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Beitrag getaggt unter ‘Haiti’

Göttliche Eindrücke aus Haiti

Mittwoch, 20. April 2011
Nach dem Erdbeben 2010 verloren viele Menschen alles was sie je besaßen. Trotzdem scheint ihr Glaube ungebrochen. (Foto: CARE/Hockstein)

Nach dem Erdbeben 2010 verloren viele Menschen alles was sie je besaßen. Trotzdem scheint ihr Glaube ungebrochen. (Foto: CARE/Hockstein)

Es ist Palmsonntag, und ich begleite eine Kollegin in die katholische Kirche, die rund 50 Meter vom CARE-Büro entfernt liegt. Alle haben sich schick gemacht und vor dem Eingang werden Palmenblätter verkauft. Ich bin nicht katholisch, aber da die Religion so einen großen Platz im Leben vieler Haitianer einnimmt, wollte ich mir den Gottesdienst gerne einmal anschauen. Und innen kommt mir dann alles sehr bekannt vor: Die weißen Gewänder der Messdiener, der Weihrauch, die Gesänge, all das findet man auch in einer deutschen Kirche. Ich beobachte einen älteren Mann vor mir in der Bank, der von seinem Sohn gestützt wird, als er zum Abendmahl gehen will. Wie viele Sonntage hat er wohl schon in dieser Kirche verbracht in seinem Leben? Und woher nimmt er die Kraft, die Schwierigkeiten und Ungerechtigkeiten, die in seinem Land seit so vielen Jahrzehnten herrschen, zu überstehen?

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24 Stunden Haiti

Mittwoch, 30. März 2011

„Ich kann mir gar nicht so richtig vorstellen, wie Du da eigentlich lebst und was Du genau machst.“ Diesen Satz höre ich oft, seitdem ich vor gut vier Monaten von Deutschland nach Haiti umgesiedelt bin. Es ist schwierig, die Frage in einem Satz zu beantworten, denn dieses Land entzieht sich einfachen Erklärungen. Und auch die Arbeit von CARE ist komplex, denn die immense Zerstörung durch das Erdbeben, die Cholera-Epidemie und die politische Lage stellen uns täglich vor neue Herausforderungen. Deshalb ist es vielleicht einfacher, einen normalen Tag in meinem Leben hier zu schildern. 24 Stunden Haiti, 24 Stunden Alltag bei CARE.

Aus Sicherheitsgründen werden die CARE-Mitarbeiter morgens von einem Fahrer vom Gästehaus ins Büro gebracht und abends wieder abgeholt. (Foto: CARE/Wilke)

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Worte finden.

Mittwoch, 23. März 2011

Die Welt starrt seit knapp zwei Wochen sprachlos nach Japan. Und gleichzeitig überschlagen sich in Libyen die Ereignisse. Es gibt viel zu verstehen und zu erklären, Journalisten haben im Moment keinen leichten Job.  Wie findet man die richtigen Worte?  Atomarer GAU, Krieg, Katastrophe. Jeder Begriff hat seine Geschichte, seinen Kontext und seine Wirkung. Und obwohl wir bei solch großen Ereignissen eine weltweite Solidarität und Aufmerksamkeit erleben, zeigen sich doch oft auch die Schwierigkeiten des Verständnisses für Fremdes, Komplexes. Wie neulich in Haiti:

Wie in Haiti vor mehr als einem Jahr haben Erdbeben und Tsunami jetzt in Japan weite Teile des Landes zerstört. (Foto: CARE Japan)

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Haitianisches Déjà-Vu in Japan

Dienstag, 15. März 2011

Erdbeben, Tsunami und bevorstehende atomare Katastrophe: Die aktuellen Bilder aus Japan lassen uns nur erahnen, wie schwer das Land am 11. März 2011 getroffen wurde. (Foto: REUTERS)

Erdbeben, Tsunami und bevorstehende atomare Katastrophe: Die aktuellen Bilder aus Japan lassen uns nur erahnen, wie schwer das Land am 11. März 2011 getroffen wurde. (Foto: REUTERS)

Der 12. Januar 2010 wird in der Geschichte Haitis für immer als schwarzer Tag eingebrannt sein. Nun gilt das gleiche für Japan und den 11. März 2011. Im CARE-Büro in Port-au-Prince erfahren wir morgens die furchtbaren Neuigkeiten. „Aber es sind doch glücklicherweise nicht viele Tote, habe ich gelesen“, versucht eine Kollegin sich und mich zunächst zu beruhigen. Die horrenden Zahlen von Haiti, wo nach kurzer Zeit feststand, dass mit Sicherheit über 200.000 Menschen in den Trümmern gestorben waren, wurden für Japan zunächst noch nicht gemeldet. Aber als Mitarbeiter einer Hilfsorganisation kennt man das Schema: Die Todeszahlen steigen stündlich, die Wucht der Katastrophe spricht für sich. Das Beben maß 8,9 auf der Richterskala, darauf folgte ein Tsunami. Auch das gab es schon einmal. Seit dem 26. Dezember 2004 ist der Begriff Tsunami auf der ganzen Welt bekannt. Nun wird man wieder daran erinnert, warum er eine japanische Wortschöpfung ist, denn die Pazifiknation lebt in ständiger Gefahr von Erdbeben und anschließenden Riesenwellen. weiterlesen »

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Weiber statt Fastnacht

Mittwoch, 09. März 2011
Zum 100. Internationalen Frauentag haben sich alle in Léogâne schick gemacht. (Foto: CARE/Wilke)

Zum 100. Internationalen Frauentag haben sich alle in Léogâne schick gemacht. (Foto: CARE/Wilke)

Sie kommen aus allen Richtungen – zu Fuß, auf der Ladefläche von Kleinlastern, mit Motorrad-Taxis.
Mädchen in blütenweißen Sonntagskleidern mit spitzenbesetzten Söckchen, Frauen in eleganten Kostümen, modischen Kleidern und mit verschiedenstem Haarschmuck. In meinem CARE T-Shirt und Turnschuhen komme ich mir beinahe schäbig vor. Denn alle haben sich heute schick gemacht, hier in Léogâne, um etwas ganz besonderes zu feiern: sich selbst.  Es ist der 8. März, seit einhundert Jahren gefeiert als Internationaler Frauentag. In Haiti wurde er erstmalig in den 1990er Jahren begangen, Frauenbewegung und –ministerium haben einen großen Beitrag dazu geleistet, dass Geschlechtergerechtigkeit und Frauenrechte ihren Platz in der öffentlichen Diskussion finden.

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Haiti: Heimat mit Hindernissen

Montag, 28. Februar 2011

Im Landeanflug auf Port-au-Prince geht der Blick aus dem Fenster über die Stadt und auch von oben kann man deutlich die Ruinen und Zeltlager erkennen. Ich denke darüber nach, welche Menschen in dieses Land kommen und wer es wiederum verlässt. Der Gang durch den Zoll ist für Europäer einfach, drei Monate kann man sich in Haiti ohne Visum aufhalten. Täglich spucken die Flugzeuge internationale Helfer aus, aber auch Haitianer, die Verwandte im Ausland besucht haben oder andersrum ihre Familie in Haiti besuchen. Einige Quellen sprechen davon, dass 85 Prozent der Haitianer, die einen Hochschulabschluss haben, emigrieren. Insgesamt leben rund zwei Millionen Menschen außerhalb ihres Heimatlandes.

Kinder sind die Zukunft Haitis - wenn sie denn in ihrem Land bleiben. (Foto: CARE/Brooks)

Kinder sind die Zukunft Haitis - wenn sie denn in ihrem Land bleiben. (Foto: CARE/Brooks)

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Oh wie schön ist Panama… Und Haiti?

Mittwoch, 09. Februar 2011

Die Karibik weckt Sehnsüchte. Barbados, Aruba, Trinidad und Tobago – allein die Namen der verschiedenen Inseln im karibischen Meer verheißen Urlaubsfreude und Leichtigkeit. Jamaika klingt nach Reggae, Palmen und guter Laune. Kuba ist ein Traumreiseziel für all diejenigen, die ein Faible für amerikanische Oldtimer und den abgeblätterten Charme sozialistischer Revolution haben. Westlich des karibischen Meeres liegt Mittelamerika und seine beliebten Urlaubsorte. Panama kennt jedes deutsche Kind durch Janoschs Geschichten vom Tiger und Bär. Costa Rica lockt mit Naturparks und Traumständen. Und Haiti?

Viele karibische Staaten sind beliebte Urlaubsziele. Aber Haiti?

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