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	<title>blog.care.de &#187; Naturschutz</title>
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	<description>Blog des Teams von CARE Deutschland-Luxemburg e.V.</description>
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		<title>Gorillas am Hebel</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 14:07:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine Wilke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Projekte Afrika]]></category>
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		<description><![CDATA[„Park-Mensch-Konflikte“ – was sich so hölzern anhört, erklärt mir ein Kollege im Büro von CARE Ruanda ganz einfach: Wo ein Nationalpark entsteht, ist die umliegende Bevölkerung betroffen und sieht sich häufig benachteiligt oder eingeschränkt. Vor Ort sehe ich, was er damit meint: Felder und Siedlungen reichen bis an die Grenze des Naturschutzgebietes, dem Volcanoes National [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Park-Mensch-Konflikte“ – was sich so hölzern anhört, erklärt mir ein Kollege im Büro von CARE Ruanda ganz einfach: Wo ein Nationalpark entsteht, ist die umliegende Bevölkerung betroffen und sieht sich häufig benachteiligt oder eingeschränkt.</p>
<p><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/01/Gorilla-im-Nationalpark.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1743" title="Gorilla im Nationalpark von Virunga (Foto: Wilke)" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/01/Gorilla-im-Nationalpark.jpg" alt="" width="448" height="299" /></a></p>
<p>Vor Ort sehe ich, was er damit meint: Felder und Siedlungen reichen bis an die Grenze des Naturschutzgebietes, dem Volcanoes National Park im Norden Ruandas. Die Vulkanlandschaft liegt im Grenzgebiet von Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo und hat nicht nur friedliche Zeiten erlebt.<span id="more-1741"></span></p>
<p>Auf dem Weg nach Ruhangiri &#8211; dem Treffpunkt für Touren zu den Berggorillas &#8211; muss ich an ein Bild denken, das im Herbst 2008 durch die Medien ging: Als im Ostkongo der Konflikt zwischen Rebellen und Regierung wieder eskalierte, drangen Männer in den Nationalpark auf kongolesischer Seite ein und töteten ein Gorillamännchen auf brutalste Weise. Schätzungen zufolge leben in der Region nur noch knapp 700 Gorillas und jede Familie fußt auf einem fragilen sozialen System, an dessen Spitze das älteste Männchen steht. Man kann sich also vorstellen, was so ein Mord für katastrophale Auswirkungen hat.</p>
<p>Glücklicherweise ist auf ruandischer Seite seit einigen Jahren der Frieden eingekehrt – und damit auch der Gorillatourismus. 2003 kamen rund 6000 Touristen nach Ruanda, um die Berggorillas in freier Wildbahn zu erleben. Fünf Jahre später waren es schon mehr als 17.000. Das Geschäft mit den sanftmütigen Verwandten der Menschen boomt also. Und wenn das Land sich auch in Zukunft weiter entwickelt, werden wohl immer mehr Menschen den Weg nach Ruanda und zum Nationalpark finden. Alle Aktivitäten in und um den Park richten sich deshalb an die Berggorillas und Besucher. Das Gebiet ist von einer Steinmauer eingezäunt, Wildhüter bestrafen falsches Verhalten und jagen Wilderer, zahlreiche Herbergen bieten Übernachtungen für die Anreisenden.</p>
<p><strong>Ohne Armutsbekämpfung kein Naturschutz</strong></p>
<p>Und die lokale Bevölkerung? Das große Fragezeichen bei solchen Tourismusprojekten in Entwicklungsländern ist immer, ob die benachbarten Gemeinden nachhaltig von dem Besucherandrang und Geldsegen profitieren können. CARE ist keine Tierschutzorganisation. Aber hier im Norden Ruandas ist der Schutz der Gorillas eng mit dem Kampf gegen die Armut verknüpft. Und deshalb gibt es seit 2007 eine Partnerschaft zwischen CARE und dem International Gorilla Conservation Project. Während IGCP sich um die Bewahrung der Gorillas und ihres Lebensraumes kümmert, ist CARE für die ländliche Entwicklung und die Organisation der politischen Prozesse zuständig. Konkret heißt das: Die lokalen Gemeinden werden dabei unterstützt, die Profite aus dem Gorillatourismus in nachhaltige Projekte umzusetzen und sich institutionell so zu organisieren, dass sie mit den lokalen Behörden auf Augenhöhe zusammenarbeiten können.</p>
<p><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/01/Leben-am-Fuße-des-Vulkans.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1745" title="An den Nationalpark grenzen die Siedlungen von Bauern (Foto: CARE/Wilke)" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2010/01/Leben-am-Fuße-des-Vulkans.jpg" alt="" width="448" height="299" /></a></p>
<p>Als ich schließlich vor dem 200 Kilo schweren Männchen stehe, das sich auf die Brust trommelt und grölt, scheint mir der Begriff „Park-Mensch-Konflikt“ auf einmal gar nicht mehr so abstrakt. Zum Glück sind die Gorillas die täglichen Besuche von Menschen inzwischen gewohnt. Und sie sind Vegetarier.</p>
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		<title>Der grüne Scheich</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jul 2009 11:49:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Bulling</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mangrovenwald auf Pemba (Foto: CARE/Bulling) Scheich Mohammed Suleiman Tiwany ist ein beeindruckender Mann. Mit seinem weißen, langen Gewand, seinem krausen Bart und seinem stolzen Gang scheint er aus einer anderen Welt zu kommen. Vor unserem Treffen überlege ich, ob ich den Hijab, das Kopftuch tragen soll. Jede Frau in Pemba verschleiert ihre Haare, meist mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/chansaani24.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1053" title="chansaani24" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/chansaani24.jpg" alt="" width="300" height="254" /></a> Mangrovenwald auf Pemba (Foto: CARE/Bulling)</div>
<p>Scheich Mohammed Suleiman Tiwany ist ein beeindruckender Mann. Mit seinem weißen, langen Gewand, seinem krausen Bart und seinem stolzen Gang scheint er aus einer anderen Welt zu kommen.<span id="more-1051"></span></p>
<p>Vor unserem Treffen überlege ich, ob ich den Hijab, das Kopftuch tragen soll. Jede Frau in Pemba verschleiert ihre Haare, meist mit gemusterten, farbenschreienden Tüchern. Auch die Schuluniformen für Mädchen bestehen aus Hijab und langem Rock. Zwar wird die Verhüllung nicht von Ausländern verlangt, ich entscheide mich dennoch dafür.</p>
<p>Scheich Mohammed empfängt uns in seinem Büro des „Sansibar Children Fund“. Er ist der Vorsitzende dieser Organisation, die sich für Waisenkinder einsetzt. Doch nicht nur das. Scheich Mohammed klärt über AIDS auf und ist der erste „grüne“ Scheich Pembas, wenn nicht gar ganz Ostafrikas. Als er nach sieben Jahres Studium des islamischen Rechts im Oman in seine Heimat Pemba zurückkehrte, schaute er mit anderen Augen auf die Armut. „Der Großmufti im Oman hat mir sehr imponiert. Denn er hat den Koran im Sinne von Entwicklung und Umwelt ausgelegt“, sagt der Scheich. Was er damit meint: Die Suren des Korans und die Hadithen, die wörtlichen Übertragungen des Propheten Mohammed, sind nur mit Interpretationen zu verstehen. „Man kann im Islam vieles diskutieren. Doch eines ist klar, Naturschutz ist im Sinne Allahs und wir müssen uns daran halten.“</p>
<p><strong>Der Koran lehrt Naturschutz</strong></p>
<p>Scheich Mohammed erklärt uns einige der Suren, die sich auf die Natur beziehen. Der Prophet sagt zum Beispiel, dass jeder, der einen Baum pflanze und darauf achte, bis dieser ausgewachsen ist und Früchte abgibt, belohnt werde. Die Menschen in seiner Gemeinde halten sich an die Anweisungen des Scheichs, der auch das Amt des Imam der Al-Khalil Moschee in Chake Chake innehat. „Es gab vor einigen Jahren ein Fischverbot für die Insel Misali, ausgerufen von der Regierung. Niemand hielt sich daran“, erklärt der Scheich. „Erst als ich meiner Gemeinde erklärte, dass es eine Sünde sei, die Natur zu berauben, stoppten die Fischer.“ Scheich Mohammed hat eine klare Forderung, auch an die internationalen Organisationen. „Der Umweltschutz und der Kampf gegen die Armut kann in einem muslimischen Land nur mit islamischer Ethik erfolgreich sein. Wir sind eine offene, friedliche Religion und sehr nach Harmonie bestrebt. Die internationalen Organisationen sollten uns mehr vertrauen, denn auch wir wollen unser Land weiterentwickeln.“ Mit diesen offenen und klaren Worten verabschiedet uns der Scheich, aber nicht ohne uns vorher noch eine Schale süßen Ingwer-Nuss-Gelees anzubieten. Wir greifen herzhaft zu. Er ist überrascht und begeistert, dass ich den Hijab trage.</p>
<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/mangroven-pflanzen.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1064" title="mangroven-pflanzen" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/mangroven-pflanzen.jpg" alt="" width="300" height="230" /></a> Zentimeterarbeit beim Pflanzen von Mangrovenbäumen (Foto: CARE/Bulling)</div>
<p>Am Nachmittag setzen wir die Worte des Scheichs in die Tat um und pflanzen im Dorf Chansaani ein paar Mangroven. Bei diesen „Wasserbäumen“ mit den langen, bei Ebbe freistehenden Wurzeln wachsen dünne Samen-Stäbchen an den Ästen. Unten sind diese Stäbchen leicht angespitzt, man braucht sie nur zu pflücken und im Abstand von 80 Zentimetern voneinander in den Schlamm stecken. So pflanzen wir fleißig fast ein kleines Wäldchen. Allah wird zufrieden sein mit uns.<br />
<strong><br />
Durch den Schlamm zur Bienenzucht</strong></p>
<p>Mitten im schlammigen Untergrund sagt mir mein Kollege Mbarouk, ich solle die Schuhe ausziehen. Er will mir Bienenkästen zeigen, die die Bewohner Chansaanis gebaut haben. Leicht geschockt gehorche ich und wir staksen immer tiefer durch Schlamm. Dabei scheuche ich dicke, schwarze Krabben vor mir her.</p>
<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/schlammfuse.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1054" title="schlammfuse" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/schlammfuse.jpg" alt="" width="300" height="252" /></a> Tief im Schlamm: CARE-Mitarbeiterin Sandra Bulling (Foto: CARE)</div>
<p>Gedanken um <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schistosomiasis" target="_blank">Bilharziose </a>und den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Medinawurm" target="_blank">Guineawurm</a> kommen mir in den Sinn, die ich schnell verscheuche. Schon sind wir an den Bienenkörben angelangt, die weit oben in den Mangroven hängen. Ich bin überrascht, dass es so etwas wie Mangrovenhonig überhaupt gibt. Mbarouk sagt, er schmecke leicht bitter, aber dennoch sehr gut. Und hier in den Mangroven gebe es keine Ameisen, die die Bienen vertreiben. Mit dem Honig verdienen die Dorfbewohner ein kleines Einkommen. Leider sind alle Vorräte verkauft, ich hätte den ungewöhnlichen Honig gerne probiert.</p>
<p>Während wir zurück durch den Mangrovenschlamm stapfen, erinnere ich mich an die Worte des Scheichs Mohammed. Es sei eine Sünde, gegen die Geschöpfe Allahs zu handeln. Er sehe es als seine Pflicht an, die Natur zu schützen und seine Gemeindemitglieder dazu anzuspornen, ähnlich zu handeln. Im letzten Jahr haben alle religiösen Führer Pembas eine Deklaration zum Umweltschutz unterzeichnet. Was als einsamer Kampf Scheich Mohammeds begann, trägt nun Früchte. Eine wahrhaft grüne Bewegung.</p>
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		<title>Fische, Früchte und Freundlichkeit</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jul 2009 08:54:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Bulling</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Team von CARE bekommt im Mangrovenwald schlammige Füße (Foto: CARE/Bulling) Sauer und saftig schmeckt die Bungo. Das gelbe Fruchtfleisch ist in kleine Kugeln aufgeteilt, jede ist so groß wie ein „Nimm zwei-Bonbon“. Die Säure ruft Gänsehaut auf meinen Armen hervor, es sträuben sich die Nackenhaare. „Ich werde dir jede Frucht zeigen, die es auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/me_care-colleagues_klien.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1009" title="me_care-colleagues_klien" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/me_care-colleagues_klien.jpg" alt="" width="300" height="221" /></a> Das Team von CARE bekommt im Mangrovenwald schlammige Füße (Foto: CARE/Bulling)</div>
<p>Sauer und saftig schmeckt die Bungo. Das gelbe Fruchtfleisch ist in kleine Kugeln aufgeteilt, jede ist so groß wie ein „Nimm zwei-Bonbon“. <span id="more-1005"></span>Die Säure ruft Gänsehaut auf meinen Armen hervor, es sträuben sich die Nackenhaare. „Ich werde dir jede Frucht zeigen, die es auf Pemba gibt“, sagt Mbarouk lachend. Ich lache mit und hoffe auf weniger sauere Experimente.</p>
<p><strong>Früchteparadies ohne Chancen auf Export</strong></p>
<p>Früchte und Gemüse gibt es reichlich auf Pemba. Gestern zum Mittagessen haben wir Cassava probiert, die holzige und Kartoffel-ähnlich schmeckende Wurzel. Heute Vormittag kaufte Mbarouk Rambutan, die aussehen wie Eier, die man mit rotem Klettverschluss umwickelt hat. Hat man sich durch die harte Schale durchgebissen, wird man mit milchig weißem Fruchtfleisch belohnt, ähnlich dem von Litschis. Ich sehe überall riesige Mangobäume, die mehr als hundert Jahre alt sind. Leider ist die Mangosaison vorbei.  Darüber hinaus gibt es Ananas, Bananen, Papaya, Orangen, ein wahres Früchteparadies. „Doch wir haben keine Möglichkeit, die Früchte zu lagern und zu exportieren“, erzählt mir Omar, ein junger CARE-Kollege. „In der Mangozeit essen wir nur noch Mangos, bis uns schlecht wird. In der Ananaszeit nur Ananas. Denn sonst wissen wir nicht, wohin damit. Es ist ein Jammer, dass diese exotischen Leckerbissen aus Pemba aufgrund mangelnder Infrastruktur, aber auch der Abschottung europäischer Märkte nicht bei uns zu kaufen sind.</p>
<p><strong>Frischer Fisch, umweltschonend gefangen<br />
</strong></p>
<p><strong></strong>Doch man kann in Pemba nicht nur Früchte schlemmen. Frischer Fisch ist die Haupteinnahmequelle vieler Bewohner. Die Fischer fangen mit ihren kleinen Holzbooten Tunfisch, Hummer, Garnelen, Shrimps und vieles mehr. Im Dorf Ndagoni treffen wir den Fischer Nassor Sulleiman.</p>
<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/fisherman-nassor-sulleiman_klein1.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1008" title="fisherman-nassor-sulleiman_klein1" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/fisherman-nassor-sulleiman_klein1.jpg" alt="" width="300" height="255" align="left" /></a> Nassor Sulleiman fischt nachhaltig und umweltschonend. Damit folgt er den Regeln des Koran (Foto: CARE/Bulling)</div>
<p>Er fischt seit vielen Jahren, zusammen mit seiner Familie. Seitdem Mbarouk im Auftrag von CARE und Mica in sein Dorf kam, fischt er nachhaltiger und folgt der islamischen Ethik des respektvollen Umgangs mit der Natur: „Ich benutze jetzt ein Netz mit großen Löchern, das ist schonender. Da werden nur die großen Fische drin gefangen, nicht mehr die jungen Fische oder andere kleine Meerestiere.“ Der lokale Imam ruft in den Freitagsgebeten dazu auf, die Natur zu achten und sorgfältig zu nutzen. Daran halten sich Nassor und seine Familie. Doch die Fischerei reicht nicht aus zum Leben. Nebenbei baut er Gemüse an, damit er sich und seine neun Kinder ernähren kann.</p>
<p><strong>Ein friedlicher Ort</strong></p>
<p><strong></strong>Abends zurück in Wete laufen wir durch das dunkle Städtchen. Nicht alle Häuser haben Strom, nur vereinzelte Geschäfte sind beleuchtet. Ganz Wete scheint auf den Beinen, die Jugend flaniert auf der einzigen asphaltierten Straße auf und ab, hört am Straßenrand Musik oder versucht einen Platz im kleinen Kino zu ergattern. Wir werden auch am dritten Abend weiterhin freudig begrüßt, obwohl sicher schon ganz Wete erfahren hat, dass wir beiden Ausländer abends hier spazieren gehen. „Das schöne an meiner Heimatstadt ist, dass du hier offen deine Tasche liegen lassen kannst und niemand wird sie wegnehmen“, sagt Omar stolz. „Die Menschen hier sind friedlich, niemand will dir etwas Böses.“ Ich glaube ihm gerne. Und so endet ein weiterer ereignisreicher Tag auf Pemba, dieser kleinen Insel im Indischen Ozean.</p>
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		<title>Naturschutz im Namen des Propheten</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 08:22:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Bulling</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Küste von Pemba ist für Besucher ein Traum, für die Fischer ihre Lebensgrundlage (Foto: CARE/Bulling) Am Flughafen in Dar es Salaam, der Hauptstadt Tansanias wartet eine kleine Cessna, ein winziges Flugzeug, das uns auf die Insel Pemba fliegen soll. Ich schlucke tief, nehme meinen Mut zusammen und steige in die Flugmaschine. Ruckelnd und schlingernd [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/pemba-beach_klein.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-958" title="pemba-beach_klein" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/pemba-beach_klein.jpg" alt="" width="300" height="224" align="left" /></a> Die Küste von Pemba ist für Besucher ein Traum, für die Fischer ihre Lebensgrundlage (Foto: CARE/Bulling)</div>
<p>Am Flughafen in Dar es Salaam, der Hauptstadt Tansanias wartet eine kleine Cessna, ein winziges Flugzeug, das uns auf die Insel <a href="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=Pemba,+Tansania&amp;sll=-5.031935,39.775557&amp;sspn=3.867993,4.938354&amp;ie=UTF8&amp;z=8&amp;iwloc=A" target="_blank">Pemba</a> fliegen soll.<span id="more-956"></span></p>
<p>Ich schlucke tief, nehme meinen Mut zusammen und steige in die Flugmaschine. Ruckelnd und schlingernd starten wir. Nach nur wenigen Minuten fliegen wir über die tansanische Küste am Indischen Ozean, in der Ferne erkenne ich bereits Sansibar. Wir schweben über Sansibar, ich sehe weiße Sandstrände und grüne Mangrovenküsten unter mir vorbeiziehen. Nur noch eine Viertelstunde, und schon setzen wir in der Stadt <a href="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=de&amp;q=Chake+Chake,+Tansania&amp;sll=-15.466667,31.666667&amp;sspn=1.871444,2.469177&amp;g=pemba&amp;ie=UTF8&amp;cd=1&amp;geocode=FXUcrv8d0AJdAg&amp;split=0&amp;ll=-5.366511,39.649658&amp;spn=0.483329,0.617294&amp;z=11&amp;iwloc=A" target="_blank">Chake Chake</a> auf. Noch ganz überwältigt von diesem Flugerlebnis werde ich von Mbarouk begrüßt, einem Mitarbeiter der CARE-Partnerorganisation Mica. Die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern ist typisch für CARE: wo immer es möglich ist, stützen wir uns auf das Wissen und die Ortskenntnis von ansässigen Organisationen. Der Name Mica steht für „Misali Island Conservation Association“ und erklärt das Anliegen der Organisation: Naturschutz in Pemba und seiner vorgelagerten Insel Misali.<br />
<strong><br />
Herzliche Begrüßung und „weihnachtliche“ Düfte </strong></p>
<p>Von Chake-Chake aus fahren wir 20 Minuten gen Norden nach Wete. In dieser Kleinstadt ist das CARE-Büro. Wete ist ein verschlafenes Städtchen, mit sehr freundlichen Bewohnern. Wir werden von allen Seiten begrüßt. Man kann sich kaum vorstellen, dass ein Tansanier in Deutschland so herzlich willkommen geheißen würde.<br />
Pemba ist eine wunderschöne Insel, die im Schatten ihrer berühmten Nachbarin Sansibar untergeht. Es gibt nur wenige Touristen, dafür aber grüne Landschaft, türkises Meer und sehr sympathische, interessierte Menschen. Auf der Fahrt durch die Dörfer riecht es nach Nelken, die auf den Straßen zum Trocken ausliegen. Sofort denke ich an Glühwein, trotz tropischer Wärme. Zum ersten Mal sehe ich einen Nelkenbaum, den mir Mbarouk stolz zeigt. Und es gibt noch mehr zu entdecken: Mango, Cassava, Jackfruit, Papaya, Orangen, Breadfruit. Was bei uns exotisch teuer nur in ausgewählten Supermärkten zu kaufen gibt, wächst hier am Straßenrand.</p>
<p><strong>Der Koran predigt Umweltschutz</strong></p>
<p>Mbarouk fährt mich in das Dorf Kukuu. Es ist ein Fischerdorf, mit malerischem Blick auf das türkisfarbene Meer. Mbarouk und seine Organisation Mica kamen 2001 zum ersten Mal hierhin und haben sich mit den Fischern über Naturschutz unterhalten. Dabei hat er lange Diskussionen mit den Dorfbewohnern geführt, vor allem mit dem örtlichen Imam Haroub. Sie haben sich über den Koran unterhalten und darüber, wie bereits der Prophet Mohammed zum nachhaltigen Umgang mit der Natur aufgefordert hat. Dies ist im Koran und in seinen Auslegungen, den <a href="http://www.focus.de/wissen/bildung/Islamlexikon_A-J/hadith_aid_12275.html" target="_blank">Hadithen</a>, festgeschrieben. Imam Haroub, der außerdem auch Fischer ist, nutzt nun dieses Wissen, um seine Gemeindemitglieder zum Umweltschutz aufzufordern. Seitdem forsten sie gemeinsam Mangroven wieder auf, um die Küste vor Erosion zu schützen. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mangrove_(Baum)" target="_blank">Mangrovenbäume </a>finden sich vor allem in Küstenbereichen, ihre Wurzeln wachsen weitverzweigt im Wasser und an der Luft.</p>
<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/fisherman_imam-haroub-m-faki_klein.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-997" title="fisherman_imam-haroub-m-faki_klein" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/fisherman_imam-haroub-m-faki_klein.jpg" alt="" width="300" height="238" align="left" /></a> Iman Haroub und andere Fischer sprechen gemeinsam mit CARE und Mica über den Koran und Umweltschutz (Foto: CARE/Bulling)</div>
<p><strong>Pemba wird grüner</strong></p>
<p>Dies ist das Ziel des gemeinsamen Projekts von CARE und Mica: Zum Umweltschutz aufzurufen, das Ökosystem Pembas zu schätzen und zu schützen. Der Weg dorthin führt über die islamischen Grundsätze. Fast jeder in Pemba ist Muslim, und der Imam hat somit den größten Einfluss auf das Dorfleben. Mbarouk und seine Kollegen haben mit vielen Imamen gesprochen, haben ein Lehrbuch verteilt, in dem die relevanten Koransuren zum Thema Naturschutz stehen. Sie haben der Gemeinde Kukuu gezeigt, wie man nachhaltiger fischen und ertragreicher anbauen kann. „Wenn man etwas Sinnvolles und Gutes beigebracht bekommt, dann muss man dieses Wissen weitergeben“, sagt Imam Haroub. „Wir müssen klug mit der Natur umgehen, so wie es unsere Religion vorgibt.“ Er kann die Effekte seines Engagements sehen: „Heute fangen wir mehr Fische und ernten mehr Gemüse als je zuvor.“</p>
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		<title>Tabu Masuros Bienenkästen</title>
		<link>http://blog.care.de/tabu-masuros-bienenkasten/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 15:36:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Bulling</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tabu ist Vorsitzende der Spargruppe Mwanzo Mgumu (Foto: CARE/Bulling) Das zweite Ziel meiner Tansaniareise ist der Ort Turiani. Mein Reiseführer kennt Turiani nicht, ich habe also nur eine ungefähre Idee, in welche Richtung wir fahren. Es geht jedenfalls von Morogoro aus gesehen gen Westen. Nach kurzer Zeit verlassen wir die Asphaltstraße und biegen auf eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px; text-align: left;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/tabu-masoro.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-928" title="tabu-masoro" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/tabu-masoro.jpg" alt="" width="300" height="245" align="left" /></a> Tabu ist Vorsitzende der Spargruppe Mwanzo Mgumu (Foto: CARE/Bulling)</div>
<p style="text-align: left;">Das zweite Ziel meiner Tansaniareise ist der Ort Turiani. Mein Reiseführer kennt Turiani nicht, ich habe also nur eine ungefähre Idee, in welche Richtung wir fahren. <span id="more-926"></span>Es geht jedenfalls von Morogoro aus gesehen gen Westen. Nach kurzer Zeit verlassen wir die Asphaltstraße und biegen auf eine Staubpiste ab. Während wir die Uluguru-Berge zurücklassen, wird das Land immer trockener. Dornige Sträucher säumen den Straßenrand, gelbliches Gras bedeckt den Boden. Zwischen den Sträuchern sehe ich immer wieder Kuh- oder Schafsherden, die von hochgewachsenen, schlanken Hirten bewacht werden. Wir fahren geradewegs durch das Gebiet des Volkes der Massai. Die Massai sind aufgrund ihrer Kleidung oft auf den ersten Blick erkennbar, die meisten tragen auberginefarbene oder dunkelrote Tücher, entweder um den ganzen Körper geschlungen oder – bei den Männern – als Rock von der Hüfte abwärts. Die meisten Männer tragen einen Speer mit sich, manchmal klemmt die traditionelle Waffe auch einfach über dem Fahrradlenker oder wird auf Autodächern verstaut.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Gemeinsam sparen </strong><br />
Nach zwei Stunden Fahrt durch das trockene Land erheben sich die Ngoro-Berge vor uns. Wir treten wieder in eine grüne Welt ein, voller Zuckerrohrfelder, Bananenbäume und Kokospalmen. Dort treffe ich den Sparverein „Mwanzo Mgumu“. Es ist eine Gruppe von Frauen, die seit zwei Jahren gemeinsam Geld beiseite gelegt und gespart haben. CARE hat bei der Gründung geholfen. Den Namen, den die Mitglieder ihrem Verein gegeben haben, drückt die Herausforderung des Sparens aus, wenn man sowieso wenig hat: Mwanzo Mgumu bedeutet auf Swahili „Schwerer Anfang“. Doch was als große Aufgabe begann, hat Früchte getragen. Die Gruppe aus 22 Frauen und fünf Männern hat nach zwei Jahren mehr als 800.000 tansanische Schilling gespart, etwa 420 Euro. Davon haben sie sich gemeinsam Bienenkästen gekauft. „Ende dieses Jahres können wir den ersten Honig ernten“, freut sich Tabu Masuro, die 39-jährige Vorsitzende der Spargruppe. „Doch uns fehlen noch Schutzkleidung und das richtige Werkzeug dazu. Außerdem wissen wir nicht, wie man so ein Produkt bekannt macht und richtig verkauft“, sagt sie. Vorsichtig führt sie mich den Berg hinauf, sie zeigt nach oben. In den Ästen hängen die Bienenkästen, wie große, hölzerne Schuhkartons. Surrend fliegen Bienen ein und aus. Wir unterhalten uns flüsternd, um die Bienen nicht zu stören und Stechattacken zu vermeiden. Auf meine Frage, wieso die Gruppe ihr Erspartes in die Bienenzucht investiert hat, sagt Tabu: „Im Gegensatz zu Hühnern sind Bienen weniger anfällig für Krankheiten. Außerdem können wir damit die Natur schonen, müssen weniger Land bebauen.“</p>
<p style="text-align: left;"><a><br />
</a></p>
<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px; text-align: left;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/tabu-und-der-bienenkorb2.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-977" title="tabu-und-der-bienenkorb2" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/tabu-und-der-bienenkorb2.jpg" alt="" width="300" height="450" align="left" /></a> Fleissige Bienen sind das Ergebnis vom gemeinsamen Sparen (Foto: CARE/Bulling)</div>
<p style="text-align: left;"><strong>Bienenexperten gesucht</strong><br />
Von der Regierung hat die Gruppe nun eine Fläche Wald bekommen. Tabu und ihre Mitsparer haben es sich zur Aufgabe gemacht, „ihren“ Wald zu schonen und vor Raubbau oder Brandrodung zu schützen. „Wir sind alle Bauern und leben von dem, was wir anbauen. Wir müssen lernen, unsere Natur und unseren Boden wertzuschätzen, auch für unsere Kinder. Ich hoffe, dass wir mit den Bienen eine Alternative finden, und nicht mehr allein von der Landwirtschaft abhängig sind“, sagt Tabu. Die restlichen Gruppenmitglieder nicken. Sie bedanken sich herzlich für meinen Besuch und sind stolz, dass jemand aus so einem exotischen Land wie Deutschland nach Turiani gekommen ist, um ihre Bienenkästen zu sehen. „Erzähl den Menschen in deinem Land von unserem Plan. Vielleicht können uns ein paar erfahrene Bienenzüchter Ratschläge schicken“, gibt mir Tabu mit auf den Weg.</p>
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		<title>Abgeholzt und abgerutscht: Die Wälder von Uluguru</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 09:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Bulling</dc:creator>
				<category><![CDATA[Projekte Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Sandra Bulling]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltschutz in Tansania]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
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		<description><![CDATA[Der grüne Schein trügt: Die Wälder Tansanias werden vielerorts unkontrolliert abgeholzt (Foto: CARE/Bulling) Das Uluguru-Gebirge türmt sich mitten im flachen Land Tansanias auf und ragt über 2000 Meter in die Höhe. Die Spitzen der Berge sind verdeckt von flaumigen Wolken, die felsigen Hänge fallen schroff nach unten ab. Von der Stadt Morogoro aus erhebt sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/06/uluguru-berge_1.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-904" title="uluguru-berge_1" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/06/uluguru-berge_1-300x219.jpg" alt="" width="300" height="219" /></a> Der grüne Schein trügt: Die Wälder Tansanias werden  vielerorts unkontrolliert abgeholzt (Foto: CARE/Bulling)</div>
<p>Das Uluguru-Gebirge türmt sich mitten im flachen Land Tansanias auf und ragt über 2000 Meter in die Höhe.<span id="more-903"></span> Die Spitzen der Berge sind verdeckt von flaumigen Wolken, die felsigen Hänge fallen schroff nach unten ab. Von der Stadt Morogoro aus erhebt sich vor mir ein Panorama, welches man auch in der Schweiz oder in Österreich genießen kann. Doch etwas stört den malerischen Blick aufs Gebirge: Wo einst grüne Wälder die Berge säumten, macht sich heute ein brauner Flickenteppich aus ausgebrannter Erde und verdorrten Feldern breit. Nur noch vereinzelt wachsen hohe Bäume, das wenige Grün bilden Sträucher, Büsche und Bananenbäume. „Hier gab es früher überall dichten Waldbestand“, erklärt mir Lopa, der CARE-Projektmanager. „Doch die Dörfler in den Wäldern roden zu viel, um neue landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen.“<strong> </strong></p>
<p><strong>Löcher in den Straßen und ein voll bepackter Jeep</strong></p>
<p>Unser Ziel heute ist Kibungo, ein Dorf weit oben in die Uluguru-Bergen. Obwohl es nur 60 Kilometer von Morogoro entfernt ist, brauchen wir mehr als drei Stunden dorthin. Die Straße ist kaum ihren Namen wert, unser Jeep springt von Loch zu Loch. Langsam zieht sich der Wagen die rote Piste hoch. Wir fahren an Reis- und Maisfeldern vorbei, sehen Bananenplantagen und Kokospalmen. Heute ist Markttag, wir passieren Händler, die bergeweise Bananen und Orangen verkaufen. Um vom Markt nach Kibungo zu gelangen, müssen die Einwohner den Berg herab laufen – und mit ihren Einkäufen wieder in die Höhe. Wir nehmen ein paar Einwohner mit, bis unser Jeep aus allen Nähten platzt. Während wir den Berg hinaufschaukeln, überlege ich zusammen mit dem Fahrer, ein Busunternehmen zu gründen. Doch was uns in diesem Moment als Scherz erscheint, ist für die Dorfbewohner bittere Realität. Ohne Straßen, ohne Transport können sie ihre Produkte nicht verkaufen.<strong> </strong></p>
<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/sandra_klein.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-994" title="sandra_klein" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/sandra_klein-300x210.jpg" alt="" width="300" height="210" /></a> Sandra unterwegs in Tansania (Foto: CARE)</div>
<p><strong>Waldrodung und Erdrutsche gehen Hand in Hand </strong></p>
<p>So leben sie vom Ertrag ihrer Felder. Und wenn ein Boden seine Fruchtbarkeit durch zu intensiven Anbau verliert, muss neues Land bewirtschaftet werden. Und dafür müssen Bäume fallen. „Dazu kommt, dass die Bauern sehr umweltschädigend anbauen“, erklärt mir Lopa. „Es gibt heutzutage Techniken, wie beispielsweise den Terrassenanbau oder die Nutzung von natürlichem Dünger, die die Felder und den Boden schonen.“</p>
<p>Es ist ein Teufelskreis: Je mehr Wald gerodet wird, desto mehr rutscht der Boden den Hang hinab. Ohne die stabilisierenden Wurzeln, kann sich das Erdreich nicht mehr halten und zerstört Felder, Straßen, Wege. Lopa und sein Team aus Morogoro erklären den Bauern, wie wichtig der schonende Umgang mit der Natur ist. Sie zeigen die neuen Techniken und deren richtige Anwendung.</p>
<p><strong>Die Lösung: Umweltschutz wird bezahlt</strong></p>
<p>Doch dies ist nur ein Teil des Projektes, das CARE zusammen mit dem World Wide Fund for Nature (WWF) durchführt. In den Uluguru-Bergen entspringt der Ruvu-Fluss, der als wichtige Wasserquelle für die Versorgung der Hauptstadt Dar es Salaam gilt. Durch die Bodenerosion ist das Wasser verschmutzt und oft nur mit teuren Filtersystemen zu gebrauchen. Deswegen verfolgen CARE und WWF eine neue Idee: Die Bauern sorgen für sauberes Wasser, indem sie umweltschonender anbauen. Doch für diese Mühe sollen sie bezahlt werden – und zwar von den Firmen, die weiter unten am Flusslauf vom sauberen Wasser profitieren. „Damit bekommen die Menschen, die in den Uluguru-Bergen leben, einen Anreiz, die Wälder zu schonen“, sagt Lopa.</p>
<p>CARE hat einen Businessplan entwickelt, um den Firmen dieses Bezahlsystem schmackhaft zu machen. Noch ist das Projekt am Anfang, erst müssen die Bauern das Wasser sauber halten, dann können sie von den Firmen Geld verlangen. „Ich bin sehr optimistisch“, freut sich Lopa. „Wir haben bereits einige interessierte Firmen, wie Coca Cola, die in diese Idee investieren wollen. Es ist dringend notwendig, denn sonst sind die Uluguru-Berge bald nicht mehr für ihre grünen Wälder, sondern nur noch für ihre rote Erde bekannt.“</p>
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