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	<title>blog.care.de &#187; Erdbeben</title>
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	<description>Blog des Teams von CARE Deutschland-Luxemburg e.V.</description>
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		<title>Haiti – auf dem Weg in eine bessere Zukunft</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 14:04:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CARE Deutschland-Luxemburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erdbeben Haiti]]></category>
		<category><![CDATA[Lateinamerika und Karibik]]></category>
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		<description><![CDATA[Von Hugh Earp, CARE-Mitarbeiter im Team für Notunterkünfte Haiti im Januar 2010, zehn Tage nach dem Erdbeben, war ein Land im Schockzustand. Die Menschen suchten mit bloßen Händen in den Trümmern nach Überlebenden &#8211; eine gefährliche Arbeit, da viele der Betonhäuser noch Wochen nach der Katastrophe durch Nachbeben oder durch die Bergungsversuche zusammen fielen.Der Wiederaufbau [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Von Hugh Earp, CARE-Mitarbeiter im Team für Notunterkünfte</strong></em></p>
<p><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2012/01/Hugh-Earp_CARE.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-4024" style="margin-right: 10px; margin-left: 10px;" title="Hugh Earp arbeitete für CARE in Haiti" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2012/01/Hugh-Earp_CARE.jpg" alt="" width="154" height="108" /></a>Haiti im Januar 2010, zehn Tage nach dem Erdbeben, war <a href="http://blog.care.de/wie-vom-himmel-in-die-holle/" target="_blank">ein Land im Schockzustand</a>. Die Menschen suchten mit bloßen Händen in den Trümmern nach Überlebenden &#8211; eine gefährliche Arbeit, da viele der Betonhäuser noch Wochen nach der Katastrophe durch Nachbeben oder durch die Bergungsversuche zusammen fielen.<span id="more-4023"></span>Der Wiederaufbau in den zwei Jahren nach dem Erdbeben wurde durch andere Krisen erschwert: einem gewaltigen Sturm, politischen Unruhen wegen der umstrittenen Wahlergebnisse und dem <a href="http://blog.care.de/category/cholera-haiti/" target="_blank">Ausbruch der Cholera</a>. Jede dieser Katastrophen brachte Haiti wieder einen Schritt zurück, und verzögerte den Fortschritt des Wiederaufbaus.</p>
<p>Auch die Zerstörung des Flughafens, des Hafens und der Straßen in Port-au-Prince bedeutete eine gewaltige Herausforderung, um Hilfe zu leisten. Hinzu kam, dass dieses Erdbeben keine Ausnahme war und in Léogâne, nahe dem Epizentrum, 80 Prozent der Gebäude zerstört wurden.</p>
<p>Aber auch Fortschritte wurden gemacht: In einem engen überfüllten Stadtteil von Carrefour im Westen von Port-au-Prince war der kleine örtliche Marktplatz überfüllt mit Zelten, Bettwäsche und jeglicher Form von Abdeckungen. CARE stellte der Gemeinde 350 Übergangshäuser zur Verfügung. Diese Unterkünfte in Carrefour sind nur einige der insgesamt 2.500, die CARE seit Januar 2010 gebaut hat. Über 13.400 Menschen fanden darin eine Obdach, zudem hat CARE auch an 20.000 Familien Werkzeug und Baumaterial verteilt. So unterstützte CARE die Bewohner bei der Reparatur ihrer Häuser und stellte Wasser, Hygieneartikel und Nahrung bereit, außerdem organisierten die Teams Gesundheitsdienste und Bildungsunterstützung.</p>
<div id="attachment_4025" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2012/01/Carrefour-Shelter_CARE_Cameron1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-4028" title="Carrefour Shelter_CARE_Cameron" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2012/01/Carrefour-Shelter_CARE_Cameron1.jpg" alt="" width="460" height="307" /></a><p class="wp-caption-text">In Carrefour hat CARE Übergangshäuser gebaut, um den Menschen ein Obdach zu geben. (Foto: CARE/Cameron)</p></div>
<p><strong>Leben kehrt zur Normalität zurück</strong></p>
<p>Heute, nach zwei Jahren, ist der Fortschritt in Port-au-Prince sichtbar: Viele Lager sind geräumt und die Menschen sind in ihre Häuser zurückgekehrt. Jedoch sind noch viele Menschen arbeitslos und leben weiterhin in Notunterkünften, was durch die anhaltende Verstädterung noch verstärkt wird. Die Glücklichen, die eine Arbeit gefunden haben, verdienen weniger als einen Euro am Tag – so viel kostet ein Teller Essen. Angesichts solch chronischer Armut und hoher Arbeitslosigkeit, zusammen mit der Knappheit von verfügbarem Lebensraum in der Hauptstadt, werden geschätzte 300.000 Menschen dort noch für eine lange Zeit in den Lagern leben müssen.</p>
<p>Hilfsorganisationen wie CARE arbeiten daran, die Wohnmöglichkeiten in Port-au-Prince zu verbessern, aber es ist nicht einfach. Ich habe Fälle gesehen, bei denen drei verschiedene Personen rechtmäßigen Anspruch auf das gleiche Stück Land hatten. Und diese Situationen sind nicht selten. Aber wo es möglich ist, helfen wir durch Unterstützung und Training, den Haitianern das Land wieder zurück zu geben, das sie vor dem Erdbeben besaßen.</p>
<p>Fortschritte wurden gemacht. Aber Wiederaufbau ist niemals eine schnelle Sache. CARE und andere Organisationen haben beschlossen, vorerst für weitere drei Jahre in Haiti zu helfen. Kurz nach dem Erdbeben erstellte CARE einen Fünfjahresplan. Es ist keine leichte Aufgabe und es wird auch weiterhin keine sein. Aber es ist eine Aufgabe, vor der wir nicht davonrennen können. Das schulden wir nicht nur <a href="http://blog.care.de/viele-koche-fur-einen-guten-brei/" target="_blank">unseren über 370 CARE-Mitarbeitern</a>, die überwiegend selbst Haitianer sind. Sondern auch jedem einzelnen Bewohner dieses Landes, der mit <a href="https://spenden.care.de/care/?show=projects&amp;lang=de" target="_blank">Unterstützung von CARE</a> und anderen Hilfsorganisationen einen kleinen Schritt Richtung Zukunft machen kann.</p>
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		<title>Die Gesamtkatastrophe in den Griff bekommen</title>
		<link>http://blog.care.de/keine-regierung-der-welt-ist-auf-eine-solche-katastrophe-vorbereitet/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 14:53:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Anton Markmiller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dr. Anton Markmiller]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
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		<category><![CDATA[Tsunami]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Krankenhaus von Kamaishi liegt auf einer Anhöhe über der Bucht und ist daher von der mörderischen Welle verschont geblieben. Insgesamt hat man in der Region 12.787 Leichen gefunden, 14.991 Personen werden vermisst &#8211; sie sind von den Fluten ins Meer gespült worden. Etwa 3000 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen konnten im Krankenhaus von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Krankenhaus von Kamaishi liegt auf einer Anhöhe über der Bucht und ist daher von der mörderischen Welle verschont geblieben. Insgesamt hat man in der Region 12.787 Leichen gefunden, 14.991 Personen werden vermisst &#8211; sie sind von den Fluten ins Meer gespült worden. Etwa 3000 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen konnten im Krankenhaus von Kamaishi behandelt werden.</p>
<div id="attachment_3962" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/12/915.jpg"><img class="size-full wp-image-3962 " title="915" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/12/915.jpg" alt="CARE stellt Kutterschiffe für die Ausbildung junger Matrosen (Foto: CARE/ Rottländer)" width="460" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">CARE stellt Kutterschiffe für die Ausbildung junger Matrosen (Foto: CARE/ Rottländer)</p></div>
<p><span id="more-3959"></span></p>
<p>Als wir das Foyer betreten, herrscht dort starker Besucherverkehr. Aber nicht die Ärzte und Pfleger sind es, die hier hin und her eilen: die Stadtverwaltung hat das gesamte Erdgeschoss in eine provisorische Katastrophenzentrale verwandelt.</p>
<p>Das eigentliche Verwaltungsgebäude ist weggespült worden. Hier im Krankenhaus laufen jetzt die Fäden zusammen, vor unzähligen Computern sitzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ordnen das Leben in ihrer zerstörten Stadt. Es ist bitter kalt in den Großraumbüros, die Menschen arbeiten in dicken Pullovern und wattierten Jacken. Eine Heizung gibt es nicht.</p>
<p>Wir sitzen an einem improvisierten Konferenztisch und sind dankbar, als heißer grüner Tee aus Pappbechern gereicht wird. Um uns herum werden die Dinge an den Computern, am Telefon oder im Besucherverkehr geregelt.</p>
<p><strong>Keine Regierung der Welt ist auf eine solche Katastrophe vorbereitet</strong></p>
<p>In all diesem Stress fällt vom Sozialreferenten der Stadt der erste Satz: &#8220;Wir sind CARE unendlich dankbar, dass uns Ihre Organisation geholfen hat, den Betroffenen hier zu helfen.&#8221; Die Kollegen von CARE Japan hatten schon früh mit der Verwaltung Kontakt aufgenommen und Unterstützung bei der Verteilung von Hilfsgütern und der sozialen Betreuung angeboten. Decken, Matratzen, Kochutensilien, Hygieneartikel und vieles mehr wurden verteilt. CARE hat ein Auto beschafft, mit dem die Menschen in den entlegenen Randgebieten versorgt werden können.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung berichten freimütig, dass sie vor der Katastrophe nicht gewusst hätten, was eine Nichtregierungsorganisation sei, die sich der Hilfeleistung verschrieben hat. Somit sei auch der Dialog am Anfang nicht einfach gewesen. Da die überlebenden Verwaltungsleute neben der jeweiligen persönlichen Tragödien, wie den Verlust von Familienangehörigen und der Zerstörung ihrer Wohnungen, ja auch umgehend die Gesamtkatastrophe irgendwie in den Griff bekommen mussten, habe man die Hilfe von CARE gerne angenommen. Und es waren ja auch keine ausländischen Helfer gewesen, die da gekommen seien, sondern japanische CARE Mitarbeiter.</p>
<p>In der abgelegenen Region des Küstenbereichs der Provinz Iwate sind ausländische Menschen nicht häufig, man begegnet ihnen mit einem gewissen Misstrauen. Das aber sei nun ganz anders geworden, sagt der Sozialreferent und strahlt. Die Deutschen seien besonders willkommen, sie würden ja auch einen guten Fußball spielen. Und dann fällt das Zauberwort, das alle Reserviertheit bricht: &#8220;Beckenbauer!&#8221; Ich verspreche, dem Franz, der CARE bei einem Projekt in Südafrika unterstützt hat, eine Grußkarte zu senden und mitzuteilen, dass er in Kamaishi einen Fanclub hat.</p>
<p><strong>Der Tsunami zerstörte die Einkommensquelle der Region</strong></p>
<p>Beim Gespräch mit den Verwaltungsleuten wird schnell klar, dass es nach der ersten Katastrophenhilfe und den anschließenden Aufräumarbeiten darum gehen muss, den Leuten Jobs zu vermitteln. Der Tsunami hat ja nicht nur getötet und zerstört, er hat der Region die ökonomische Grundlage entzogen. Hier lebt die Bevölkerung fast ausschließlich vom Fischfang und sämtliche Fischerboote und die verarbeitenden Industrien wurden zerstört.</p>
<p>Wir besuchen die Hochschule für Fischfang und sprechen mit dem Direktor. An der Einrichtung werden junge Leute in allen Bereichen der Fischzucht und des Fischfangs ausgebildet. Japaner essen ja (fast) alles, was aus dem Meer kommt, deshalb gibt es riesige Aquakulturen, in denen Fische, Krustentiere, Muscheln, Seetang und andere unerfindliche Dinge &#8211; nun ja &#8211; produziert werden. Die praktische Ausbildung der Studenten erfolgt auf einem Schulschiff, das neben der Besatzung 40 Studierende aufnehmen kann. Dieses schöne Schiff, die Riasu Maru, befand sich zum Zeitpunkt der Katastrophe auf Schulungsfahrt vor Hawaii.</p>
<div id="attachment_3964" class="wp-caption aligncenter" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/12/8972.jpg"><img class="size-full wp-image-3964" title="897" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/12/8972.jpg" alt="Dr. Anton Markmiller und Axel Rottländer rundern gemeinsam mit den Studenten (Foto: CARE)" width="460" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Dr. Anton Markmiller und Axel Rottländer rundern gemeinsam mit den Studenten (Foto: CARE)</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p>Ein Glück. Allerdings wurden die kleinen Kutterschiffe für die Ausbildung zerstört. Da die japanische Regierung mit der Sicherung des Lebens der Überlebenden vollauf ausgelastet ist &#8211; die Nuklearkatastrophe von Fukushima ist nur eine Zugstunde entfernt &#8211; konnte dieser Ausbildungseinrichtung nicht geholfen werden. Der Direktor sagt es deutlich: &#8220;Keine Regierung der Welt ist auf eine solche Katastrophe vorbereitet. Niemand kann so etwas alleine bewältigen.&#8221; Also hat CARE zwei Kutterschiffe für die Ausbildung besorgt, jeweils zwölf Matrosen lernen hier den Umgang mit Boot und Meer.</p>
<p>Begleitet von Fernsehen und Presse besteige ich mit dem Kollegen Axel Rottländer das Boot und wir rudern mit den Studenten zu einem kräftigen &#8220;Eins! Zwei!&#8221; durch die Bucht. Allerdings fühlen sich Axel und ich eher als Leichtmatrosen gegenüber diesen jungen Menschen, die nun wieder eine Perspektive vor Augen haben. Schon am Nachmittag werden sie mit der Riasu Maru auf eine 14-tägige Ausbildungsfahrt Richtung Norden gehen. Ich gebe zu: gerne wäre ich mitgekommen.</p>
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		<title>Ein volles, halbes Jahr</title>
		<link>http://blog.care.de/ein-volles-halbes-jahr/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 May 2011 13:24:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine Wilke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Cholera Haiti]]></category>
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		<description><![CDATA[November 2010. Ich kehre nach neun Monaten nach Haiti zurück und stelle fest, dass mich die Karibiknation nie so ganz losgelassen hat.  Das Land ist seit gut vier Wochen Choleragebiet und die Seuche breitet sich vom Norden im ganzen Land aus. CARE bildet Freiwillige aus, die über die Verbreitung und die Behandlung der Krankheit aufklären.  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>November 2010. </strong>Ich kehre nach neun Monaten <a href="../wiedersehen-mit-haiti/">nach Haiti zurück</a> und stelle fest, dass mich die Karibiknation nie so ganz losgelassen hat.  Das Land ist seit gut vier Wochen Choleragebiet und die Seuche breitet sich vom Norden im ganzen Land aus. CARE bildet <a href="../%E2%80%9Echangement%E2%80%9C-obama-ware-stolz/">Freiwillige</a> aus, die über die Verbreitung und die Behandlung der Krankheit aufklären.  Dazu stehen auch die <a href="../die-wahlen-und-die-hauser/">Präsidentschaftswahlen</a> an. Das Land wartet auf Wandel und darauf, dass der Wiederaufbau schneller vorangeht.</p>
<div id="attachment_3409" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/05/581.jpg"><img class="size-full wp-image-3409" title=". Neun Monate nach dem Erdbeben wartet das Land auf Wandel und darauf, dass der Wiederaufbau schneller vorangeht. (Foto: CARE/ Hockstein) " src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/05/581.jpg" alt=". Neun Monate nach dem Erdbeben wartet das Land auf Wandel und darauf, dass der Wiederaufbau schneller vorangeht. (Foto: CARE/ Hockstein) " width="460" height="295" /></a><p class="wp-caption-text">Neun Monate nach dem Erdbeben wartet das Land auf Wandel und darauf, dass der Wiederaufbau schneller vorangeht. (Foto: CARE/ Hockstein) </p></div>
<p><span id="more-3386"></span></p>
<p><strong>Dezember 2010.</strong> Wir bereiten den Jahrestag des Erdbebens vor. Die Wahlergebnisse werden verkündet und bringen Unruhe. Für mich bringt der Monat eine Menge <a href="../geister-der-vergangenheit-2/">Erinnerungen</a> an das Erdbeben, aber auch ein freudiges Wiedersehen  <a href="../stille-nachte-reloaded/">Weihnachten</a> ist traurig, und sehr ruhig. Kaum jemand ist nach diesem furchtbaren Jahr für Haiti in Feierstimmung.<br />
Aber es gibt auch schöne Momente: Ich treffe den <a href="../gary-judith-und-der-kleine-prinz/=">Autor Gary Victor</a> auf einer Buchmesse und sehe eine andere Seite von Haiti, die jede Menge Hoffnung macht.</p>
<p><strong>Januar 2011.</strong> Alles dreht sich um den <a href="../neues-jahr-alte-wunden/">Jahrestag des Erdbebens</a>. Doch neben aller Medienaufmerksamkeit ist die Trauer eine sehr private Angelegenheit. Mit Erinnerungen, Geräuschen und Gerüchen, die den 12. Januar 2010, 16.53 Uhr wieder lebendig werden lassen. Und es kommen die <a href="../stolz-und-vorurteile/">Vorwürfe</a>: Warum haben die Hilfsorganisationen nicht mehr getan? Und wofür eigentlich all die großen Geländewagen? Dazu kommen die eigenen Zweifel: <a href="../bestes-wissen-schlechtes-gewissen/">Helfen wir richtig?</a> Was wäre so falsch, hier und da den Menschen einfach ein bisschen Geld in die Hand zu geben?</p>
<p><strong>Februar 2011. </strong>Auch nach dem Jahrestag geht die <a href="../irgendwas-mit-medien/">Öffentlichkeitsarbeit </a>weiter. Journalistenbesuche, Interviews, Pressekonferenzen – warum ist das überhaupt wichtig? Kann die Qualität von CAREs Arbeit nicht für sich selbst sprechen?  Nach drei Monaten Arbeit verlasse ich Haiti kurzzeitig, um Abstand zu bekommen und auszuspannen. Die Karibik weckt mit<a href="../oh-wie-schon-ist-panama%E2%80%A6-und-haiti/"> Traumreisezielen in kurzer Entfernung</a>. Wann wird Haiti dazu gehören? Und wann treffen hier nicht mehr nur Helfer aus aller Welt ein, sondern auch <a href="../haiti-heimat-mit-hindernissen/">Exil-Haitianer</a>, die in ihrer Heimat wieder eine Chance sehen?</p>
<div id="attachment_3410" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/05/1024.jpg"><img class="size-full wp-image-3410" title="Kleine Wunder sind in Haiti überall zu finden: Die dicht besiedelten Hügel von Port-au-Prince in der Abenddämmerung. (Foto: CARE/Hockstein)" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/05/1024.jpg" alt="Kleine Wunder sind in Haiti überall zu finden: Die dicht besiedelten Hügel von Port-au-Prince in der Abenddämmerung. (Foto: CARE/Hockstein)" width="460" height="232" /></a><p class="wp-caption-text">Kleine Wunder sind in Haiti überall zu finden: Die dicht besiedelten Hügel von Port-au-Prince in der Abenddämmerung. (Foto: CARE/Hockstein)</p></div>
<p><strong>März 2011. </strong>Der Frühling beginnt fröhlich, mit Festlichkeiten zum <a href="../weiber-statt-fastnacht/">Internationalen Frauentag</a>. Ich treffe auf schicke Damen und bekannte Gesichter. Aber dann bebt die Erde in <a href="../haitianisches-deja-vu-in-japan/">Japan</a> und die Nachrichten stoßen in Haiti auf schmerzhafte Erinnerungen.  Aber so richtig fassen lässt sich diese Katastrophe nicht. Wie findet man also <a href="../worte-finden/">Worte für das Unbekannte</a>?</p>
<p><strong>April</strong> <strong>2011. </strong>Und doch geht irgendwie der <a href="../24-stunden-haiti/">Alltag </a>weiter, und der besteht aus ungewöhnlichen Rufnamen für Kollegen, internationalen Mittagspausen und natürlich <a href="../die-reise-nach-jer-emie/">Dienstreisen</a>. Meine Neugier führt mich eines Sonntags in einen <a href="../gottliche-eindrucke-aus-haiti/">Gottesdienst</a> und zwischendurch ist auch noch Platz für Gedanken über das<a href="../uber-den-sexappeal-von-toiletten/"> stille Örtchen</a>.</p>
<p><strong>Mai</strong> <strong>2011.</strong> Ich kam im November zwei Wochen vor den Präsidentschaftswahlen in Haiti. <a href="../viele-koche-fur-einen-guten-brei/">Nun verlasse ich das Land</a> am 14. Mai, dem Tag, an dem der neue Präsident eingeschworen wird.  Vielleicht ist das ein gutes Omen, ich weiß es nicht. Sechs Monate, 180 Tage, 4.320 Stunden voller Eindrücke, Begegnungen, Fragen, Trauer, Hoffnung, Pragmatismus, Frust, Arbeit, Überraschungen, Verzweiflung, Energie und neuen Anfängen. Ich habe es schon im November geahnt: So ganz wird mich Haiti sicher nie mehr loslassen.</p>
<p><strong>Audio-Blog:</strong></p>
<div id="attachment_3414" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://www.care.de/video-retrospektive-aus-haiti.html"><img class="size-full wp-image-3414" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/05/Sabine-Haiti1.jpg" alt="" width="460" height="307" /></a><p class="wp-caption-text">Video-Retrospektive aus Haiti: Sabine Wilkes berichtet von ihren Eindrücken aus Haiti kurz vor ihrer Abreise nach Deutschland. (Foto: CARE/ Hockstein)</p></div>
<p><strong>Zum Audio-Blog:</strong><strong><span style="color: #0000ff;"><a href="../wp-content/uploads/2011/05/Audioblog_1.flv"> Audio-Blog von Sabine Wilke</a></span></strong></p>
<h3>﻿</h3>
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		<title>Viele Köche für einen guten Brei</title>
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		<pubDate>Tue, 03 May 2011 07:24:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine Wilke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer hinter die Fassaden humanitärer Hilfe blickt, merkt schnell, dass die Verteilung von Hilfsgütern, das fertig errichtete Übergangshaus oder die Fortbildung für Hebammen erst am Ende einer langen Reihe von Arbeitsschritten liegen. Im Fernsehen sieht das immer ganz leicht aus: Es gibt eine Katastrophe, die Hilfsorganisationen kommen und verteilen Nahrungsmittel, Medizin und andere Gebrauchsgegenstände. Aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer hinter die Fassaden humanitärer Hilfe blickt, merkt schnell, dass die Verteilung von Hilfsgütern, das fertig errichtete Übergangshaus oder die Fortbildung für Hebammen erst am Ende einer langen Reihe von Arbeitsschritten liegen. Im Fernsehen sieht das immer ganz leicht aus: Es gibt eine Katastrophe, die Hilfsorganisationen kommen und verteilen Nahrungsmittel, Medizin und andere Gebrauchsgegenstände. Aber woher stammen diese Hilfsgüter? Und wie werden sie transportiert? In der humanitären Welt ist das die Aufgabe der Abteilung Program Support, also die Unterstützung der eigentlichen Programme. Zum Program Support gehören neben Logistik auch die Finanzbuchhaltung, die Personalabteilung, die allgemeine Büroverwaltung und die Beschaffung.</p>
<div id="attachment_3376" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/05/Warenlager_Wilke_klein.jpg"><img class="size-full wp-image-3376 " title="Die Logistik hinter Nothilfeeinsätzen, wie in Haiti nach dem Erdbeben, ist komplex und oft anspruchsvoll zu organisieren. (Foto: CARE/ Wilke)" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/05/Warenlager_Wilke_klein.jpg" alt="Die Logistik hinter Nothilfeeinsätzen, wie in Haiti nach dem Erdbeben, ist komplex und oft anspruchsvoll zu organisieren. (Foto: CARE/ Wilke)" width="460" height="307" /></a><p class="wp-caption-text">Die Logistik hinter Nothilfeeinsätzen, wie in Haiti, ist komplex und oft anspruchsvoll zu organisieren. (Foto: CARE/ Wilke)</p></div>
<p><span id="more-3375"></span><br />
Ich war schon im Februar 2010, rund einen Monat nach dem Erdbeben in Haiti, von der Logistik hinter der Hilfe fasziniert. Damals besuchte ich das CARE-Warenlager in Port-au-Prince und sprach mit den Logistikern, die unsere Hilfe in die Wege leiteten. Und ein Ausspruch bleibt mir bis heute im Kopf: „<a href="http://blog.care.de/im-herzen-der-operation/">Wir sind im Herzen der Operation</a>“, erzählte mir ein Kollege.<br />
<strong><br />
Von A nach B&#8230; und zurück</strong><br />
Über ein Jahr später ist die <a href="http://www.care.de/fileadmin/redaktion/Online-Dossiers/Haiti_ein_Jahr_danach/CARE_in_Haiti_Nothilfe_und_Wiederaufbau.pdf">unmittelbare Nothilfe in Haiti</a> lange vorbei, und damit auch die Tage, an denen täglich dutzende LKWs mit Hilfsgütern im CARE-Lager eintrafen und es wieder verließen. Heute wird immer noch viel in Empfang genommen und weitertransportiert, aber die Güter sind unterschiedlicher und die Zeitspannen der Verteilungen etwas länger. Heute lagern hier Baumaterialien und Wassereimer, Schubkarren und Büromöbel  &#8211; die stammen von einem Büro in einer der Provinzen, das CARE Ende 2010 geschlossen hat.</p>
<p>A propos Provinz: Logistische Herausforderungen warten auch in scheinbar banalen Situationen. Wie transportiert man zum Beispiel einen Kopierer ins Büro von Jérémie, rund 200 Kilometer südlich der Hauptstadt Port-au-Prince? Die haitianische Fluggesellschaft setzt kleine Propellermaschinen für den 45-Minuten-Flug ein, in deren Laderaum kein Kopierer passt. Also muss die Maschine notgedrungen mit dem Auto transportiert werden, zehn Stunden auf holprigen Pisten. Und bei der Ankunft stellten die Kollegen enttäuscht fest, dass sich die Papierschublade verbogen hatte und nicht mehr schließen ließ. Also zurück mit dem Gerät nach Port-au-Prince, diesmal vorsichtiger festgezurrt, und hoffen, dass der Schaden repariert werden kann.</p>
<p><strong>Kaufen, kaufen, kaufen – aber richtig!</strong><br />
Viele Hilfsorganisationen reagierten schnell auf den Ausbruch der Cholera, und ein Mittel der Prävention war die Verteilung von Hygiene-Artikeln für Familien, die es sich sonst nicht leisten können. Die Pakete enthielten Seife, Chlor und Wasserreinigungstabletten. Aber wie organisiert man das konkret? Im Idealfall wird vor Ort eingekauft, um Transportkosten und Einfuhrzölle zu vermeiden und den lokalen Markt zu stärken. Schließlich wollen CARE und andere Organisationen die Spendengelder so effizient wie möglich einsetzen.</p>
<p>Wir stellten aber nach einigen Wochen in Haiti auch fest, dass sich die Händler auf die steigende Nachfrage von Chlor einstellten und die Preise erhöhten. Das betraf wiederum diejenigen Haitianer, die sich die Flasche Chlor auf dem Markt selber kaufen mussten. Also mussten Alternativen gefunden werden, um die Preise nicht künstlich zu erhöhen. Die Beschaffung von Gütern ist immer eine Gradwanderung, und nicht umsonst ist die Abteilung Procurement, also Beschaffung, eine der wichtigsten Räder im Betrieb humanitärer Hilfe. Angebote einholen, Preise vergleichen, Qualität sichern und Lieferfristen kontrollieren – den Kollegen vom Procurement wird nicht langweilig, das konnte ich in den letzten Monaten täglich beobachten.</p>
<div id="attachment_3377" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/05/Distribution_Wilke_klein.jpg"><img class="size-full wp-image-3377 " title="Nicht nur die Verteilung von Hilfsgütern ist herausfordernd für die Helfer. &quot;Die Beschaffung von Gütern ist immer eine Gradwanderung, und nicht umsonst ist die Abteilung Procurement, also Beschaffung, eine der wichtigsten Räder im Betrieb humanitärer Hilfe.&quot; (Foto: CARE/ Wilke)" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/05/Distribution_Wilke_klein.jpg" alt="Nicht nur die Verteilung von Hilfsgütern ist herausfordernd für die Helfer. &quot;Die Beschaffung von Gütern ist immer eine Gradwanderung, und nicht umsonst ist die Abteilung Procurement, also Beschaffung, eine der wichtigsten Räder im Betrieb humanitärer Hilfe.&quot; (Foto: CARE/ Wilke)" width="460" height="307" /></a><p class="wp-caption-text"> &quot;Die Beschaffung von Gütern ist immer eine Gradwanderung, und nicht umsonst ist die Abteilung Procurement, also Beschaffung, eine der wichtigsten Räder im Betrieb humanitärer Hilfe.&quot; (Foto: CARE/ Wilke)</p></div>
<p>Und dann gibt es noch die kleineren logistischen Herausforderungen, die einzelne CARE-Mitarbeiter betreffen. In den letzten Wochen hat es abends immer wieder geregnet, die Wirbelsturmsaison kündigt sich an. An einem Abend fiel der Regen so heftig, dass es an einen asiatischen Monsun erinnerte. Die meisten Kollegen blieben im Büro und hofften, dass es bald nachlassen würde. Johnny, ein junger Mitarbeiter im Büro neben mir, hatte besonders große Sorgen. Er wohnt in Carrefour und fährt jeden Morgen und Abend mit einem Tap-Tap, den bunten Minibussen, rund anderthalb Stunden ins Büro und zurück. Aber eine der Straßen auf seinem Weg überschwemmt innerhalb von Minuten, sie ist nicht asphaltiert und das Wasser fließt nur langsam ab. Also blieb ihm nichts anderes übrig als zu warten und zu hoffen, dass der Regen irgendwann nachlässt und den Weg freigibt. Ein ruhiger Feierabend sieht anders aus.</p>
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		<title>Über den Sexappeal von Toiletten</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Apr 2011 13:52:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine Wilke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe schon häufiger darüber berichtet, wie komplex humanitäre Hilfe in einem Land wie Haiti ist und unter welchen Bedingungen Hilfsorganisationen bemüht sind, gute und nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Aktivitäten, die kurz nach dem Erdbeben lebenswichtig und sinnvoll waren, können einige Monate später schon überholt sein oder das Gegenteil bewirken. Wie zum Beispiel die Ausgabe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe schon häufiger darüber berichtet, wie komplex humanitäre Hilfe in einem Land wie Haiti ist und unter welchen Bedingungen Hilfsorganisationen bemüht sind, gute und nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Aktivitäten, die kurz nach dem Erdbeben lebenswichtig und sinnvoll waren, können einige Monate später schon überholt sein oder das Gegenteil bewirken.</p>
<div id="attachment_3368" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/04/blogsabine11.jpg"><img class="size-full wp-image-3368" title="blogsabine1" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/04/blogsabine11.jpg" alt="" width="460" height="307" /></a><p class="wp-caption-text">Die Zahl der Ansteckungen und Todesfälle blieb in den Camps, die von Organisationen mit Wasser, Latrinen und Hygieneworkshops bedient wurden, deutlich niedriger als in anderen Gebieten des Landes. (Foto: CARE/Wilke)</p></div>
<p><span id="more-3366"></span></p>
<p>Wie zum Beispiel die Ausgabe von Nahrungsmitteln, die ganze Gemeinden abhängig macht, wenn sie nicht abgelöst wird von Saatgutausgabe, dem Training von Anbaumethoden und schließlich der Förderung von Verkaufskooperativen. Nach dem Inhalt und Aufbau eines Projektes kommt dann die Herausforderung, es angemessen zu kommunizieren. Denn nach wie vor – und mit gutem Recht! – wollen institutionelle Geldgeber wie die EU oder nationale Regierungen, private Stiftungen und natürlich die unzähligen privaten Spender wissen, wie es vor Ort aussieht – und vorangeht.</p>
<p>Viele Dinge, die vor Ort getan werden, sind nicht auf den ersten Blick fototauglich, einiges lässt sich nicht in einer Bildunterschrift erklären, sondern braucht einen längeren Artikel. Ein Kinderheim oder eine Schule, das lässt sich leicht kommunizieren. Kinder lachen gerne in die Kamera, Schulen ähneln sich überall auf der Welt, Bildung ist Zukunft, das weiß jeder. Aber was ist mit den unappetitlicheren Themen? Wie spricht man etwa über Toiletten?</p>
<p><strong>In Zeiten der Cholera ist Hygiene lebenswichtig</strong></p>
<p>WASH, diese schöne Abkürzung steht für den Sektor „Water, Sanitation and Hygiene“. Das WASH-Team von CARE kümmert sich um die Wasserversorgung in Camps, baut Latrinen und informiert die Bevölkerung über Hygiene-Praktiken. Alles lebenswichtige Dinge, die gerade in Zeiten der Cholera einen großen Einfluss auf die Gesundheit der Menschen haben. Es ist ein Rennen gegen die Zeit und gegen eingefahrene Verhaltensweisen.</p>
<p>Viele Menschen hatten bereits vor dem Erdbeben keine Toilette, und in den engen Camps in und um Port-au-Prince sind die hygienischen Zustände sehr schlecht. Es fehlt an Raum, um ausreichend Toiletten zu bauen. Deshalb müssen die Campbewohner sich gut organisieren, um die Latrinen sauber zu halten. CARE rüstet dafür Männer und Frauen mit Reinigungsmitteln und Besen aus und zahlt ihnen ein Gehalt dafür, die sanitären Einrichtungen sauber zu halten.</p>
<p>Nach den ersten Fällen von Cholera im Erdbebengebiet waren alle Organisationen sehr beunruhigt. Aber das H in WASH, die Hygieneförderung, zeigte ihre Wirkung: Die Zahl der Ansteckungen und Todesfälle blieb in den Camps, die von Organisationen mit Wasser, Latrinen und Hygieneworkshops bedient wurden, deutlich niedriger als in anderen Gebieten des Landes. Ein Erfolg, der nicht ganz einfach in einem Foto darzustellen ist.</p>
<div id="attachment_3369" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/04/blogsabine2.jpg"><img class="size-full wp-image-3369" title="blogsabine2" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/04/blogsabine2.jpg" alt="" width="460" height="307" /></a><p class="wp-caption-text">Das WASH-Team von CARE kümmert sich um die Wasserversorgung in Camps, baut Latrinen und informiert die Bevölkerung über Hygiene-Praktiken. (Foto: CARE/Wilke)</p></div>
<p>Ein Kollege schickte mir neulich stolz ein Foto vom Bau einer Latrine für eine Schule. Er wollte es für einen Bericht an die Stiftung schicken, die das Projekt finanziert. Ein solches Bild wäre sicher nicht die erste Wahl für eine Webseite oder einen Jahresbericht. Aber für das CARE-Team vor Ort bedeutet der Bau dieser Latrine einen großen Erfolg: Technisch war es eine Herausforderung, das vom Erdbeben zerstörte Toilettengebäude wieder aufzurichten, dazu installierten die Ingenieure auch Handwasch-Stationen für die Kinder.</p>
<p>Allerdings waren die gerade in den Osterferien, und daher wirkte das Toilettenfoto allein kaum bemerkenswert. Vor allem für unsere westlichen Augen, die automatische Spülungen, Toilettenschüsseln aus Porzellan und eine Halterung für das Toilettenpapier gewohnt sind. Aber für die Schule ist diese Latrine (mit getrennten Kabinen für Mädchen und Jungen) ein wirklicher Segen. Und damit alles andere als unappetitlich.</p>
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		<title>Göttliche Eindrücke aus Haiti</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 08:58:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine Wilke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist Palmsonntag, und ich begleite eine Kollegin in die katholische Kirche, die rund 50 Meter vom CARE-Büro entfernt liegt. Alle haben sich schick gemacht und vor dem Eingang werden Palmenblätter verkauft. Ich bin nicht katholisch, aber da die Religion so einen großen Platz im Leben vieler Haitianer einnimmt, wollte ich mir den Gottesdienst gerne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3362" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/04/CARE_Hockstein_044_klein2.jpg"><img class="size-full wp-image-3362 " title="Nach dem Erdbeben 2010 verloren viele Menschen alles was sie je besaßen. Trotzdem scheint ihr Glaube ungebrochen. (Foto: CARE/Hockstein) " src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/04/CARE_Hockstein_044_klein2.jpg" alt="Nach dem Erdbeben 2010 verloren viele Menschen alles was sie je besaßen. Trotzdem scheint ihr Glaube ungebrochen. (Foto: CARE/Hockstein) " width="460" height="307" /></a><p class="wp-caption-text">Nach dem Erdbeben 2010 verloren viele Menschen alles was sie je besaßen. Trotzdem scheint ihr Glaube ungebrochen. (Foto: CARE/Hockstein) </p></div>
<p>Es ist Palmsonntag, und ich begleite eine Kollegin in die katholische Kirche, die rund 50 Meter vom CARE-Büro entfernt liegt. Alle haben sich schick gemacht und vor dem Eingang werden Palmenblätter verkauft. Ich bin nicht katholisch, aber da die Religion so einen großen Platz im Leben vieler Haitianer einnimmt, wollte ich mir den Gottesdienst gerne einmal anschauen. Und innen kommt mir dann alles sehr bekannt vor: Die weißen Gewänder der Messdiener, der Weihrauch, die Gesänge, all das findet man auch in einer deutschen Kirche. Ich beobachte einen älteren Mann vor mir in der Bank, der von seinem Sohn gestützt wird, als er zum Abendmahl gehen will. Wie viele Sonntage hat er wohl schon in dieser Kirche verbracht in seinem Leben? Und woher nimmt er die Kraft, die Schwierigkeiten und Ungerechtigkeiten, die in seinem Land seit so vielen Jahrzehnten herrschen, zu überstehen?</p>
<p><span id="more-3354"></span>CARE ist eine konfessionslose Hilfsorganisation. Wir arbeiten nicht nur unabhängig von politischer und ethnischer Zugehörigkeit, sondern auch ohne religiösen Hintergrund. CARE-Mitarbeiter sind Buddhisten, Atheisten, Muslime, Christen, Juden und was es sonst noch gibt – genauso wie die Menschen in den Ländern, in denen wir arbeiten. Diese Toleranz ist einer der Gründe, weshalb ich gerne für CARE arbeite. Natürlich ist der Glaube für Milliarden Menschen auf der Welt eine Quelle der Kraft, und eine konfessionelle Hilfsorganisation kann auch hervorragende Arbeit leisten. Aber mir gefällt das Prinzip von CARE, konfessionslos zu helfen und die Religion im Privaten zu praktizieren &#8211; oder eben auch nicht.</p>
<p>In Haiti sind viele Menschen gläubig, ein Großteil katholisch, aber es gibt auch immer mehr evangelikale Glaubensgemeinschaften. Viele Mitarbeiter von CARE tragen ein Kreuz als Kette und engagieren sich in ihren Gemeinden. Wer sich selbst als leidenschaftlicher Christ sieht, nimmt den Glauben natürlich auch mit ins Büro. Das führt dann teilweise zu kleineren Komplikationen. Neulich gab ein Kollege ein Interview mit einem – passenderweise – protestantischen Radiosender und beendete jeden seiner Sätze reflexartig mit dem Ausspruch „dank Gottes Hilfe“. Es hat uns einiges an Argumenten und Zeit gekostet, ihm zu erklären, dass das in seiner Funktion als CARE-Sprecher unpassend ist. Und dann gab es letztens einen Workshop gemeinsam mit einer christlichen Hilfsorganisation zum Thema Stillen. Wir sitzen gleich neben dem Konferenzraum und konnten morgens den Gesang und das gemeinsame Gebet hören. An sich nicht verwerflich, aber eine Kollegin brachte es auf den Punkt: Wer bei CARE betet, muss konsequenterweise auch eine Vodou-Zeremonie durchführen, ein muslimisches Gebet anbieten und alle übrigen anwesenden Glaubensrichtungen berücksichtigen.</p>
<div id="attachment_3357" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/04/Foto-Wilke_Straßenkunst_klein.jpg"><img class="size-full wp-image-3357 " title="Religion und Glaube ist überall in Haiti präsent: Egal ob Vodou, protestantisch oder katholisch. Der Vodou-Glaube bricht jedoch die meisten Religionsgrenzen und wird oft parallel praktiziert. (Foto: CARE/Wilke)" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/04/Foto-Wilke_Straßenkunst_klein.jpg" alt="Religion und Glaube ist überall in Haiti präsent: Egal ob Vodou, protestantisch oder katholisch. Der Vodou-Glaube bricht jedoch die meisten Religionsgrenzen und wird oft parallel praktiziert. (Foto: CARE/Wilke)" width="460" height="308" /></a><p class="wp-caption-text">Religion und Glaube sind überall in Haiti präsent: Manche sind Anhänger des  Vodou-Glaubens, andere Protestanten oder Katholiken. Oft werden Vodou-Elelemte in die christlichen Religionen mit aufgenommen. (Foto: CARE/Wilke)</p></div>
<p>A propos Vodou: Der wird hier verteufelt als Hexerei, verehrt als Magie, belächelt als Folklore oder einfach integriert in den Alltag. Als Ausländer ist es schwierig, durch die verschiedenen Ebenen und Bedeutungen durchzublicken. Einige Christen lehnen Vodou als unmoralisch ab, andere wiederum übernehmen einige Rituale. Nach meinem Besuch bei den Katholiken will ich jetzt zur Vollständigkeit noch eine Vodou-Zeremonie ansehen. Eine Kollegin rät mir, mich beim ethnologischen Institut der Universität kundig zu machen. Vielleicht kann ich bald im Blog von einer Begegnung mit den im Vodou-Glauben verwurzelten Zombies berichten… so die Götter es denn erlauben.</p>
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		<title>24 Stunden Haiti</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Mar 2011 11:03:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine Wilke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Ich kann mir gar nicht so richtig vorstellen, wie Du da eigentlich lebst und was Du genau machst.“ Diesen Satz höre ich oft, seitdem ich vor gut vier Monaten von Deutschland nach Haiti umgesiedelt bin. Es ist schwierig, die Frage in einem Satz zu beantworten, denn dieses Land entzieht sich einfachen Erklärungen. Und auch die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Ich kann mir gar nicht so richtig vorstellen, wie Du da eigentlich lebst und was Du genau machst.“ Diesen Satz höre ich oft, seitdem ich vor gut vier Monaten von Deutschland nach Haiti umgesiedelt bin. Es ist schwierig, die Frage in einem Satz zu beantworten, denn dieses Land entzieht sich einfachen Erklärungen. Und auch die Arbeit von CARE ist komplex, denn die immense Zerstörung durch das Erdbeben, die Cholera-Epidemie und die politische Lage stellen uns täglich vor neue Herausforderungen. Deshalb ist es vielleicht einfacher, einen normalen Tag in meinem Leben hier zu schildern. 24 Stunden Haiti, 24 Stunden Alltag bei CARE.</p>
<div id="attachment_3314" class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/03/blog-sabine-2.jpg"><img class="size-full wp-image-3314" title="blog sabine 2" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2011/03/blog-sabine-2.jpg" alt="" width="460" height="308" /></a><p class="wp-caption-text">Aus Sicherheitsgründen werden die CARE-Mitarbeiter morgens von einem Fahrer vom Gästehaus ins Büro gebracht und abends wieder abgeholt. (Foto: CARE/Wilke)</p></div>
<p><span id="more-3313"></span></p>
<p><strong>05.50 Uhr, im Gästehaus.</strong> Die kühle Morgenluft ist eine willkommene Erfrischung, denn auch heute werden es wieder 30 Grad in der Karibik. Die Sonne knallt auf Haiti hinab und in einigen Wochen beginnt die Regenzeit. Ich stehe um kurz vor sechs auf, um viertel vor sieben geht es Richtung Büro. Wir leben zu sechst in einem Haus. Die Nachbarschaft ist ruhig und eigentlich wäre es ein schönes, großzügiges Familienheim. Aber die mangelnde Instandhaltung ist in vielen Ecken zu sehen und wir CARE-Leute sind zu selten da, um es zu einem richtigen Zuhause zu machen. Jeder hat ein Zimmer mit Matratze und Tisch oder Schrank, wir teilen uns die Badezimmer. Manchmal ist es anstrengend, ständig von Kollegen umgeben zu sein, weil wir ja doch meistens über die Arbeit sprechen. Andererseits ist es ein buntes Team aus aller Welt: Ich lebe als Huhn im Korb zusammen mit Kollegen aus Kenia, Kongo, Simbabwe und der Elfenbeinküste. Wie fast alle männlichen Mitbewohner auf der ganzen Welt nehmen es auch diese fünf mit dem Spülen und Kühlschrank sauber halten nicht besonders genau… Und wie fast alle weiblichen WG-Mitglieder auf der ganzen Welt seufze und fluche ich abwechselnd darüber und werde nicht wirklich ernst genommen.</p>
<p><strong>07.00 Uhr, im Stadtverkehr.</strong> Die Straßen sind voll, deshalb nehmen wir Abkürzungen. Im hinteren Teil des Geländewagens werde ich ganz schön durchgeschüttelt und werde unfreiwillig hellwach. Wir hören Radio France International, um Neuigkeiten aus der Welt zu erfahren. Aus Sicherheitsgründen dürfen wir nicht zu Fuß gehen oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen, deshalb hat unser Gästehaus ein Auto und einen Fahrer, der uns morgens ins Büro und abends zurück bringt. Wir wohnen in „GH2“, das steht für Guesthouse 2. Insgesamt hat CARE fünf solcher Häuser für die 30 ausländischen Mitarbeiter. Vor der Abfahrt meldet sich unser Fahrer Olsen über das Funksystem im Büro: <em>„Charlie Papa Base, GH2 en mouvement vers Oscar avec 6 passagers à bord.“</em> Das sind die typischen Codes, die genutzt werden, damit die Funkzentrale weiß, wer wann wo unterwegs ist. <em>Charlie Papa Base</em> ist der <em>Radio Room</em>, also die Zentrale, und <em>Oscar</em> bedeutet Office, Büro. Ich kann den Spruch nach vier Monaten inzwischen auswendig mitsummen. Amüsante Funkgespräche entstehen, wenn der Fahrer nuschelt oder es sonst wie zu Missverständnissen kommt. Einmal habe ich Olsen auch gebeten, der Funkzentrale von der Schokolade zu berichten, die ich an Heiligabend an der Pforte des Büros für alle abgegeben habe, die an dem Tag arbeiten mussten. Für Schokolade hatten wir keinen Code, aber die Männer im <em>Radio Room</em> haben sie wohl trotzdem aufgefunden.</p>
<p><strong>07.30 Uhr, CARE-Büro oder raus ins Feld. </strong>Die ersten CARE-Autos sind schon mit den Teams unterwegs in die Projektgebiete nach Léogâne und Carrefour. Ein bis zweimal pro Woche begleite ich sie bei ihrer Arbeit, wenn es eine interessante Aktivität oder ein neues Projekt gibt. Dann mache ich Fotos, spreche mit den Menschen und suche Geschichten, die erzählenswert sind – für unsere Spender, für Journalisten, für all diejenigen in der Welt, die seit dem 12. Januar 2010 auf Haiti blicken und es hoffentlich auch weiterhin tun. An den übrigen Tagen bleibe ich im Büro in Port-au-Prince, das sich nicht wesentlich von anderen Büros auf der Welt unterscheidet. Schreibtische, Computer, Telefone und mittendrin das übliche Gewusel, Besprechungen, Emails und Excel-Tabellen.</p>
<p>In Port-au-Prince arbeiten rund 80 Mitarbeiter, landesweit beschäftigt CARE über 500 Männer und Frauen. Die meiste Arbeit findet in den Projektgebieten statt, in der Hauptstadt kümmert man sich um die Koordination, die Verwaltung und die Finanzen. Inzwischen kenne ich viele Kollegen mit Namen und ich genieße die Begrüßungsrituale am Morgen. „Bonjour chérie“ heißt es hier meistens, das Wort „Schatz“ verwenden die Haitianer oft und nicht nur für ihre Liebsten. Meine Kollegen kleiden sich sehr schick fürs Büro und ich bin froh, auch ein paar Blusen und Röcke mitgebracht zu haben. Ich erinnere mich, dass selbst kurz nach dem Erdbeben, letztes Jahr im Februar, die meisten haitianischen CARE-Mitarbeiter mit gebügelten Hemden zur Arbeit kamen. Ausländische Helfer in praktischer Outdoor-Kleidung und alten T-Shirts wurden manchmal schief angeschaut. Woher das kommt? Ich habe schon öfter beobachtet, dass in Ländern, in denen viel Elend und ein krasser Gegensatz zwischen Arm und Reich herrscht, das äußere Erscheinungsbild sehr wichtig ist. Wer sich erhobenen Hauptes in der Öffentlichkeit zeigen kann, hat vielleicht auch mehr Selbstbewusstsein, mit den täglichen Problemen fertig zu werden. <em>„Sich gehen lassen“</em> ist keine Alternative in Haiti.</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 470px"><img title="&quot;Häufig fahre ich raus ins Feld, mache Fotos und spreche mit den Menschen. Manchmal kehrt aber auch normaler Büroalltag für mich ein.&quot; (Foto: CARE/Wilke)" src="../wp-content/uploads/2011/03/sabine-blog-im-b%C3%BCro-4.jpg" alt="&quot;Häufig fahre ich raus ins Feld, mache Fotos und spreche mit den Menschen. Manchmal kehrt aber auch normaler Büroalltag für mich ein.&quot; (Foto: CARE/Wilke)" width="460" height="308" /><p class="wp-caption-text">&quot;Häufig fahre ich raus ins Feld, mache Fotos und spreche mit den Menschen. Manchmal kehrt aber auch normaler Büroalltag für mich ein.&quot; (Foto: CARE/Wilke)</p></div>
<p><strong>11.30 Uhr, Schreibtischarbeit. </strong>Wir arbeiten daran, die CARE Haiti-Website wiederzubeleben und entwerfen Flyer für unsere unterschiedlichen Projekte. Mildrède, meine Kollegin in unserem zweiköpfigen Medienteam, ist heute mit einer Fotografin im Norden des Landes unterwegs, um unsere Cholera-Projekte zu dokumentieren. Übermorgen übernehme ich dann den Besuch und fliege mit der Fotografin in den Süden, wo CARE auch im Kampf gegen Cholera aktiv ist. Heute ist aber Büroalltag für mich. Zwischendurch schickt mir eine Kollegin ihr Herzensprojekt: Ein Buch mit über 50 selbstgeschriebenen Gedichten, über das Leben, die Liebe und über Haiti. Überall bei CARE schlummern versteckte Talente und Geschichten und manchmal schaffen wir es, einige davon zu erzählen. Zum Beispiel in unserem internen Newsletter, in dem neulich ein Wächter am Eingangstor davon erzählte, dass er ein Liebhaber von Fruchtsäften sei und sich immer neue Kombinationen einfallen ließe. Banal, angesichts der schwierigen Lebensumstände im Land? Vielleicht. Aber auch ein wunderbares Zeichen für die Widerstandsfähigkeit der Bewohner Haitis.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>13.00 Uhr, Mittagspause.</strong> Mein Kollege Sam, der für drei Monate von CARE Ruanda gekommen ist, erinnert mich ans gemeinsame Mittagessen. Seitdem er hier ist, versammelt sich immer eine kleine Gruppe um den Tisch im Hof, da sitzen wir dann für zwanzig Minuten, essen und unterhalten uns. Früher haben wir oft einzeln vor unseren Computern gegessen und kaum Zeit zum Abschalten genommen. Teammitglieder wie Sam sind Gold wert, denn sie sorgen für eine positive Atmosphäre im Büro und die wird hier dringend gebraucht.</p>
<p>Dann beginnt der Nachmittag. Und damit dieser Blogeintrag nicht in einen Roman ausartet, bewahre ich mir den <a href="http://blog.care.de/24-stunden-haiti-%E2%80%93-teil-2/">zweiten Teil von „24 Stunden Haiti“</a> für nächste Woche auf. Ob sich die Leser des CARE-Blogs den Alltag in Haiti wohl anders vorgestellt haben? Und wenn ja, wie?</p>
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