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	<title>blog.care.de &#187; Chile</title>
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	<description>Blog des Teams von CARE Deutschland-Luxemburg e.V.</description>
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		<title>Der Teletón, überall Fahnen und die CARE-Pakete -</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 09:33:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Schwarz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erdbeben Chile]]></category>
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		<description><![CDATA[Jedes Jahr gibt es in Chile einen „Teletón“, ein großes Fernsehspektakel mit vielen Künstlern, Gästen und – Chilenen, die Geld spenden. Normalerweise wird dieses Geld hilfsbedürftigen Kindern und deren Eltern zur Verfügung gestellt. Schwer Kranke und Behinderte können sich mit diesen Spenden eine Behandlung leisten, wo sonst das Geld fehlt. Am Wochenende fand er unter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jedes Jahr gibt es in Chile einen <a href="http://www.chileayudaachile.cl/" target="_blank">„Teletón“</a>, ein großes Fernsehspektakel mit vielen Künstlern, Gästen und – Chilenen, die Geld spenden. Normalerweise wird dieses Geld hilfsbedürftigen Kindern und deren Eltern zur Verfügung gestellt. Schwer Kranke und Behinderte können sich mit diesen Spenden eine Behandlung leisten, wo sonst das Geld fehlt.</p>
<p><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/03/chileayudaachile.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1952" title="Chile ayuda Chile" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/03/chileayudaachile.jpg" alt="" width="317" height="120" /></a></p>
<p>Am Wochenende fand er unter dem Motto „Chilenen helfen Chilenen“ statt. Gesponsert von einer großen Bank und vielen anderen Firmen kamen so sagenhafte 30 Milliarden Pesos zusammen. Das sind umgerechnet über 42,5 Millionen Euro.<span id="more-1946"></span></p>
<p>Es gibt überall Hilfe und Solidarität der Chilenen untereinander. In Supermärkten packen junge Leute Pakete für die Opfer des Bebens. An Kreuzungen werden Scheiben gewaschen und das Geld nicht eingesteckt, sondern weiter gegeben. Geschäfte geben Rabatte auf Einkäufe und stellen die Differenz zum normalen Preis der Erdbebenhilfe zur Verfügung. Das ganze Land ist förmlich mit den Nationalflaggen übersät – am Sonntag auf Halbmast: Zeichen der Solidarität mit den Opfern. Auf Linienbussen stehen Aufrufe, alles Mögliche zur Hilfe beizutragen: Aber eben nicht nur mit Fahnen, sondern konkret. Das beeindruckt mich sehr; vor allem, wenn ich lese, dass sogar die etwas abgeben, die selbst nicht viel besitzen.</p>
<p><em><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/03/CHILE-Fahnen-100307-IMG_7829.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1954" title="Am Sonntag hingen in Chile alle Fahnen auf Halbmast (Foto: CARE/Thomas Schwarz)" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/03/CHILE-Fahnen-100307-IMG_7829.jpg" alt="" width="460" height="318" /></a></em></p>
<p><em>Am Sonntag hingen in Chile alle Fahnen auf Halbmast (Foto: CARE/Thomas Schwarz)</em></p>
<p><strong>Die CARE-Pakete sind gepackt</strong></p>
<p>Seit dem schweren Beben am Samstag vor einer Woche hat es gut 200 Nachbeben gegeben; einige davon haben wir in Santiago de Chile auch gespürt. Mal am Tag, mal mitten in der Nacht. Viele haben noch immer mit dem Schrecken zu kämpfen. Sie reden viel darüber, mit Nachbarn, Freunden, Familienangehörigen und zeigen Bilder herum von zerstörten Dörfern oder Häusern als gelte es, dadurch über den Schock hinweg zu kommen. Axel Rottländer beschrieb das Gefühl der Menschen in der Region des Epizentrums im Süden mit einem kurzen Satz: „Sie haben Angst, Immer noch.“ Und während die Chilenen gut eine Woche nach dem schweren Beben versuchen, wieder in den Alltag zu finden, bereiteten er und unsere Partner von der Entwicklungsstiftung in Chile den Transport nach <a href="http://blog.care.de/mit-86-jahren-auf-dem-flur-schlafen-und-keine-aussicht-auf-verbesserung/" target="_blank">Sauzal</a> weiter vor. Dienstag soll es, wenn möglich, los gehen. Dazu sind schon über 200 CARE-Pakete gepackt. Eine Fabrik schneidet fieberhaft starke Plastikfolien, die vor dem baldigen Regen schützen sollen. Zelte sind Mangelware in diesem Land, das neben wohlhabenden auch einen sehr großen Anteil armer Menschen hat. Für die Pakete ist der LKW ist bestellt, und es kann geladen werden.<strong></strong></p>
<p><strong>Ban Ki-moon, Westerwelle und Clinton</strong></p>
<p>Viel Hilfe kommt im Land an, Chile hat Freunde in der Welt. US-Außenministerin Clinton war hier, UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und heute, am Sonntag, auch Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle. Und doch: Dörfer wie Sauzal zeigen, dass es noch immer Gemeinden gibt, in denen noch niemand vorher war. Dort fehlt es nach wie vor an nahezu allem. Vielleicht sind ja die Piloten über dieses Dorf geflogen und haben gezeigt, wie nötig dieses Land noch Hilfe braucht – auch von außen.</p>
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		<title>Nicht schon wieder! -</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 11:29:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rick Perera</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erdbeben Chile]]></category>
		<category><![CDATA[Erdbeben Haiti]]></category>
		<category><![CDATA[Rick Perera]]></category>
		<category><![CDATA[Chile]]></category>
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		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Schock und Betroffenheit steht uns in Haiti ins Gesicht geschrieben, als die Nachricht aus Chile eintrifft: ein weiteres gnadenloses Erdbeben, stärker denn je. Ob in Chile oder wie hier in Haiti: Die Erdbeben haben hunderttausende  Menschen obdachlos gemacht (Foto: CARE/Hockstein) Und das so kurz nach dieser unglaublichen Katastrophe hier in und um Port-au-Prince. Ich kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schock und Betroffenheit steht uns in Haiti ins Gesicht geschrieben, als die Nachricht aus Chile eintrifft: ein weiteres gnadenloses Erdbeben, stärker denn je.</p>
<p><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/03/CARE_Hockstein_085.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1924" title="Ob in Chile oder wie hier in Haiti: Die Erdbeben haben viele Menschen zur Obdachlosigkeit verdammt (Foto: CARE/Hockstein)" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/03/CARE_Hockstein_085.jpg" alt="Ob in Chile oder wie hier in Haiti: Die Erdbeben haben viele Menschen zur Obdachlosigkeit verdammt (Foto: CARE/Hockstein)" width="460" height="351" /></a></p>
<p><em>Ob in Chile oder wie hier in Haiti: Die Erdbeben haben hunderttausende  Menschen obdachlos gemacht (Foto: CARE/Hockstein)</em></p>
<p>Und das so kurz nach dieser unglaublichen Katastrophe hier in und um Port-au-Prince. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es wirklich erst ein paar Wochen her ist &#8211; es fühlt sich an wie eine Ewigkeit.<span id="more-1922"></span></p>
<p>Die Haitianer verstehen sehr genau, was die Menschen in Chile jetzt durchmachen. Die verzweifelte Suche nach vermissten geliebten Menschen… schlaflose Nächte auf der Straße, um nicht in einsturzgefährdeten Häusern zu schlafen… keine Verbindung zur Außenwelt… die Angst vor dem, was die Zukunft bringen wird. Der Schrecken wird noch lange tief sitzen.</p>
<p>Und dann ist da auch noch dieser zusätzliche Schmerz, als die Menschen in Haiti von dem Beben in Chile hörten. Warum war das Ausmaß des Bebens hier in Haiti so viel schlimmer? Das Beben in Chile hatte eine Stärke von 8,8 – das ist etwa 50 Mal so stark wie das Beben, das Haiti erschütterte. Aber die Todeszahlen sind in Haiti bereits auf über 220.000 Menschen gestiegen – das kommt den unglaublichen Opferzahlen nahe, die der <a href="http://www.care.de/somalia-tsunami-zahlen.html" target="_blank">Tsunami im Indischen Ozean vor fünf Jahren</a> hinterlassen hat. Chile hat nach neuesten Angaben etwa 700 Tote zu beklagen – ein tragischer Verlust, aber nicht zu vergleichen mit der Zahl der Toten in Haiti. Wie lässt sich das erklären?</p>
<p>Die Antwort liegt zum Teil darin, dass es einfach ein unberechenbares Unglück war. Aber es ist vor allem auch mit der Armut Haitis verbunden. Während es in Chile strikte Bauvorgaben für Häuser gibt, leidet Haiti unter den vielen willkürlichen Bauten. Arme Menschen aus ländlichen Gebieten strömten seit Jahren in die Hauptstadt und lebten dort in unsicheren Barackenstädten. Fehlende Vorschriften, Korruption und eine schwache Regierung haben dazu geführt, dass das Ausmaß dieser Katastrophe so gewaltig war. Mit Leichtigkeit lassen sich die Ausnahmen erkennen, die vielleicht auch die Regel hätten sein können, wenn es erdbebenresistente Bauvorschriften gegeben hätte: Ein paar wenige stabile Gebäude überragen die Trümmer – mit großen Schäden und Rissen natürlich, aber sie stehen noch.</p>
<p>Die Nachrichtenmedien haben ihr Augenmerk jetzt auf Chile gelegt und Haiti gerät in den Hintergrund. Das werfe ich ihnen nicht vor – sie machen ihren Job. Aber ich befürchte, dass – wie schon so oft in der Vergangenheit – Haiti schnell aus dem Bewusstsein der Menschen verschwinden wird, sobald die Fernseher dieser Welt keine Schreckensbilder aus Port-au-Prince mehr zeigen. Umso wichtiger ist es, dass wir, die Hand in Hand mit den Haitianern arbeiten, ihnen langfristig zur Seite stehen. Nicht nur durch Unterstützung mit Hilfsgütern, sondern mit dem Ziel, Haiti sicher und zukunftsorientiert wieder aufzubauen. Wir können mit unserem Wissen helfen. Die Haitianer werden Tapferkeit und Zusammenhalt beisteuern.</p>
<p>(Gerade in diesem Moment gab es ein weiteres Nachbeben. Eine unsanfte Erinnerung daran, dass die Katastrophe in Haiti noch nicht vorüber ist, noch lange nicht.)</p>
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		<title>Mit 86 Jahren auf dem Flur schlafen und keine Aussicht auf Verbesserung -</title>
		<link>http://blog.care.de/mit-86-jahren-auf-dem-flur-schlafen-und-keine-aussicht-auf-verbesserung/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 09:21:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Schwarz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erdbeben Chile]]></category>
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		<description><![CDATA[Gestern bin ich bei Zeiten mit Roswitha unterwegs gewesen. Sie hatte mir von einem Altenheim in Santiago berichtet, das vom Erdbeben stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. Seit Ende der 90er Jahre wird es von Franziskanerinnen geleitet. Viele Häuser in Chile sind durch das Beben unbewohnbar geworden (Foto: Reuters/Sebastian Escobar courtesy www.alertnet.org) Das Haus ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern bin ich bei Zeiten mit Roswitha unterwegs gewesen. Sie hatte mir von einem Altenheim in <a href="http://www.openstreetmap.org/?lat=-33.479&amp;lon=-70.627&amp;zoom=11&amp;layers=B000FTF" target="_blank">Santiago</a> berichtet, das vom Erdbeben stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. Seit Ende der 90er Jahre wird es von Franziskanerinnen geleitet.</p>
<p><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/03/Reuters_Sebastian-Escobar.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1910" title="Viele Häuser in Chile sind durch das Beben unbewohnbar geworden (Foto: Reuters/Sebastian Escobar courtesy www.alertnet.org)" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/03/Reuters_Sebastian-Escobar.jpg" alt="Viele Häuser in Chile sind durch das Beben unbewohnbar geworden (Foto: Reuters/Sebastian Escobar courtesy www.alertnet.org)" width="460" height="307" /></a></p>
<p><em>Viele Häuser in Chile sind durch das Beben unbewohnbar geworden (Foto: Reuters/Sebastian Escobar courtesy <a href="http://www.alertnet.org" target="_blank">www.alertnet.org</a>)</em></p>
<p>Das Haus ist 150 Jahre alt. Durch die schweren Erschütterungen kann die erste Etage nicht mehr genutzt werden. Die 60 Frauen liegen zum Teil in ihren Betten auf dem Flur, und die Schwestern haben ihren Wohnbereich für die Alten zur Verfügung gestellt.<span id="more-1908"></span></p>
<p>Es ist kein Geld da, um das Heim wieder so herzurichten, dass es einigermaßen erdbebensicher wäre – und eine würdige Umgebung für Menschen, die ihre Lebensleistung erbracht haben. Gerecht ist das nicht. Das Alter der Senioren liegt zwischen 80 und 100 Jahren. Einige wenige haben Paten aus der Nachbarschaft, die ihre Mitbürgerinnen manchmal besuchen. Als ich mit den Heimbewohnern spreche und sie hören, dass ich aus Deutschland komme, versuchen sie, „Guten Tag“ oder „Wie geht es Ihnen?“ zu sagen. Ich bleibe zwei Stunden dort, und kurz vor der Verabschiedung ruft <a href="http://blog.care.de/axel-rottlander/" target="_blank">Axel Rottländer</a> an.</p>
<p><strong>Eindrücke aus Dörfern, die niemand kennt</strong></p>
<p>Er war schon vor dem Morgengrauen mit Don Miguel Richtung Süden losgefahren. Dorthin, von wo seit Tagen berichtet wird – in den Medien der ganzen Welt. Concepcion, diese Stadt, in der das Epizentrum lag, kennt inzwischen jeder, der regelmäßig Nachrichten verfolgt. Sauzal kennt niemand, nicht einmal in Chile alle. Es ist ein Dorf mit 141 Häusern. Nur noch 36 sind bewohnbar. Axel klingt regelrecht mitgenommen: „Es gibt keinen Strom hier. Es gibt kein Wasser. Und wenn ein Tankwagen mit Wasser vorbei kommt, ist es eher Zufall.“</p>
<p>Für die über 200 Familien in Sauzal stellt Axel mit Don Miguel von unserer chilenischen Partnerorganisation schon erste Listen zusammen: Grundnahrungsmittel werden gebraucht, also Reis, Zucker, Nudeln. Auch Trockenmilch. Es steht alles auf der Liste, die in Santiago von unseren Partnern noch am selben Tag herausgeschickt wird, um Angebote einzuholen. „Die Zelte sind sozusagen schon bestellt,“ sagt Axel am Telefon. Und dann, irgendwie aus dem Zusammenhang seiner sachlichen Darstellung gerissen: „Die Leute hier haben Angst.“ Nicht einmal in die noch intakten Häuser wollen manche gehen – es könnte ein weiteres schweres Beben kommen, fürchten sie.</p>
<p>Dann wieder die Liste: „Die brauchen alles. Da ist einfach nichts mehr,“ höre ich am anderen Ende der Leistung. Also schreibe ich mit: Fluor zur Desinfektion von Toiletten, Zahnpasta- und bürsten, Seife, Handtücher, Spülmittel, Binden, Windeln&#8230; Diesen Menschen wurde noch von niemandem geholfen – bisher. Ich fahre morgen in die <a href="http://www.santiago.diplo.de/Vertretung/santiago/de/Startseite.html" target="_blank">Deutsche Botschaft in Santiago de Chile</a>. Eine Mitarbeiterin der Botschaft ist gerade in Concepcion. Ich habe alles aufgeschrieben. Am Ende war das Mitschreiben einfach, denn es fehlt ja an allem.</p>
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		<title>Wer sagt, dass er keine Angst hat, lügt -</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 12:48:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Schwarz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erdbeben Chile]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Schwarz]]></category>
		<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[Erdbeben]]></category>
		<category><![CDATA[Nothilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Santiago de Chile]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich saß mit Michael Raczynski, dem Leiter der Entwicklungsstiftung in Chile, in dessen Büro. Hier heißt er Don Miguel. Wir besprachen die Dinge, die in den kommenden Tagen anstehen: seine Reise gemeinsam mit Axel Rottländer in den Süden des Landes am nächsten Tag. Logistische Fragen, wo wann was besorgt werden muss. Foto: Reuters/Carlos Vera courtesy [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich saß mit Michael Raczynski, dem Leiter der Entwicklungsstiftung in Chile, in dessen Büro. Hier heißt er Don Miguel. Wir besprachen die Dinge, die in den kommenden Tagen anstehen: seine Reise gemeinsam mit Axel Rottländer in den Süden des Landes am nächsten Tag. Logistische Fragen, wo wann was besorgt werden muss.</p>
<p><em><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/03/Reuters_Carlos-Vera.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1917" title="Foto: Reuters/Carlos Vera courtesy www.alertnet.org" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/03/Reuters_Carlos-Vera.jpg" alt="" width="460" height="319" /></a></em></p>
<p><em>Foto: Reuters/Carlos Vera courtesy <a href="http://www.alertnet.org" target="_blank">www.alertnet.org</a></em></p>
<p>Axel Rottländer gehört zum Nothilfe-Team von CARE Deutschland-Luxemburg und ist Experte für Katastrophen wie hier in Chile oder jüngst in <a href="http://www.care.de/haiti-faq.html" target="_blank">Haiti</a>.<span id="more-1900"></span></p>
<p>Bei uns saß Roswitha. Sie ist 72 Jahre alt und arbeitet schon seit 24 Jahren für die Fundacion Alemana para el Desarrollo, der Partnerorganisation von CARE. Mit ihr werde ich morgen ein Altenheim besuchen. Dort sind nach dem Beben viele Bewohner in einen engen Komplex des Hauses zusammengelegt worden. Das Gebäude ist nicht mehr sicher. Danach fahren wir zu einem Heim für Kinder, die an AIDS erkrankt sind.</p>
<p>Plötzlich stockt die Unterhaltung. Logistik, Reiseplanungen, Einkauf – alles ist im Bruchteil einer Sekunde nicht mehr wichtig. Denn die Erde bewegt sich. Wir schauen uns an, und ich frage: „Das ist ein Beben, oder?“ Eine dumme Fragen irgendwie. „Ja“, Roswitha lächelt. Milde, freundlich und auf eine sehr angenehme Weise beruhigend. „Das ist ein Beben“, bestätigt sie in akzentfreiem Deutsch.</p>
<p><strong>Es bebt nicht im Zelt, sondern in einem Gebäude</strong></p>
<p>Axel Rottländer war gerade in einem Raum damit beschäftigt, einen ersten Situationsreport an CARE zu verfassen. Aber dann steht er in der Tür und fragt genau wie ich: „Das ist ein Beben?“ Es dauert lange, sicherlich 40, 50 Sekunden.</p>
<p>Diesmal ist es Don Miguel, der bejaht. Auch er lächelt. Ich erinnere mich an <a href="http://blog.care.de/pakistan/" target="_blank">meine Reise nach Pakistan im Dezember 2005</a>. Auch dort habe ich in den Bergen im Nordosten des Landes noch Wochen nach dem großen und schweren Erdbeben genau diese Bewegungen unter meinen Füßen erlebt. Aber diesmal ist es anders. Hier bin ich nicht unter freiem Himmel oder in meinem Zelt, sondern in einem Gebäude inmitten von Santiago de Chile.</p>
<p>Ich frage Roswitha und Don Miguel, wie man denn wissen könne, wie stark so ein Erdbeben ist. „Das weiß man eben nicht“, sagt Don Miguel. „Und glaube mir: Jeder, der sagt, er hätte bei einem Erdbeben keine Angst, der lügt.“</p>
<p>Abends treffe ich mich mit Chilenen, die viele Jahre in Deutschland gelebt haben. Wir sprechen über Gott und die Welt, über arm und reich in Chile, über die neue Regierung, die ab dem 11. März das Land regieren wird und – natürlich – über das große Beben vom vergangenen Samstag. „Ich war mit meinem Mann im Wohnzimmer, als plötzlich unser Sohn kam und sagte, das sei ja wohl ein langes Beben,“ sagt Alicia. Um ihn zu beruhigen, sei sie aufgestanden und wollte ihren Sohn einfach kurz in den Arm nehmen. „Doch dann merkte ich, dass ich gar nicht mehr geradeaus gehen konnte.“</p>
<p>Sie versuchten zu dritt, auf die Haustüre zuzugehen. „Da haben wir uns gegenseitig und an dem Türrahmen festgehalten.“ Es habe geknarrt an allen Ecken und Enden. Alles habe sich irgendwie bewegt. „Und es hört sich so an, weißt Du, so etwa: Brrrrmmmmm. Es macht so: Brrrrmmmmmm, ganz lange.“ Auf die Straße zu gehen hätte keinen Zweck, sagen beide. Da fällt soviel herunter von den Strommasten, da wirst Du erschlagen.</p>
<p>Don Miguel hat Recht: Wer sagt, er habe keine Angst bei einem Beben, lügt.</p>
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