English Version

Beitrag getaggt unter ‘Flüchtlinge’

Achtung, Kamera!

Freitag, 19. August 2011

Ich stehe vor dem Bohrloch und warte auf das Klick-Geräusch der Kamera, aber nichts tut sich. Der CARE-Ingenieur hat mir gerade ausführlich erklärt, wie das Grundwasser hochgepumpt wird und dann zu den Wasserstationen kommt. Aber das ist einer dieser Tage, an denen der Wurm drin ist: Ich bin mit einem Fotografen für eine Zeitung im Camp Dagahaley unterwegs, einem der drei Flüchtlingslager im kenianischen Dadaab. Heute schauen wir uns verschiedene Orte in Dagahaley an, um ein Portrait davon zu machen, wie ein so ein Flüchtlingslager funktioniert. Aber am Wassertank holt mich der lange Vortag ein, an dem ich von morgens bis abends herumgerannt bin: jetzt ist der Akku der Kamera leer, und ich habe meinen Notizblock und Stift auf dem Schreibtisch liegen lassen. Alles kein Drama. Der Fotograf leiht mir einen Kuli und ich kritzele von da an auf der Rückseite meiner Aufenthaltsgenehmigung für das Flüchtlingslager, die ich in der Kameratasche finde. Und nach einiger Zeit bin ich über den leeren Akku sogar fast froh.

Das Flüchtlingslager Dadaab von oben. Mittlerweile leben hier mehr als 400.000 Menschen. (Foto: CARE/Underdown)

weiterlesen »

Kein Kommentar »

Sorgen hier, Katastrophen dort

Donnerstag, 21. Juli 2011
Vor über einem Jahr wurde Pakistan von einer massiven Flut getroffen und viele Menschen verloren ihr Zuhause. (Foto: CARE/Tabinda Sindh)

Vor über einem Jahr wurde Pakistan von einer massiven Flut getroffen und viele Menschen verloren ihr Zuhause. (Foto: CARE/Tabinda Sindh)

„Jeder Tag Regen bringt Qualitätsverluste“, lese ich in einer Zeitung aus Deutschland. Ein Landwirt äußert sich besorgt über viel zu viel Regen im Rheinland. Er sagt: „Wir warten auf die große Hitze. Aber die ist nicht in Sicht.“ weiterlesen »

Kein Kommentar »

Dadaad – die Stadt der Flüchtlinge

Dienstag, 19. Juli 2011

Dadaab: Wie eine große Stadt wirken die drei Flüchtlingslager von oben. Mittlerweile leben über 380.000 Menschen in dem nordkenianischen Lager. (Foto: CARE/Underdown)

Gestern kam ich in Dadaab an. Das kleine Flugzeug erreichte in einem langen Bogen die Landepiste, dabei konnte ich von oben die drei Flüchtlingslager sehen. Das Bild ist mir bekannt, in den letzten Jahren war ich immer wieder in dem größten Flüchtlingslager der Erde. Beim Blick aus dem kleinen Fenster des Flugzeugs fällt mir aber auf, dass sich etwas geändert hat. An den Rändern des Lagers stehen hunderte kleiner Behausungen, ein paar Äste im Kreis aufgestellt und eine Plastikplane drüber, darin leben die Neuankömmlinge. Mehr als Tausend Menschen kommen seit Wochen jeden Tag in Dadaab an. Schon seit 20 Jahren suchen die Menschen Schutz in den Lagern von Dadaab. Die meisten kommen aus Somalia, dem Staat am Horn von Afrika, in dem es keine Regierung mehr gibt und Clans, religiöse Gruppen und wer weiß noch brutal um die Macht im Land kämpfen.

Das Lager ist völlig überlaufen
Die drei Lager waren ursprünglich mal für 90.000 Menschen geplant, im Januar 2011 waren es noch gut 300.000, und meine Kollegen von CARE hatten damals schon Mühe, gemeinsam mit anderen Organisationen alle zu versorgen. Jetzt ist die Situation allerdings dramatisch: Jeden Tag kommen 1500 Menschen in Dadaab an, viele sind von den Strapazen der Flucht völlig entkräftet, sie brauchen sofort Wasser, etwas zu essen, einen Platz zum schlafen und medizinische Vorsorgung. Mittlerweile sind mehr als 380.000 Flüchtlinge in Dadaab – zum Vergleich: Bonn hat gerade mal 325.000 Einwohner. Dadaab ist eine Stadt in der Wüste, in der die Bewohner fast vollständig auf die Hilfe von außen angewiesen sind.

Meine Kollegen in den CARE Büros arbeiten fast rund um die Uhr
Stanley, der Wasserbauexperte ist permanent beschäftigt, dafür zu sorgen, dass die ankommenden Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt werden. Im Moment wird mit Tankwagen das Wasser herbei geschafft. Stanley möchte allerdings so schnell wie möglich zwei neue Brunnen bohren. „Wenn wir die Brunnen haben, können wir Leitungen legen und Wasserhähne installieren, damit die Leute endlich alle genug Wasser haben“, erklärt er mir schnell. Denn schon wieder klingelt sein Telefon, ein Tankwagen hat eine Panne und muss schnellstens repariert werden. Ich sehe noch wie Stanley sich auf den Weg macht, um dafür zu sorgen, dass der Tankwagen schnell wieder Wasser zu den Menschen bringen kann.

Kein Kommentar »

Und die Kinder spielten

Sonntag, 17. Juli 2011

Alexandra Lopoukhine, CARE-Mitarbeiterin in Dadaab.

Neu ankommende Flüchtlinge aus Somalia warten darauf, in das Lager Dadaab aufgenommen zu werden. Frauen und Kinder werden zuerst eingelassen. (Foto: CARE/Kate Holt)

Neu ankommende Flüchtlinge aus Somalia warten darauf, in das Lager Dadaab aufgenommen zu werden. Frauen und Kinder werden zuerst eingelassen. (Foto: CARE/Kate Holt)

Ich bin heute früh aufgestanden und begleitete amerikanische und deutsche Journalisten zu einem Zelt, wo Flüchtlinge in Empfang genommen werden. Es war noch nicht geöffnet, aber davor hatten sich bereits ordentliche Reihen gebildet. weiterlesen »

1 Kommentar »

Eindrücke aus Dadaab

Dienstag, 12. Juli 2011

von Alexandra Lopoukhine

Vor dem Auffanglager warten unzählige Menschen. Das Zelt des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen (UNHCR), in dem die Flüchtlinge warten, um sich anzumelden, ist zu allen Seiten offen. Ein Dach schützt vor der brennenden Mittagssonne. Es ist groß, aber immer noch nicht groß genug für alle wartenden Menschen. Die Wartenden sind still und erschöpft. Viele von ihnen scheinen in einem schockähnlichen Zustand zu sein. Sie werden in kleinen Gruppen in das Aufnahmezelt geholt, um die Schlange der Wartenden in Bewegung zu halten.

Etwa 1.500 neue Flüchtlinge treffen täglich in Dadaab ein. Dagehaley ist eines von drei Flüchtlingscamps. (Foto: CARE/Holt)

weiterlesen »

Kein Kommentar »

“Danke” ist nicht gleich “Danke”

Montag, 11. Juli 2011

von Alexandra Lopoukhine

10. Juli 2011. Heute Morgen diskutierten die CARE-Mitarbeiter über Pläne und Ideen, die Wasserversorgung in den Gegenden, in denen die neuen Flüchtlinge ankommen, auszubauen. Ein Wasser-Experte von CARE International ist bereits seit einigen Tagen in Dadaab, um einzuschätzen, was am dringendsten benötigt wird: Vor allem mehr der 10.000 Gallone-Tanks, mehr Bohrungen und Bohrlöcher.

Jeden Tag kommen in Dadaab neue Flüchtlinge an. Es ist schwierig, mit der Hilfe nachzukommen. (Foto: CARE/Holt)

weiterlesen »

4 Kommentare »

Zwei Wochen Fußmarsch

Montag, 11. Juli 2011

von Alexandra Lopoukhine

7. Juli 2011. Am Rande des Ifo Camps wurden runde Häuser aus Stöcken, zerissenem Stoff und Plastikstücken erricht. Sie sind das Zuhause der vielen neu ankommenden Flüchtlinge. Heute habe ich mich mit ein paar Menschen unterhalten, die letzte Woche gerade erst eingetroffen sind.

Viele Familien mussten zwei Wochen Fußmarsch hinter sich legen, um das Camp zu erreichen. (Foto: CARE/Holt)

weiterlesen »

2 Kommentare »