Katharina Nordhorn arbeitet für die Kommunikations- und Marketing-Abteilung von CARE DL. In den nächsten sechs Wochen unterstützt sie die CARE-Kollegen in Nepal. Außerdem wird sie eng mit der nepalesischen Partnerorganisation Shanti Griha zusammen arbeiten. Hier schildert sie Ihre Eindrücke aus Kathmandu.
365 ungleichmäßige Stufen geht es durch den lichten Pinienwald bergaufwärts. Buddha-Statuen und zahlreiche kleine Stände, die tibetische und nepalesische Kunstfertigkeiten anbieten, säumen links und rechts den Weg. Und immer wieder begegnet man Affen, die von den Steinstufen oder aber in sicherer Entfernung die Besucher neugierig bis frech beäugen und vorbeihuschen. Man sagt, sie seien die Wächter dieses besonderen Hügels am Rande von Kathmandu.Nach einigen besonders schmalen und hohen Stufen sind wir angekommen: am Svayambhunath-Stupa, wohl einer der ältesten religiösen Stätten des Kathmandu-Tales.
Wir betreten den mit roten Steinen gepflasterten Platz, der den Stupa umgibt und ich bin überwältigt von dem Anblick, der sich uns bietet. Gegen den tiefblauen Himmel erscheint die große weiße Halbkugel des Stupa – die den Körper Buddhas darstellen soll – in der Mitte des Platzes noch strahlender. Am auffälligsten jedoch sind, wenn man den Blick hebt, die Augen Buddhas, die einen förmlich zu betrachten scheinen. Von dem goldenen Steinquader, der auf der Halbkugel sitzt, blickt ein Augenpaar auf das Kathmandu-Tal – und je ein weiteres auf den anderen Seiten des Quaders in die anderen Himmelsrichtungen. Gekrönt wird der Turm von dreizehn kleiner werdenden Scheiben, die die Stufen auf dem Weg zur Erleuchtung symbolisieren.
Von der Spitze des Stupa wehen die roten, gelben, weißen, grünen und blauen Gebetsfahnen leicht im Wind. Ebenso wie auf den Gebetsfahnen stehen auch auf den Gebetsmühlen tibetische Mantras. Die Gebetsmühlen umkreisen den Stupa. Pilger, buddhistische Mönche in ihren dunkelroten Gewändern und Touristen schreiten im Uhrzeigersinn um ihn herum und drehen die Gebetsmühlen. Es ist ein sehr schöner, beschaulicher und friedlicher Ort. Das turbulente und quirlige Kathmandu und seine durch die Abgase leider sehr schlechte Luft liegt am Fuße des Hügels. Und erscheint doch so viel weiter weg. Ramesh, ein Mitarbeiter von Shanti Griha, der mir heute Kathmandu zeigt, und ich bleiben noch längere Zeit hier oben und genießen die friedliche Atmosphäre.
Dann machen wir uns zurück auf den Weg nach Kathmandu. Und sind gestärkt für die neue Woche und die Arbeit, die vor uns liegt.