autos durcheinander gewirbelt. Manchmal sind Häuser aus einem unerfindlichen Grund stehen geblieben. Wenn sie vier Stockwerke hoch oder höher waren, sind die drei unteren Stockwerke aufgerissen &#8211; das Grauen starrt uns wie aus zahnlosen Mäulern an. Ein CARE Kollege erzählt, eine Grundschule mit fünf Stockwerken wurde bis zum Dach unterspült, zum Glück waren die Kinder schon evakuiert worden.</p>
<div id="attachment_3921" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/12/Uebergangsunterkuenfte.jpg"><img class="size-full wp-image-3921    " title="Viele Menschen leben noch immer in Notunterkünften. (Foto: CARE/ Rottländer)" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/12/Uebergangsunterkuenfte.jpg" alt="Viele Menschen leben noch immer in Notunterkünften. (Foto: CARE/ Rottländer)" width="460" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Viele Menschen leben noch immer in Notunterkünften. (Foto: CARE/ Rottländer)</p></div>
<p><span id="more-3918"></span>Erster Anlaufspunkt für die Menschen waren die Evakuierungszentren in  Schulen, Kultureinrichtungen oder Gemeindzentren, manche mußten wieder  verlassen werden, als die Flut höher stieg. Frau Kikuchi, eine  Überlebende, treffen wir in ihrer Notunterkunft. Der Container hat einen  40 cm breiten Eingangsbereich, wo man &#8211; wie in Japan üblich &#8211; die  Schuhe auszieht und abstellt. Dann geht es auf Strümpfen durch die  winzige Kochnische mit integrierter Naßzelle in den einzigen Raum.  Unsere Gruppe von acht Personen paßt kaum hinein, was aber vor allem an  dem Tisch liegt, den Frau Kikuchi mit einem Mittagsmahl bedeckt hat, wie  ich es noch nie gesehen habe. Sie will uns aus Dankbarkeit für die  Hilfe durch CARE bewirten.</p>
<p><strong>Fröhlichkeit vertreibt jede klamme Stimmung</strong></p>
<p>Wir sitzen alle landestypisch auf dem Boden und staunen über die Gastfreundschaft. Frau Kikuchi kann ja nicht einfach in ein Geschäft gehen und einkaufen, denn hier gibt es weit und breit keinen Supermarkt, kein Lädchen, kein Büdchen. Zunächst wurden die Menschen durch die Armee und später durch Hilfsorganisationen versorgt. Auch CARE betrieb Suppenküchen, um den Menschen in dem eiskalten Klima eine warme Mahlzeit anzubieten. Das Militär hatte zunächst nur kalten gedämpften Reis verteilen können.</p>
<div id="attachment_3947" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/12/Frau-Kikuchi2.jpg"><img class="size-full wp-image-3947  " title="Frau Kikuchi" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/12/Frau-Kikuchi2.jpg" alt="Frau Kikuchi ist CARE sehr dankbar für die Hilfe (Foto: CARE/ Rottländer)" width="460" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Frau Kikuchi ist CARE sehr dankbar für die Hilfe (Foto: CARE/ Rottländer)</p></div>
<h3><span style="color: #000000;"></p>
<p></span></h3>
<p>Frau Kikuchi ist glücklich, dass sie überlebt hat und dass ihr von CARE geholfen wurde. Als das Beben begann, hat sie ihr vorgepacktes Köfferchen für derartige Fälle herausgeholt und ihr Haus verlassen. Das sei so üblich, wenn die Beben stärker als gewöhnlich seien, sagt sie. Dann hält man sich in der Gegend an Plätzen auf, an denen einem der Himmel nicht auf den Kopf fallen kann. Frau Kikuchi hatte aber auch ihr kleines Radio dabei und hörte, dass ein sechs Meter hoher Tsunami angekündigt wurde. Da beeilte sie sich, höher gelegene Straßen zu erreichen. Von dort mußte sie dann fassungslos zusehen, wie die Zerstörung ihrer Heimatstadt erfolgte.</p>
<p>Sie hält das kleine Radio in die Höhe und wir sitzen betroffen in diesem winzigen Raum, aber Frau Kikuchi vertreibt mit ihrer Fröhlichkeit jede klamme Stimmung. Sie sorgt sich vor allem darum, dass wir auch ordentlich essen. Das ist für die Europäer unter uns eine spannende Angelegenheit, denn zwei Drittel der angebotenen Speisen haben wir bisher weder gesehen, noch gekostet. Und somit wird das Mittagessen auch zu einem interkulturellen Ereignis. Ach so: gegessen wurde natürlich mit Stäbchen oder mit der Hand. Und obwohl sich Japaner in der Öffentlichkeit nicht anfassen, liegen wir uns beim Abschied in den Armen. Da staunte selbst die Nachbarschaft und lächelte fein.</p>
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		<title>Hier stand einmal eine Stadt</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 15:06:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Anton Markmiller</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als wir, CARE-Helferinnen und Helfer, mit dem Wagen in die Bucht von Miyako in der nordjapanischen Provinz Iwate einschwenken, fällt als erstes die Leere auf. Keine Häuser, keine Fabriken, keine Hafenanlagen &#8211; stattdessen nur eine weite Ebene, die sich bis an die umgebenden Hügel zieht. Dort sieht man ab einer bestimmten Höhenlinie eine dichte Bebauung. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als wir, CARE-Helferinnen und Helfer, mit dem Wagen in die Bucht von Miyako in der nordjapanischen Provinz Iwate einschwenken, fällt als erstes die Leere auf. Keine Häuser, keine Fabriken, keine Hafenanlagen &#8211; stattdessen nur eine weite Ebene, die sich bis an die umgebenden Hügel zieht. Dort sieht man ab einer bestimmten Höhenlinie eine dichte Bebauung. Beim näheren Hinsehen aber bemerken wir links und rechts der Straße ein dichtes Geflecht von Betonfundamenten, die in einer skelettartigen Formation die Ebene kilometerweit überziehen. Schlagartig wird klar: Hier stand einmal eine Stadt.</p>
<div id="attachment_3901" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><img class="size-full wp-image-3901  " title="IMG_9565" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_9565.jpg" alt="Die Trümmer liegen grotesk versetzt im Hinterland. (Foto: CARE/ Rottländer)" width="460" height="320" /><p class="wp-caption-text">Die Trümmer liegen grotesk versetzt im Hinterland. (Foto: CARE/ Rottländer)</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p><span id="more-3899"></span></p>
<p><strong>Der Tsunami wischte alles Vorhandene beiseite</strong></p>
<p>Wir nähern uns dem Uferbereich, der von dicken Kaimauern &#8211; manche mit einem Fundament von mehr als zehn Metern &#8211; geschützt wird. Oder besser: geschützt wurde. An vielen Stellen ist diese Barriere über weite Strecken aufgebrochen, die Trümmer liegen grotesk versetzt im Hinterland. Es sieht aus, als habe ein zorniges Kind mit einem Schlag sein sorgfältig gebautes Baukastenland zerstört.</p>
<p>Durch das Erdbeben vom 11.3.2011 wurde ganz Japan erschüttert, im Norden waren die Erdstöße besonders heftig, erste Zerstörungen traten ein. Als dann der Tsunami kam, wischte er alles Vorhandene beiseite. Sechs Meter hoch sei die Welle hier gewesen, berichten Überlebende, bis zu 30 Meter wuchs der Tsunami in den engen Fjorden der Region auf. Mir fällt eine Zeile aus einem Gedicht von Theodor Fontane ein: &#8220;Tand, Tand, ist das Gebilde aus Menschenhand.&#8221;</p>
<p>Die Menschen finden wir in den von der Regierung errichteten Notunterkünften, aneinander gereihte Container in höheren Geländebereichen. Es gibt hier eigentlich keinen Siedlungsplatz außerhalb der Küstenregion, weil das Gelände sofort steil ansteigt. Man hat also Terrassen frei geschoben und die Container drauf gesetzt. Es gibt Strom- und Wasseranschluss, Abwasser und Müll werden effektiv entsorgt. Vor den Containern ist es pieksauber, eine alte Dame entfernt mit der Hand winzige Tannennadeln vor ihrem Eingang. Überwiegend alte Menschen sind hier untergebracht. Die Region war vor der Katastrophe schon extrem überaltert, denn außer im Fischfang gibt es hier im Norden kaum Anstellungen.</p>
<div id="attachment_3905" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><img class="size-full wp-image-3905" title="IMG_9168" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_9168.jpg" alt="Weite Teile der Küstenregion Japans wurden grundlegend vom Tsunami zerstört. (Foto: CARE/Rottländer)" width="460" height="320" /><p class="wp-caption-text">Weite Teile der Küstenregion Japans wurden grundlegend vom Tsunami zerstört. (Foto: CARE/Rottländer)</p></div>
<p><strong>Der Vereinsamung entgegenwirken</strong></p>
<p>Der überwiegende Teil der Alten besteht aus Frauen und mit einer Gruppe von ihnen treffen wir uns im Gemeinschafts-Cafe der Containersiedlung, das von CARE Japan betrieben wird. Der Vereinsamung und der Verzweiflung wird hier entgegen gewirkt. Der Programmbegriff &#8220;Psychosoziale Hilfe&#8221; umschreibt nur hölzern, was die CARE-Leute hier vermitteln: liebevolle Zuwendung. Die alten Damen kommen für einige Stunden aus ihren bienenwabenartigen Containern und haben die Möglichkeit zu sprechen, zu singen, zu lachen. Ein medizinischer Check wird durchgeführt, eine Pflegerin erklärt Methoden der Handmassage. Die Menschen, die hier in den Notunterkünften leben, sind aus ihren vorherigen Lebenszusammenhängen brutal heraus gerissen worden. Ihre Nachbarn in der Siedlung kannten sie vorher nicht, ihre Familienmitglieder und die früheren Nachbarn sind irgendwo &#8211; viele sind vom Tsunami getötet worden. Gerade in der japanischen Gesellschaft bedeutet dies eine totale Entwurzelung.</p>
<p>Meine direkte Nachbarin, fast 90 Jahre alt, erzählt mir, dass ihre Familie seit 100 Jahren in der Bucht ein kleines Geschäft mit Lebensmitteln und Haushaltswaren betrieben habe. In dieser Zeitspanne seien vier Tsunamis gekommen und hätten immer wieder alles zerstört. Und immer wieder hätten sie das Geschäft an der gleichen Stelle wieder aufgebaut. Und diesesmal? Sie weiß es nicht. Dann wendet sie sich ab, damit es niemand sieht und weint leise.</p>
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		<title>Südostasien unter Wasser: Leben im Mekong Delta</title>
		<link>http://blog.care.de/suedostasien-unter-wasser/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Nov 2011 15:27:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CARE Deutschland-Luxemburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Projekte Asien]]></category>
		<category><![CDATA[Vietnam]]></category>
		<category><![CDATA[CARE]]></category>
		<category><![CDATA[Fluten]]></category>
		<category><![CDATA[Katastrophe]]></category>
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		<description><![CDATA[von Lara Franzen, Nothilfekoordinatorin von CARE International Vietnam Eingeengt in einem Kanu werde ich vorsichtig durch das Schilfrohr im Mekong-Delta im Südwesten Vietnams gerudert. Mir wird erzählt, dass sechs Meter unter der Wasseroberfläche Reisfelder waren. Felder, die vor nur einem Monat Hoffnung auf eine großartige Ernte machten, und mit ihr die Möglichkeit der Existenzsicherung und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Lara Franzen, Nothilfekoordinatorin von CARE International Vietnam</em></p>
<div id="attachment_3888" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/11/VNM_2011_RBW-46.jpg"><img class="size-full wp-image-3888" title="Today's catch" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/11/VNM_2011_RBW-46.jpg" alt="Trotz Fluten, normalen Routine: Wäsche waschen in den Fluten und fischende Kinder auf den Dächern ihrer Häuser. (Foto: CARE/Wecker)" width="460" height="306" /></a><p class="wp-caption-text">Trotz Fluten, normale Routine: Wäsche waschen in den Fluten und fischende Kinder auf den Dächern ihrer Häuser. (Foto: CARE/Wecker)</p></div>
<p style="text-align: left;">Eingeengt in einem Kanu werde ich vorsichtig durch das Schilfrohr im Mekong-Delta im Südwesten Vietnams gerudert. Mir wird erzählt, dass sechs Meter unter der Wasseroberfläche Reisfelder waren. Felder, die vor nur einem Monat Hoffnung auf eine großartige Ernte machten, und mit ihr die Möglichkeit der Existenzsicherung und damit ein Weg aus der extremen Armut. Die grotesken Anblicke um mich herum stechen sehr ins Auge: die Spitzen der von Reet gedeckten Häusern, versunkene Grabsteine von Friedhöfen und Hochspannungsleitungen, an denen wir auf Augenhöhe vorbeiziehen.</p>
<p><span id="more-3885"></span>Ich war nicht vorbereitet auf die enorme Anzahl der Familien, die durch die Wassermassen von jeglicher Zivilisation getrennt sind. Als wir an ihnen vorbei fahren, begrüßt uns eine Großfamilie mit einem Lächeln. Unverwüstlich und anpassungsfähig finden sie Zufriedenheit mit dem, was zurückgeblieben ist von ihrer normalen Routine: Wäsche waschen in den Fluten und fischende Kinder auf den Dächern ihrer Häuser. Diejenigen Familien, deren Häuser komplett verwüstet wurden, wurden von der Regierung in höher gelegene Gegenden gebracht. Aber Familien, deren Häuser nur teilweise geflutet wurden, müssen bleiben, wo sie sind.</p>
<p>Wir fahren buchstäblich in den Vorhof eines Holzhauses und finden zwei Frauen, beide sind Mitte dreißig, und fünf Kinder, die sich offensichtlich langweilen. Der dortige Gemeinderat hat alle Schulen geschlossen um Kinder vor dem Ertrinken auf dem Schulweg in den unsicheren und unberechenbaren Fluten zu bewahren. Wir quetschen uns in den einen Raum des Hauses und mir fällt sofort das organisierte Chaos auf: Eine Ecke ist mit Ferkeln gefüllt, eine andere mit von ihrer Mutter bewachten Küken. Eine weitere Ecke ist für die Lagerung von Küchenutensilien und einem fast leeren Sack Reis vorgesehen, der übrige Platz ist zum Schlafen. Nur ein paar Zentimeter unterhalb des Fußbodens schwappt das Wasser und flutet einen Schuh in den Raum. Ich frage mich, ob der Schuh der Frau gehört oder ob ich ihn aus den Fluten holen sollte.</p>
<p>Ein dreijähriger Junge schläft tief und fest in einer Hängematte, seine Wangen sind gerötet und seine Mutter erzählt uns, dass er an Durchfall leidet. Mit keiner Latrine und keinem trockenen Land in Reichweite sind die Fluten für diese Familie die einzige Möglichkeit, ihr Geschäft zu verrichten. Die Familie des kranken Jungen überlebt momentan nur mit Hilfe eines  Sacks Reis von 10 Kilogramm, der ihnen von einem örtlichen buddhistischen Orden gegeben wurde. Ich frage, woher sie ihr Wasser bekommen, und die Mutter zeigt auf die Fluten neben uns.</p>
<div id="attachment_3889" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/11/VNM_2011_RBW-70.jpg"><img class="size-full wp-image-3889" title="VNM_2011_RBW-70" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/11/VNM_2011_RBW-70.jpg" alt="CARE verteilt Reis an die Betroffenen der Fluten. (Foto: CARE/Wecker)" width="460" height="576" /></a><p class="wp-caption-text">CARE verteilt Reis an die Betroffenen der Fluten. (Foto: CARE/Wecker)</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p>Ein paar Hausbesuche später wird mir gesagt, ich soll meine Hose hoch krempeln und ins Wasser springen. Wir versuchen eine Gruppe von Häusern in der Gemeinde Hau Thanh Dong zu erreichen. Nachdem wir durch das Wasser gewatet sind, erreichen wir ein Haus, das teilweise unter Wasser steht. Ich werde eingeladen, mich auf dem Boden nieder zu lassen, und bin mir sehr bewusst, dass meine nasse Hose Flecken hinterlässt. Die Bewohner des Hauses alt und körperlich behindert. Ihre Füße fehlen oder sind entstellt von Bombenanschlägen während des Vietnam-Kriegs. Ihre knorrigen Gesichter sind vom Leben gezeichnet, jede Runzel oder Falte erzählt eine Geschichte über heiße Tage in der Sonne und den Kampf ums Überleben in dieser armen Region. Sie leben von Reis und von kleinen Fischen, die sie gelegentlich von den Nachbarn aus dem Dorf geschenkt bekommen, denn sie können nicht alleine in oder aus einem Boot steigen und haben keine eigenen Einnahmen.</p>
<p>Die im Mekong Delta lebende Bevölkerung ist den jährlichen Fluten kampflos ausgesetzt, da sie zu arm sind, um woanders hinzuziehen. Sicher ist, dass die Fluten im Jahr 2011 alles andere als normal sind. Die Menge an Wasser in der Welt ändert sich nie, sie bleibt immer gleich. Mit soviel Wasser, wie wir momentan in Südostasien haben, bin ich verwundert, wo auf dieser Erde es so trocken sein soll, wie es hier nass ist? Vielleicht ist das Gegenteil die extreme Dürre am Horn von Afrika, die wir momentan im Fernsehen sehen? Das Argument des Klimawandels ist für jene Familien bedeutungslos, die an Dürren oder Fluten leiden. Sie alle teilen das Unglück, nicht zu wissen, wie sie sich und die Familie am nächsten Tag ernähren sollen. CARE leistet in Vietnam Nothilfe und ich bin stolz ein Teil dieser Organisation zu sein.</p>
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		<title>Der große Tag und Abschied von Sambia</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 07:42:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Birgit Pfeifer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Projekte Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Armutsbekämpfung]]></category>
		<category><![CDATA[CARE]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
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		<description><![CDATA[Samstag, 5.11. Heute ist der Tag des CARE Board Meetings. Die Versammlung beginnt um 11:00 Uhr in einem imposanten Tagungsraum – ohne Tageslicht und mit ständig laufender Klimaanlage. Zumindest die Europäer im Raum ziehen sich ihre Jackets und Strickjacken an. Ich nehme als Beobachterin an der Sitzung teil und &#8211; friere. Als im Laufe des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3875" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/11/Sambia3-004.jpg"><img class="size-full wp-image-3875" title="Sambia3 004" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/11/Sambia3-004.jpg" alt="Alessandra und Kimberly haben in den letzten beiden Wochen fast rund um die Uhr gearbeitet." width="460" height="345" /></a><p class="wp-caption-text">Alessandra und Kimberly haben in den letzten beiden Wochen fast rund um die Uhr gearbeitet. (Foto: CARE/Pfeifer)</p></div>
<p style="text-align: left;">Samstag, 5.11. Heute ist der Tag des CARE Board Meetings. Die Versammlung beginnt um 11:00 Uhr in einem imposanten Tagungsraum – ohne Tageslicht und mit ständig laufender Klimaanlage. Zumindest die Europäer im Raum ziehen sich ihre Jackets und Strickjacken an. Ich nehme als Beobachterin an der Sitzung teil und &#8211; friere. Als im Laufe des Tages der Strom kurzfristig ausfällt, freue ich mich insgeheim ein bisschen, weil auch die Klimaanlage zeitweise außer Kraft ist. Außerdem werden wir alle wieder daran erinnert, wo wir uns eigentlich befinden und wie viel Strom wir verbrauchen.<br />
<span id="more-3870"></span></p>
<p>Die administrative und logistische Organisation der Tagung lag in den Händen der Mitarbeiterin des CI Generalsekretariats in Genf, Alessandra Brovelli. Sie hat bereits vor mehr als vier Monaten mit der Planung begonnen. Normalerweise bleibt ihre Arbeit im Hintergrund, dabei ist sie doch der Grund dafür, warum wir hier alle sitzen können. Das sollte gewürdigt werden, finde ich. Alessandra hat gemeinsam mit Kimberly Bennett von CARE Sambia dafür gesorgt, dass alles reibungslos abläuft: Alessandra war etwa im Vorfeld der Sitzung zuständig für die Aufbereitung und rechtzeitige Verschickung der Dokumente an alle Teilnehmer (es waren immerhin 32 Dokumente teils erheblichen Umfangs). Außerdem mussten die Hotelbuchungen vorgenommen werden, in Visa-Angelegenheiten wurde geholfen, die Koordination mit CARE Sambia musste abgesprochen werden und, und, und&#8230;</p>
<p>Vor Ort standen die beiden auch vor einigen Herausforderungen, denn irgendetwas geht ja immer schief. Alessandra und Kimberly haben in den letzten beiden Wochen fast rund um die Uhr gearbeitet. Nicht zuletzt ist Alessandra für die Protokollierung der Sitzungen zuständig. Ich sah sie in den letzten beiden Tagen ständig mir ihrem Laptop durch die Gänge laufen und von einer Sitzung zur nächsten hasten. Dem Board Meeting vorgelagert sind nämlich die Sitzungen der Komitees, in die die CARE Mitgliedsländer ihre Vertreter entsenden. Unsere Vizepräsidentin Brigitte Schulte war Mitglied des „<a title="Executive Committee" href="http://care-international.org/Standing-committees/ci-board-standing-committees.html" target="_blank">Executive Committee</a>“, CARE Generalsekretär <a title="Dr. Anton Markmiller" href="http://blog.care.de/author/dr-anton-markmiller/" target="_blank">Dr. Anton Markmiller</a> vertritt uns im „<a title="Finance, Audit and Risk Committee" href="http://care-international.org/Standing-committees/ci-board-standing-committees.html" target="_blank">Finance, Audit and Risk Committee</a>“. Neben diesen beiden Komitees gibt es noch das „<a title="Governance and Nominations Committee" href="http://care-international.org/Standing-committees/ci-board-standing-committees.html" target="_blank">Governance and Nominations Committee</a>“ und das „<a title="HR Safety and Security Committee" href="http://care-international.org/Standing-committees/ci-board-standing-committees.html" target="_blank">HR Safety and Security Committee</a>“. Wie in einem Parlament werden die Entscheidungen oder Aufträge des Board in den Komitees vorbereitet bzw. umgesetzt.</p>
<p><strong>Sieben Milliarden Menschen leben  nun auf dieser Welt</strong></p>
<p>Das Board Meeting wird eröffnet durch den Präsidenten von CARE International, Ralph Martens. Er war bis zu diesem neuen Amt ehrenamtlicher Vorsitzender von CARE Österreich. Dem Bord berichtet heute das CARE International Sekretariat mit Sitz in Genf, dessen Generalsekretär Dr. Robert Glasser anschaulich die Herausforderungen unserer Organisation schildert: Inzwischen leben mehr als sieben Milliarden Menschen auf der Welt, und der Klimawandel verschärft die Armut erheblich. In diesem Kontext muss CARE seinen Auftrag der Armutsbekämpfung so wirkungsvoll wie möglich umsetzen. Insgesamt 11 Punkte stehen auf der Tagesordnung. Jede Vertreterin und jeder Vertreter der 12 Mitgliedsorganisationen sowie des „affiliate member“ CARE Peru tragen ihre Erfahrungen und Ansichten zu den Diskussionen bei.</p>
<p>Am Ende des Tages freuen sich alle Vorstandsmitglieder nach fast acht Stunden Beratung auf ein gemeinsames Abschiedsabendessen und ein Wiedersehen in Kopenhagen im Juni 2012. Am nächsten Tag steht für alle die Heimreise oder Weiterreise in Projekte an.</p>
<p>Ich bin froh, dabei gewesen zu sein und dieses Gefühl erlebt zu haben, Teil einer großen CARE-Familie zu sein, Ich hoffe, es gelingt mir, dieses Gefühl zurück in Bonn den Kolleginnen und Kollegen vermitteln zu können.</p>
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		<title>Starke Blätter – Starke Frauen</title>
		<link>http://blog.care.de/starke-blatter-%e2%80%93-starke-frauen/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 07:52:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Birgit Pfeifer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Projekte Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
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		<description><![CDATA[Heute sind wir im Dorf Siaskasipa zu Gast. Hier erzählen uns fünf starke und selbstbewusste Frauen, wie sie es gemeinsam mit CARE geschafft haben, den Anbau von Lebensmitteln zu diversifizieren. So wird in ihrer Region nun auch Cassava (Maniok)  angebaut, das bislang nur im Norden wuchs. Die Wurzeln können zu Mehl verarbeitet werden. Die Blätter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Heute sind wir im Dorf Siaskasipa zu Gast. Hier erzählen uns fünf starke und selbstbewusste Frauen, wie sie es gemeinsam mit CARE geschafft haben, den Anbau von Lebensmitteln zu diversifizieren. So wird in ihrer Region nun auch Cassava (Maniok)  angebaut, das bislang nur im Norden wuchs. Die Wurzeln können zu Mehl verarbeitet werden. Die Blätter sind essbar und als Vitaminlieferanten besonders gut geeignet für kleine Kinder und Menschen, die an HIV/AIDS erkrankt sind, weil sie das Immunsystem stärken. „Die Blätter machen Dich stark“, erklärt daher auch Agneta Munagobwa, die sie deshalb gerne zum Kochen oder im Salat verwendet.</p>
<div id="attachment_3858" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a rel="attachment wp-att-3858" href="http://blog.care.de/starke-blatter-%e2%80%93-starke-frauen/sambia-126-2/"><img class="size-full wp-image-3858" title="Sambia 126" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/11/Sambia-1261.jpg" alt="„Die Blätter machen Dich stark“ (Foto: CARE)" width="460" height="506" /></a><p class="wp-caption-text">„Die Blätter machen Dich stark“ (Foto: CARE)</p></div>
<p><span id="more-3852"></span></p>
<p style="text-align: left;"><strong>&#8220;Ich bin sehr dankbar, dass ich ihre Geschichten hören durfte.&#8221;</strong></p>
<p style="text-align: left;">Sehr emotional wird es dann, als uns eine Betroffene schildert, wie sie von CARE ausgebildeten Gesundheitshelfern dabei unterstützt wird, mit ihrer HIV-Erkrankung umzugehen: Sie kommen zu ihr nach Hause, beraten sie, begleiten sie zur Gesundheitsstation und klären sie über gute Ernährung und die Vorbeugung von Ansteckungen auf. Bei akutem Bedarf teilen die „care-giver“ auch Nahrungsmittel an die Erkrankten aus. Außerdem verteilen sie Moskitonetze und Pumpen für die Gartenbewässerung. Das Programm hat auch erreicht, dass HIV/AIDS-Erkrankte nicht mehr stigmatisiert werden, sondern wieder Teil ihrer Gemeinden sind.</p>
<div id="attachment_3863" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><img class="size-full wp-image-3863" title="Sambia 069" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/11/Sambia-069.jpg" alt="Die Wurzeln können zu Mehl verarbeitet werden. (Foto: CARE)" width="460" height="345" /><p class="wp-caption-text">Die Wurzeln können zu Mehl verarbeitet werden. (Foto: CARE)</p></div>
<p>Zum Abschluss dieses beeindruckenden Tages verabschieden sich alle mit einem herzlichen „twalumba“ – das heißt vielen Dank auf Tonga, der Muttersprache der Menschen hier. Mir werden die dankbaren Gesichter der Menschen, die wir besucht haben, immer in Erinnerung bleiben, mit diesem starken und stolzen Ausdruck in ihren Augen. Sie können mit Fug und Recht stolz auf das sein, was sie für sich und ihre Familien erreicht haben. Sie haben gelernt, ihre Lebensumstände zu verbessern und dieses Wissen auch weiter zu geben – selbst wenn CARE nicht mehr vor Ort ist. Denn diese Kenntnisse und Fertigkeiten nimmt ihnen niemand mehr. Sie sind selbstbewusst und stolz, dass sie so auch ihren Kindern eine Schulbildung und eine Perspektive ermöglichen können. Ich bin sehr dankbar, dass ich ihre Geschichten hören durfte.</p>
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