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	<title>blog.care.de &#187; Fussball</title>
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	<description>Blog des Teams von CARE Deutschland-Luxemburg e.V.</description>
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		<title>Slash rockt den Bolzplatz -</title>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 12:55:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Bulling</dc:creator>
				<category><![CDATA[Projekte Afrika]]></category>
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		<description><![CDATA[Heute ist Samstag und ein großes Turnier steht an in Soshanguve. Die Jungs aus Portias Team treten gegen eine andere Mannschaft aus dem Kick it Projekt an. Percy in Aktion beim Turnier in Soshanguve (Foto: CARE/Bulling) Auch Percy ist dabei. Doch heute heißt er nicht Percy. Auf dem Spielfeld legt er den Namen Slash an. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ist Samstag und ein großes Turnier steht an in Soshanguve. Die Jungs aus Portias Team treten gegen eine andere Mannschaft aus dem Kick it Projekt an.</p>
<p><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/05/Percy-Mduduzi-Kama-at-the-tournament2.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2086" title="Percy in Aktion beim Turnier in Soshanguve (Foto: CARE/Sandra Bulling)" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/05/Percy-Mduduzi-Kama-at-the-tournament2.jpg" alt="" width="460" height="298" /></a></p>
<p><em>Percy in Aktion beim Turnier in Soshanguve (Foto: CARE/Bulling)</em></p>
<p>Auch Percy ist dabei. Doch heute heißt er nicht Percy. Auf dem Spielfeld legt er den Namen Slash an.<span id="more-2085"></span> Der kleine schüchterne Junge, dessen Haus ich gestern besuchte und der uns scheu und doch stolz seinen kleinen Raum zeigte, ist wie ausgewechselt auf dem Spielfeld. Hier prescht er voran, schiebt sich selbstbewusst nach vorne – und achtet kein bisschen auf uns, die das Turnier beobachten und filmen. Slash ist ein echter Medienprofi. Er schaut kurz in die Kamera, nickt uns zu, und kickt sich nach vorne zum Tor. Der Platz ist von Löchern übersät, Gras wächst an allen Seiten. Ich erkenne kaum, wo das Spielfeld aufhört. Vor dem Spiel mussten Slash und seine Jungs auf dem Bolzplatz erst Müll und Scherben wegräumen. Doch das macht alles nichts aus, in den nächsten 40 Minuten geht es nur ums Spiel. In der ersten Halbzeit kickt Slash noch mit geliehenen Schuhen. Doch das ist ihm schnell zu heiß und unbequem – er spielt lieber barfuss. Schnell fällt das erste Tor. Jubel bricht aus, die Mädchen am Rande rufen: „Slash, Slash!“. Das Röhren einer Vuvuzela ist zu hören. Slash war der Torjäger. Es dauert nicht lange, da hat er schon den zweiten Treffer. Slash aka Percy ist der Star des Turniers. Am Ende siegt sein Team 3:0. Slash genießt seinen Ruhm, es wird wohl noch ein wenig dauern, bis er sich wieder zurückverwandelt in Percy.</p>
<p><strong>Netball für die Mädchen</strong></p>
<p>Ein paar der Mädchen wärmen sich inzwischen auf und kicken mit einem Ball. Sie sind zu wenige, um als Team am Turnier teilzunehmen. Fußball ist hier vorwiegend ein Sport für die  Jungs. Die Mädchen trainieren lieber <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Netball" target="_blank">Netball</a>, eine Mischung aus Handball und Basketball.</p>
<p><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/05/Girls-playing-netball.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2087" title="Hoch hinaus mit dem Ball und dann in den Korb: Netball in Soshanguve (Foto: CARE/Sandra Bulling)" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/05/Girls-playing-netball.jpg" alt="" width="386" height="594" /></a></p>
<p><em>Hoch hinaus mit dem Ball und dann in den Korb: Netball in Soshanguve (Foto: CARE/Bulling)</em></p>
<p>Ich unterhalte mich  mit der 20-jährigen Stella. Sie trainiert jeden Tag. Stark möchte sie dadurch werden, um sich gegenüber den Jungs zu wehren. In ihrem Alter gleicht der Gang durch Soshanguve einem Spießrutenlauf, wenn am Straßenrand die Jungs rumhängen und den Mädchen nachsehen. Stella hat oft Angst, doch der Sport stärkt ihr Selbstbewusstsein. Für Caroline, eine der Netball-Trainerinnen, ist das Training eine Art Verhütung: „Ich möchte, dass meine Mädchen im Team möglichst spät damit anfangen, Sex zu haben. Teenager-Schwangerschaften sind hier in Soshanguve leider an der Tagesordnung. Durch das Training bleiben sie beschäftigt und ich kann sie von den Jungs fernhalten.“ In Carolines Team spielen Mädchen im Alter von sechs bis siebzehn. Doch es fehlt an guten Plätzen, mit Körben und einem Boden ohne Löcher. So wie es für Slash und sein Team nur einen verwachsenen Bolzplatz gibt, der vor jedem Spiel gesäubert werden muss.</p>
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		<title>Polizeiruf Soshanguve -</title>
		<link>http://blog.care.de/polizeiruf-soshanguve/</link>
		<comments>http://blog.care.de/polizeiruf-soshanguve/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 07 May 2010 13:52:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Bulling</dc:creator>
				<category><![CDATA[Projekte Afrika]]></category>
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		<description><![CDATA[Heute Abend fahre ich mit Rhulani Ngobeni auf Streife. Rhulani ist Verkehrspolizist bei der Metro Police und einer der Gründer des Kick it-Sportprojekts, das CARE unterstützt. Die zwei Leben des Rhulani: Verkehrspolizist und Fussballtrainer (Foto: CARE/Bulling) Während ich bei ihm zu Hause darauf warte, dass er seine Uniform anlegt, unterhalte ich mich mit seiner hochschwangeren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute Abend fahre ich mit Rhulani Ngobeni auf Streife. Rhulani ist Verkehrspolizist bei der Metro Police und einer der Gründer des Kick it-Sportprojekts, das CARE unterstützt.</p>
<p><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/05/Rhulani_2-small.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2077" title="Die zwei Leben des Rhulani: Verkehrspolizist und Fussballtrainer (Foto: CARE/Bulling)" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/05/Rhulani_2-small.jpg" alt="" width="461" height="307" /></a></p>
<p><em>Die zwei Leben des Rhulani: Verkehrspolizist und Fussballtrainer (Foto: CARE/Bulling)</em></p>
<p>Während ich bei ihm zu Hause darauf warte, dass er seine Uniform anlegt, unterhalte ich mich mit seiner hochschwangeren Freundin. Sie ist 23 Jahre und erwartet im Juni ihr erstes Kind. <span id="more-2075"></span>Sie ist stolz auf ihren Freund, der jede Nacht für Recht und Ordnung in Soshanguve sorgt. Doch es ist ein gefährlicher Job. Nachts steigt die Kriminalität, beeinflusst durch Alkohol und Drogen. Wir fahren los. Drei massive Polizeiwagen stellen sich an die Kreuzung und halten die ersten Fahrzeuge an. Ich stehe etwas unsicher am Straßenrand. Auf einmal spricht mich eine junge Frau an, sie wartet neben mir auf einen Bus. „Du sieht ängstlich aus“, ruft sie mir zu. Offensichtlich steht mir mein Unbehangen ins Gesicht geschrieben.</p>
<p><strong>Florence hat eine Bitte</strong></p>
<p>Wir kommen ins Gespräch. Florence heißt meine nächtliche Straßenbekanntschaft, sie kommt gerade von der Arbeit. „Hab keine Angst, es ist hier alles halb so wild wie immer berichtet wird“, sagt sie. „Bitte habt nicht immer so viele Vorurteile. Nicht jeder hier ist ein Verbrecher.“ Ich versuche angestrengt, meine Gesichtszüge zu entspannen. Das Gespräch ist mir peinlich, denn ich habe genau das, was Florence so stört: Vorurteile. Sicher, man sollte nicht nachts alleine durch Soshanguve laufen – aber hinter jedem Vorbeilaufenden einen Gewalttätigen zu vermuten ist auch nicht der richtige Weg. Florence findet es klasse, dass ich mittlerweile schon den dritten Tag in ihrem Township verbringe. Wir reden darüber, wie vibrierend die Stimmung hier ist, wie freundlich und offen die Menschen. „Bitte gehe nach Hause und erzähle den Deutschen, dass hier nicht nur böse Menschen leben. Damit möglichst viele Touristen während der Weltmeisterschaft hierher kommen.“ Mit diesen Worten verabschiedet sie sich und steigt in ihren Bus.</p>
<p><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/05/Polizei-CARE_small.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2080" title="Der CARE-Besuch (links Sandra Bulling, rechts Michael Keller) unterwegs mit der Verkehrspolizei (Foto: CARE)" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/05/Polizei-CARE_small.jpg" alt="" width="460" height="319" /></a></p>
<p><em>Der CARE-Besuch (links Sandra Bulling, rechts Michael Keller) unterwegs mit der Verkehrspolizei (Foto: CARE)</em></p>
<p><strong>Stolz und Vorurteil</strong></p>
<p>In meiner dreistündigen Tour mit der Polizei treffe ich noch mehr Menschen wie Florence. Viele grüßen mich, andere bleiben ein paar Minuten stehen, um sich mit mir zu unterhalten, manche schauen ein wenig skeptisch ob der Ausländerin, die da mit der Polizei rumsteht. Das ist zwar nur ein kleiner Ausschnitt aus einer Nacht in Soshanguve. Und sicher ist die Gefahr auch da. Ein Polizeikollege von Rhulani erzählt mir beispielsweise, dass regelmäßig am Ende des Montags, wenn das Monatseinkommen der Bewohner knapp wird, die Überfälle und Gewaltverbrechen in die Höhe schnellen. Kommt dann am 1. eines jeden Monats das Gehalt, dann steigt vor allem die Gewalt gegen Frauen, da die Männer das Geld erstmal in der Kneipe ausgeben. Dies alles sind Tatsachen, die man nicht beschönigen braucht. Aber gleichzeitig gibt es auch Gastfreundschaft und ein ehrliches Interesse der Bewohner an Besuchern. Und die meisten haben das Verlangen, den Ruf ihres Townships zu verbessern.<br />
<strong><br />
Freitag ist Bafana Bafana-Tag</strong></p>
<p>Am nächsten Morgen legt Rhulani seine Uniform ab. Jetzt wartet seine zweite Aufgabe: Das Kick it-Projekt. Wir treffen den 13-jährigen Kabalo, der ohne Eltern aufwächst. Seine Mutter ist erst dieses Jahr an AIDS gestorben. Wir stehen vor seiner Wellblechhütte und wollen ihn zum Training abholen. Sein ganzer Stolz ist ein gelbes T-Shirt der <a href="http://de.fifa.com/worldcup/destination/footballsouthafrica/nationalteam.html" target="_blank">südafrikanischen Fussballnationalmannschaft Bafana Bafana</a>. Doch zum Training ist es ihm zu schade, er zieht es nur freitags in der Schule an – denn da ist Bafana Bafana-Tag. Ganz Südafrika trägt an diesem Tag ein T-Shirt oder Trikot der Mannschaft, alle Beamten sind sogar dazu verpflichtet. Wir fahren mit Kabalo auf das Fußballfeld, wo er sich mit Rhulani und den anderen Jungs aus seinem Team aufwärmt und eine Runde kickt. Sie rennen über die rote Staubpiste, die Tore von je zwei großen Steinen begrenzt. Wo das Feld aufhört kann man nur erahnen, links uns rechts wächst der Platz mit wildem Gras zu. Doch das stört alles nicht. Jetzt geht es nur noch um eines: das Spiel, der Ball, das Team. Rhulani kickt fleißig mit. Nach einer Dreiviertelstunde muss er los. Sein Polizeidienst ruft, die nächste Nacht zieht heran in Soshanguve.</p>
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		<title>Percy, der Kick it-Star</title>
		<link>http://blog.care.de/percy-der-kick-it-star/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 10:02:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Bulling</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tag 2 in Südafrika. Ich wache auf, als der Regen aufhört. Zwar ist es noch immer bewölkt und grau in Pretoria, aber wenn es trocken bleibt, dann finden heute nachmittags die Trainings statt. Das Training in Soshanguve ist draußen und kann deshalb nur bei gutem Wetter stattfinden (Foto: CARE/Bräutigam) So hoffe ich. Und ja, während [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tag 2 in Südafrika. Ich wache auf, als der Regen aufhört. Zwar ist es noch immer bewölkt und grau in Pretoria, aber wenn es trocken bleibt, dann finden heute nachmittags die Trainings statt.</p>
<p><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/05/Soshanguve-Kick-AIDS_Braeutigam.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2071" title="Das Training in Soshanguve ist draußen und kann deshalb nur bei gutem Wetter stattfinden (Foto: CARE/Bräutigam)" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/05/Soshanguve-Kick-AIDS_Braeutigam.jpg" alt="" width="460" height="345" /></a></p>
<p><em>Das Training in Soshanguve ist draußen und kann deshalb nur bei gutem Wetter stattfinden (Foto: CARE/Bräutigam)</em></p>
<p>So hoffe ich. Und ja, während wir die 70 Kilometer bis Soshanguve fahren, erscheint sogar die Sonne. Kurz vor der Abfahrt sehe ich bereits rechts die kleinen Häuser des Townships. <span id="more-2069"></span>Manche sind eigenhändig aus Wellblech zusammen gehämmert, manche gar aus Backstein mit hohen Zäunen davor. Auch hier spiegeln sich die Unterschiede in den Einwohnern wider, so wie in jeder Stadt: Es gibt Wohlhabe und Arme, Arbeitslose und Angestellte. Dennoch ist Soshanguve nicht zu vergleichen mit Pretoria oder Johannesburg. Hier gibt es keine Bürotürme, keine Flaniermeilen, keine Industrie und kaum Geschäfte. Es gibt auch keine Straßennamen; die Menschen wohnen in Blocks, die durchnummeriert sind. Sie wohnen in einstöckigen Häusern, von denen die meisten eher die Größe eines Bungalows haben. Wer etwas Geld hat, baut sich das Haus selbst. Wer nicht, bekommt eines vom Staat, aber nur wenn er zwei Kinder hat und arbeitslos ist. Und das sind hier viele. Die<a href="http://www.statssa.gov.za/keyindicators/keyindicators.asp" target="_blank"> Arbeitslosenquote liegt in Südafrika derzeit bei 25 Prozent</a>, in den Townships ist sie sogar noch höher. Die Auswirkungen sind das, was Südafrikas Schattenseite ausmacht: Gewalt, Kriminalität, Drogenkonsum, AIDS.</p>
<p>Mehr als 2,2 Millionen Menschen leben in Soshanguve. Von einem Hügel blicke ich über das Township: ein Meer von Bungalows, gesprenkelt mit Flecken roter Erde und kleinen Gärten. Dazwischen tollen die Kinder. Die Jugendlichen hängen am Straßenrand ab. Es muss frustrierend für sie sein, erst bis zum 15. Lebensjahr zur Schule zu gehen, Träume zu haben – und dann arbeitslos zu sein, ohne eine Perspektive auf einen Job. Zwar gibt es auch eine Universität in Soshanguve, aber die können sich nur die Reicheren leisten. Wir fahren zu einem Bolzplatz. Dort wärmen sich bereits die ersten Kinder beim Training auf.</p>
<p><strong>Mit 13 hat man noch Träume</strong></p>
<p>Dabei ist auch der 13-jährige Percy. Er lebt mit seinem Bruder bei einer Tante, seine Mutter ist an AIDS gestorben. Der Vater hat die Familie verlassen, er trinkt jetzt nur noch, da er keinen Job hat. Percy geht zur Schule – doch am allerliebsten spielt er Fußball.</p>
<p><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/05/Percy-Mduduzi-Kama_small.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2070" title="Percy auf dem Bolzplatz (Foto: CARE/Bulling)" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/05/Percy-Mduduzi-Kama_small.jpg" alt="" width="460" height="307" /></a></p>
<p><em>Percy auf dem Bolzplatz (Foto: CARE/Bulling)</em></p>
<p>Bevor es mit dem Training losgeht, ruft Trainerin Portia die Jungs zusammen. Sie will mit ihnen über AIDS sprechen. Dazu spielt sie eines der Kick it-Spiele. Percy und die anderen müssen sich in einer Reihe aufstellen, ihnen gegenüber steht eine weitere Reihe Jungs. Percys Reihe dreht sich um und schreit mehrmals: „AIDS ist ein Killer“. In der Zwischenzeit gibt Portia einem der Jungen, der in der anderen Reihe steht, einen Ball, den er hinter seinem Rücken hält. Dann dreht sich Percys Reihe um – und muss nun raten, wer den Ball hält. Percy tippt auf den falschen Jungen. Bei der anschließenden Diskussion meldet er sich eifrig und sagt: „Wenn ich einen dicken und einen dünnen Mann sehe, dann denke ich automatisch, dass der dünnere AIDS hat. Doch das stimmt nicht. Wir urteilen immer nur nach dem, was wir sehen.“ Weise Worte für einen 13-jährigen.</p>
<p>Die Kick-It-Spiele machen Percy viel Spaß. „Wenn ich älter bin, möchte ich keine schlimmen Dinge tun, wie Drogen nehmen oder Alkohol trinken“, sagt er. Fußballspieler will er werden, und zwar ein Profi. Das ist sein Traum, der ihn durch das Leben in Soshanguve führt. Ich hoffe, dass er sich erfüllt.</p>
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		<title>Südafrika: Fußball, Pfützen und die Sicherheit -</title>
		<link>http://blog.care.de/sudafrika-fusball-pfutzen-und-die-sicherheit/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 May 2010 10:05:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Bulling</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Südafrika. Ich denke an orangefarbenes Sonnenlicht, das weite Graslandschaften umhüllt, wilde Tiere, die sich in der Wärme räkeln, farbenfrohe Städte mit fußballbegeisterten Einwohnern. Blauer Himmel, Fußballfieber: So stellt man sich Südafrika vor (Foto: CARE/Bräutigam) Südafrika. Ich lande in Johannesburg und sehe: Regen. Graue Wolken. Ich frage mich, ob unser Flieger nicht einfach zehn Stunden über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Südafrika. Ich denke an orangefarbenes Sonnenlicht, das weite Graslandschaften umhüllt, wilde Tiere, die sich in der Wärme räkeln, farbenfrohe Städte mit fußballbegeisterten Einwohnern.</p>
<p><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/05/KickIt_Maedchen_Foto-Jennifer-Braeutigam.jpg"><img class="size-full wp-image-2057 alignnone" title="Blauer Himmel, Fußballfieber: So stellt man sich Südafrika vor (Foto: CARE/Bräutigam)" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/05/KickIt_Maedchen_Foto-Jennifer-Braeutigam.jpg" alt="" width="460" height="300" /></a></p>
<p><em>Blauer Himmel, Fußballfieber: So stellt man sich Südafrika vor (Foto: CARE/Bräutigam)</em></p>
<p>Südafrika. Ich lande in Johannesburg und sehe: Regen. Graue Wolken. Ich frage mich, ob unser Flieger nicht einfach zehn Stunden über Europa gekreist ist und uns versehentlich wieder in Köln rausgelassen hat. Aber da sind schon die ersten Fußbälle und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vuvuzela" target="_blank">Vuvuzelas </a>in der Ankunftshalle. Nein, das muss Südafrika sein.<span id="more-2049"></span></p>
<p><strong>Es schüttet aus Kübeln in der Regenbogennation<br />
</strong>Solch ein Wetter habe er seit Jahren nicht mehr erlebt, wird mir später der Besitzer unseres Hotels erzählen. Auf der Fahrt vom Flughafen in <a href="http://www.joburg.org.za/" target="_blank">Johannesburg </a>bis nach Pretoria erleben wir Regen, der wie aus dem Duschstrahl auf die Erde prasselt, abgewechselt von Regen, der seicht auf die Erde tröpfelt. Eine Woche wollen wir in Südafrika bleiben und das <a href="http://www.care.de/suedafrika_kickit.html" target="_blank">Fußballprojekt Kick-It von CARE</a> und Stars of Tomorrow besuchen. Doch bereits im Auto erfahre ich, dass unser erster geplanter Programmpunkt in Wasser fällt: Bei diesem Wetter finden keine Fußballtrainings für die Kinder im <a href="http://blog.care.de/von-townships-und-aufschwung/" target="_blank"></a><a href="http://blog.care.de/von-townships-und-aufschwung/" target="_blank">Township </a>Soshanguve statt. Die Plätze dort seien völlig verschlammt. Und die Kids, die meist barfuss oder in Flip Flops spielen, können deshalb nicht trainieren, sagt meine Kollegin Pauline von der lokalen Partnerorganisation „Kick-It Rephele“ am Telefon.</p>
<p><strong>Sicher in Südafrika?</strong><br />
Resigniert hänge ich mich in den Autositz und schaue in die diesige Landschaft hinaus. Der Regen hat die Straßenränder in Schlammbäche verwandelt, doch trotz des Wetters wird weiter am Ausbau der Straßen gearbeitet. Das ist dringend notwendig, denn wir stehen bereits im ersten Stau. Evert, unser netter Fahrer, ist ein weißer Südafrikaner, der in Johannesburg aufgewachsen ist. Für das Straßennetz hat er keine guten Worte übrig, überall sei Stau, es gäbe zu wenige gute Straßen und zu viele Autos. Schnell kommen wir auf das Thema Gewalt in Südafrika zu sprechen. Ein Thema, dass bei der Berichterstattung über die WM ständig mitschwingt. Ich frage Evert, ob es wirklich so schlimm sei. „Es ist schlimmer“, sagt er. Er fühle sich ständig bedroht, sein Vater sei vor einiger Zeit bei einem Raubüberfall erschossen worden. „Ich bin als Weißer in Johannesburg ein Ziel“.</p>
<p>Er habe sein Haus hinter mehreren elektrischen Toren verbarrikadiert, Bewegungsmelder in der Decke würden nachts jeden entdecken, der sich dem Haus nähere. Ich frage mich, wie es wohl ist, sich in seiner Heimat ständig bedroht zu fühlen. „Ich würde gerne weggehen, aber wo soll ich hin?“, fragt er. Er habe sogar schon Asylanträge für einige Länder gestellt, aber bislang noch ohne Erfolg. Mit einem etwas mulmigen Gefühl steigen wir aus dem Wagen aus. Mein Kollege und ich fragen uns, ob Everts Ansicht übertrieben ist oder ob wir tatsächlich jeden für verdächtig halten sollen.</p>
<p><strong>Willkommen in Soshanguve!</strong><br />
Doch dann fahren wir am Nachmittag von Pretoria aus nach Soshanguve. Das so genannte Township ist quasi die Gegenstadt zu Pretoria, dort leben knapp zweieinhalb Millionen schwarze Südafrikaner. Hier gibt es keine der großen Bürotürme oder schicken viktorianischen Villen. Themba, ein Polizist der Metro-Police, steigt zu uns ins Auto. Er lacht und sagt herzlich: „Willkommen in Südafrika“. Wir fahren entlang des Stadtrands von Soshanguve zum Büro von Kick-It. Themba lebt im Township, er arbeitet tagsüber im Büro der Polizei und abends im Büro von „Kick-It“. Zusammen mit Kollegen hat er „Kick-It Rephele“ vor fünf Jahren gegründet. Heute spielen an 13 Standorten in Soshanguve<a href="http://blog.care.de/maisbrei-und-kicken-in-soshanguve/" target="_blank"> 30 Trainer mit den Kindern Fußball, Volleyball, Basketball und klären dabei über AIDS, Drogen und Kriminalität auf</a>. Themba schwärmt von seiner Heimat. Es sei sehr schön in Soshanguve, wir bräuchten keine Angst zu haben. Die Trainer und die Kinder freuten sich schon auf unseren Besuch und wir sollten möglichst alle 13 Standorte diese Woche besuchen, denn jeder wolle uns sehen. Damit sind alle Bedenken beiseite geräumt. Als wir abends in unser Hotel zurückkommen, das mit elektrischen Zäunen und großen Toren gesichert ist, freue ich mich schon darauf, morgen wieder nach Soshanguve zu fahren. Dort, im Township, fühle ich mich wohler als in dem abgeschotteten Viertel der Wohlhabenden.</p>
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		<title>Maisbrei und Kicken in Soshanguve</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 17:14:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Anton Markmiller</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Köchin rührt mit großem Schöpfer in dem gusseisernen Kessel, der unser Mittagessen enthält &#8211; noch. Am Spielfeldrand in Soshanguve: Anton Markmiller schaut den jugendlichen Kickern zu (Foto: Kai Hill) Gleich werden wir uns zusammen mit gut 150 Kids aus dem Township Soshanguve in der Nähe von Pretoria auf Maisbrei mit Rindfleischeintopf stürzen, denn es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Köchin rührt mit großem Schöpfer in dem gusseisernen Kessel, der unser Mittagessen enthält &#8211; noch.</p>
<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px; line-height: 14px;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/11/tm-bei-kick-it.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1571" title="tm-bei-kick-it" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/11/tm-bei-kick-it-300x211.jpg" alt="" width="300" height="211" /></a> Am Spielfeldrand in Soshanguve: Anton Markmiller schaut den jugendlichen Kickern zu (Foto: Kai Hill)</div>
<p>Gleich werden wir uns zusammen mit gut 150 Kids aus dem Township Soshanguve in der Nähe von Pretoria auf Maisbrei mit Rindfleischeintopf stürzen, denn es war ein anstrengender Vormittag. <span id="more-1570"></span>Eigentlich ist es ja schon 16.00 Uhr, aber das ist hier keinem bewusst, weil die Zeit mit den Jugendlichen und Verantwortlichen der &#8220;Kick it&#8221; Projektes hier in Südafrika wie im Fluge vergangen ist.</p>
<p><strong>„Kick it“ wird ausgebaut</strong><br />
Das offene Sport- und Betreuungsangebot von &#8220;Kick-It Rephele Community Development Project&#8221;, der lokalen Partnerorganisation von CARE, bietet Kindern und Jugendlichen eine Alternative zum Leben auf der Straße. Ein begleitendes Betreuungsprogramm klärt darüber hinaus über die Gefahren von HIV und AIDS, aber auch über Drogenmissbrauch und Kriminalität auf. Es gibt viele Kinder in Soshanguve, denen mit „Kick it“ geholfen werden könnte und die Organisation stieß bald an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Deshalb leistet CARE Beratung, finanzielle und personelle Unterstützung.</p>
<p><strong>Der Ball ist der HI-Virus</strong><br />
Nun also ist ein gewisser Zwischenstand erreicht, rund 800 Jugendliche sind im Projekt integriert und es macht ihnen sichtlich Spaß. Kein verkniffener und moralisierender Frontalunterricht, sondern spielerische Aufklärung mit hohem Erinnerungswert. Wenn der Ball das Kondom darstellt und von einem zum anderen geworfen wird, finden das alle hier witzig. Dumm nur, dass nach den Regeln des Spiels das Virus frei herumläuft und alle abklatscht, die den Ball gerade nicht haben. Und weil nach der Logik des Spiels die &#8220;Gefahr&#8221; von allen Seiten kommen kann, vermehrt sich das Virus explosionsartig unter den Spielern. Das kommt dem richtigen Leben schon sehr nahe und bildet eine nachvollziehbare Situation für alle ab. In der anschließenden Gesprächsrunde tauschen sich Spieler und Trainer über ihre Gefühle und Erfahrungen aus.</p>
<p><strong>Gewalt ist kein Tabuthema</strong><br />
Was ich hier schildere, ist aber nur ein Spiel aus einem Sampler von bis zu zehn weiteren, die an einem Tag im &#8220;Kick it&#8221; Projekt einen Bezug zwischen Sport und Gesundheitserziehung herstellen. Erweitert wird das Spektrum erzieherischer Elemente im Programm auch durch Elemente der Gewaltprävention. Auch dies ist in der Lebenswirklichkeit der Townships ein wesentlicher Aspekt, der sich für jeden Einzelnen und für das Zusammenleben in der Gemeinschaft langfristig positiv auswirken wird.</p>
<p>Aber jetzt hätte ich im tiefen Eindruck über die hier geleistete Arbeit beinahe übersehen, dass die Deckel von den großen Töpfen längst gelüftet wurden. Die Jugendlichen sitzen essend auf den Stufen vor den Schulgebäuden und ich geselle mich dazu. Und dann brandet dieses offene, herzliche Lachen auf (das es nur in Afrika gibt), wenn der weiße Gast sich auf den Boden setzt und &#8211; wie alle anderen hier auch &#8211; mit den Händen isst.</p>
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