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Beitrag getaggt unter ‘Kenia’

12.000 km weitweg von zu Hause

Dienstag, 13. September 2011

von Niki Clark aus Dadaab

Hier sitze ich, 12.000 Kilometer weit weg von zuhause. Im Laufe von nur wenigen Tagen hat sich mein Leben komplett verändert. An einem Montag trat ich meine Arbeit beim CARE Büro in Washington DC an. Am Donnerstag saß ich schon in einem Flugzeug auf dem Weg nach Nairobi. Mein endgültiges Reiseziel: das weltweit größte Flüchtlingslager Dadaab. In den nächsten sechs Wochen werde ich hier die Medienarbeit für CARE betreuen. Diese Arbeit reizt mich sehr, schreckt mich aber gleichzeitig auch ab. Als Mitarbeiter einer der bekanntesten Hilfsorganisation weltweit ist es immer aufregend vor Ort zu arbeiten. Aber diesmal ist es anders.

Niki Clark arbeitet für CARE USA und ist momentan für sechs Wochen im Flüchtlingslager Dadaab in Kenia. (Foto: CARE/Wilke)

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Achtung, Kamera!

Freitag, 19. August 2011

Ich stehe vor dem Bohrloch und warte auf das Klick-Geräusch der Kamera, aber nichts tut sich. Der CARE-Ingenieur hat mir gerade ausführlich erklärt, wie das Grundwasser hochgepumpt wird und dann zu den Wasserstationen kommt. Aber das ist einer dieser Tage, an denen der Wurm drin ist: Ich bin mit einem Fotografen für eine Zeitung im Camp Dagahaley unterwegs, einem der drei Flüchtlingslager im kenianischen Dadaab. Heute schauen wir uns verschiedene Orte in Dagahaley an, um ein Portrait davon zu machen, wie ein so ein Flüchtlingslager funktioniert. Aber am Wassertank holt mich der lange Vortag ein, an dem ich von morgens bis abends herumgerannt bin: jetzt ist der Akku der Kamera leer, und ich habe meinen Notizblock und Stift auf dem Schreibtisch liegen lassen. Alles kein Drama. Der Fotograf leiht mir einen Kuli und ich kritzele von da an auf der Rückseite meiner Aufenthaltsgenehmigung für das Flüchtlingslager, die ich in der Kameratasche finde. Und nach einiger Zeit bin ich über den leeren Akku sogar fast froh.

Das Flüchtlingslager Dadaab von oben. Mittlerweile leben hier mehr als 400.000 Menschen. (Foto: CARE/Underdown)

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“Es ist schade…”

Mittwoch, 10. August 2011

“Es ist schade, dass sich der Regen entschieden hat, die letzten zwei Jahre nicht zu fallen.“ Der kenianische Mann, der im Flugzeug nach Nairobi neben mir saß, spricht sehr poetisch. Das steht im Kontrast dazu, was er erzählt: Sein Land und die ganze Region sind wegen einer schlimmen Dürre in einer humanitären Krise. Fast elf Millionen Menschen sind davon betroffen. Und ja, einige der Regionen haben seit zwei Jahren keinen Regen mehr gesehen. Der Mann neben mir sagt weiter: „Alles dreht sich ums Wasser. Wenn du kein Wasser hast, kannst du keine Tiere halten. Und ohne Tiere… Naja, sie sind die Lebensversicherung der Menschen hier.”

Im Aufnahmezentrum von Dagahaley verteilt CARE Lebensmittel und andere Hilfsgüter. (CARE/Wilke)

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Äthiopien: Am Rande einer Katastrophe

Montag, 25. Juli 2011

Von CARE-Mitarbeiterin Audrèe Montpetit

Zehn Stunden hat die Autofahrt von Addis Abeba zum CARE Büro der Borena-Region in Yabello gedauert, eine kleine Stadt etwa 200 Kilometer von der kenianischen Grenze entfernt. Da die Dürre sich in der Region immer weiter verschlimmert, weitet CARE seine Hilfe aus. In Borena leben vor allem Viehbesitzer, die von der anhaltenden Dürre besonders betroffen sind.

Für ihre abgemagerten Kühe bekommen Familien noch etwa 50 US Dollar sowie Nahrung für ihre verbliebenen Kühe. (Foto: CARE/Bulling)

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Dadaad – die Stadt der Flüchtlinge

Dienstag, 19. Juli 2011

Dadaab: Wie eine große Stadt wirken die drei Flüchtlingslager von oben. Mittlerweile leben über 380.000 Menschen in dem nordkenianischen Lager. (Foto: CARE/Underdown)

Gestern kam ich in Dadaab an. Das kleine Flugzeug erreichte in einem langen Bogen die Landepiste, dabei konnte ich von oben die drei Flüchtlingslager sehen. Das Bild ist mir bekannt, in den letzten Jahren war ich immer wieder in dem größten Flüchtlingslager der Erde. Beim Blick aus dem kleinen Fenster des Flugzeugs fällt mir aber auf, dass sich etwas geändert hat. An den Rändern des Lagers stehen hunderte kleiner Behausungen, ein paar Äste im Kreis aufgestellt und eine Plastikplane drüber, darin leben die Neuankömmlinge. Mehr als Tausend Menschen kommen seit Wochen jeden Tag in Dadaab an. Schon seit 20 Jahren suchen die Menschen Schutz in den Lagern von Dadaab. Die meisten kommen aus Somalia, dem Staat am Horn von Afrika, in dem es keine Regierung mehr gibt und Clans, religiöse Gruppen und wer weiß noch brutal um die Macht im Land kämpfen.

Das Lager ist völlig überlaufen
Die drei Lager waren ursprünglich mal für 90.000 Menschen geplant, im Januar 2011 waren es noch gut 300.000, und meine Kollegen von CARE hatten damals schon Mühe, gemeinsam mit anderen Organisationen alle zu versorgen. Jetzt ist die Situation allerdings dramatisch: Jeden Tag kommen 1500 Menschen in Dadaab an, viele sind von den Strapazen der Flucht völlig entkräftet, sie brauchen sofort Wasser, etwas zu essen, einen Platz zum schlafen und medizinische Vorsorgung. Mittlerweile sind mehr als 380.000 Flüchtlinge in Dadaab – zum Vergleich: Bonn hat gerade mal 325.000 Einwohner. Dadaab ist eine Stadt in der Wüste, in der die Bewohner fast vollständig auf die Hilfe von außen angewiesen sind.

Meine Kollegen in den CARE Büros arbeiten fast rund um die Uhr
Stanley, der Wasserbauexperte ist permanent beschäftigt, dafür zu sorgen, dass die ankommenden Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt werden. Im Moment wird mit Tankwagen das Wasser herbei geschafft. Stanley möchte allerdings so schnell wie möglich zwei neue Brunnen bohren. „Wenn wir die Brunnen haben, können wir Leitungen legen und Wasserhähne installieren, damit die Leute endlich alle genug Wasser haben“, erklärt er mir schnell. Denn schon wieder klingelt sein Telefon, ein Tankwagen hat eine Panne und muss schnellstens repariert werden. Ich sehe noch wie Stanley sich auf den Weg macht, um dafür zu sorgen, dass der Tankwagen schnell wieder Wasser zu den Menschen bringen kann.

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Und die Kinder spielten

Sonntag, 17. Juli 2011

Alexandra Lopoukhine, CARE-Mitarbeiterin in Dadaab.

Neu ankommende Flüchtlinge aus Somalia warten darauf, in das Lager Dadaab aufgenommen zu werden. Frauen und Kinder werden zuerst eingelassen. (Foto: CARE/Kate Holt)

Neu ankommende Flüchtlinge aus Somalia warten darauf, in das Lager Dadaab aufgenommen zu werden. Frauen und Kinder werden zuerst eingelassen. (Foto: CARE/Kate Holt)

Ich bin heute früh aufgestanden und begleitete amerikanische und deutsche Journalisten zu einem Zelt, wo Flüchtlinge in Empfang genommen werden. Es war noch nicht geöffnet, aber davor hatten sich bereits ordentliche Reihen gebildet. weiterlesen »

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Eindrücke aus Dadaab

Dienstag, 12. Juli 2011

von Alexandra Lopoukhine

Vor dem Auffanglager warten unzählige Menschen. Das Zelt des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen (UNHCR), in dem die Flüchtlinge warten, um sich anzumelden, ist zu allen Seiten offen. Ein Dach schützt vor der brennenden Mittagssonne. Es ist groß, aber immer noch nicht groß genug für alle wartenden Menschen. Die Wartenden sind still und erschöpft. Viele von ihnen scheinen in einem schockähnlichen Zustand zu sein. Sie werden in kleinen Gruppen in das Aufnahmezelt geholt, um die Schlange der Wartenden in Bewegung zu halten.

Etwa 1.500 neue Flüchtlinge treffen täglich in Dadaab ein. Dagehaley ist eines von drei Flüchtlingscamps. (Foto: CARE/Holt)

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