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	<title>blog.care.de &#187; Roger Willemsen</title>
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	<description>Blog des Teams von CARE Deutschland-Luxemburg e.V.</description>
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		<title>Reisen mit Roger</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Jul 2009 11:52:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Jamann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mit Roger Willemsen in Nepal]]></category>
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		<description><![CDATA[Im Februar 2005 habe ich mein erstes CARE-Projekt besucht – gemeinsam mit Roger Willemsen in Afghanistan. Mitten in Kathmandu: Wolfgang Jamann unterwegs mit Roger Willemsen (Foto: CARE/Ihle) Zu unserem 25jährigen Jubiläum starteten wir eine Informations- und Spendenkampagne für dieses vom Krieg zerrissene Land, um Mädchen die Chance zur Schulbildung zu geben. Viereinhalb Jahre später waren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Februar 2005 habe ich mein erstes CARE-Projekt besucht – gemeinsam mit Roger Willemsen in Afghanistan.</p>
<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/jamannrw_ihle.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1074" title="jamannrw_ihle" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/jamannrw_ihle-300x230.jpg" alt="" width="300" height="230" /></a> Mitten in Kathmandu: Wolfgang Jamann unterwegs mit Roger Willemsen (Foto: CARE/Ihle)</div>
<p>Zu unserem 25jährigen Jubiläum starteten wir eine Informations- und Spendenkampagne für dieses vom Krieg zerrissene Land, um Mädchen die Chance zur Schulbildung zu geben. Viereinhalb Jahre später waren wir wieder gemeinsam unterwegs, diesmal in Nepal, ebenfalls ein vom Bürgerkrieg geprägtes Land, in dem Kinder und Jugendliche unsere besondere Unterstützung brauchen. Es ist meine letzte Reise für CARE, im nächsten Monat verlasse ich die Organisation.<br />
<span id="more-1072"></span><br />
So schließt sich der Kreis. Die Unterstützung, die wir in diesen Jahren von Roger Willemsen erhalten haben, war überwältigend. Er hat im Afghanistan-Jahr CARE sein Gesicht und seine Stimme geliehen. Beim Wirbelsturm in Myanmar half er uns, Aufmerksamkeit für dieses so furchtbar zerstörte Land zu wecken. Er half uns und vielen anderen mit Veranstaltungen und glaubhaften Auftritten für die benachteiligten und armen Menschen im Süden. Und er wird uns auch bei dem Bemühen unterstützen, die Situation von ethnischen Minderheiten und perspektivarmen Jugendlichen in Nepal zu verbessern.</p>
<p>Viele Prominente setzen sich für soziale Belange ein, nicht immer unumstritten, nicht immer in der rechten Weise. Es wird der Vorwurf laut, die Anliegen seien nicht echt, es ginge um nützlichen &#8216;sozialen Schmuck&#8217; zur Verbesserung des Images. Wer Roger Willemsen auf Reisen und bei seinem Einsatz für die Arbeit von CARE, für den afghanischen Frauenverein und andere humanitäre Gruppen erlebt, wird eines Besseren belehrt. Er bereitet sich akribisch vor. Sucht Perspektiven, auch kritische, um neues Licht auf Verhältnisse zu werfen und uns herauszufordern. Gleichzeitig respektiert er konsequent den Professionalismus der Entwicklungshelfer und der lokalen Partner. Und stellt uns mit seiner journalistischen und schriftstellerischen Neugier die richtigen Fragen.</p>
<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/roger-kniend-mit-nepalis_ihle1.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1078" title="roger-kniend-mit-nepalis_ihle1" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/roger-kniend-mit-nepalis_ihle1-300x227.jpg" alt="" width="300" height="227" /></a> Scharfe Beobachtungsgabe und hohe Empathie – Roger Willemsen hört zu und notiert (Foto: CARE/Ihle)</div>
<p>Roger Willemsen ist Humanist. Er macht Mut, begeistert, teilt seine Leidenschaft für das Wohlergehen der Menschen. Seine scharfe Beobachtungsgabe paart sich mit einer hohen Empathie, ein Mitfühlen im besten Sinne des Wortes. Die Menschen reagieren fasziniert auf diesen großen freundlichen Menschen, lassen sich von ihm heranziehen, emotional und auch physisch, selbst wenn sie ihm nur bis zur Achselhöhle reichen. Sein bedingungsloses Interesse an Details und Einzelschicksalen hat schon vielen ein Leuchten in die Augen gebracht – ein berühmter Mann aus einem reichen Land ist besorgt um das Schicksal des Bienenstockes oder um die vertrocknende Maisernte. Und er verspricht, der Welt dort draußen zu berichten, auf dass die Gleichgültigkeit gegenüber weltweiter Armut und Benachteiligung verschwinde.</p>
<p>Afghanistan und Nepal sind keine einfachen Reiseländer. In ersterem ist uns in der Herberge vor Kälte das Zahnputzwasser gefroren, und verstreute Splitterminen und die Gefahr von Entführungen machten das Reisen lebensgefährlich. In Nepal wurden die physischen Anstrengungen der langen heißen Wege im Bergland noch verschärft durch Sabotageaktionen der Maoisten. Ich habe Roger nie ernsthaft klagen gehört, nicht ob der Hitze, der Kälte oder der Sicherheitslage, noch über die manchmal kapriziösen Begleiter oder Gesprächspartner, die sich ihm zugesellten. Seinen Humor und seine Selbstironie vor laufender Kamera im strömenden Monsun von Phokara zu erleben, nach langen Tagen und schlaflosen Nächten, war für alle Beteiligten eine ganz wunderbare Erfahrung, von der auch die zuschauenden Nepali angesteckt wurden. Und es ist wirklich schwer, nicht vom Wechselspiel zwischen Roger Willemsen und seiner Umwelt fasziniert zu sein, das geprägt ist von Begeisterung, Lebensfreude und Optimismus.</p>
<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/rw_mitkindernundkamera_ihle1.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1076" title="rw_mitkindernundkamera_ihle1" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/rw_mitkindernundkamera_ihle1-300x230.jpg" alt="" width="300" height="230" /></a> Es gibt immer was zum Lachen mit Roger Willemsen (Foto: CARE/Ihle)</div>
<p>Roger Willemsen setzt sich für die Sache der Armen ein, er mobilisiert Freunde, Kollegen, Kulturschaffende und andere kluge, engagierte Menschen, die auf sein Urteilsvermögen und seine Integrität vertrauen. Damit leistet er den Hilfsorganisationen unschätzbare Dienste. Aber mehr noch vermittelt er Freude, Spaß und Respekt im Umgang miteinander. Für all das möchte ich ihm herzlich danken. Für CARE zu arbeiten, war ein Privileg für mich. Mit Roger zu reisen war dabei eine der größten Freuden.</p>
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		<title>Das Fest der Reispflanze</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jul 2009 08:11:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CARE Deutschland-Luxemburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Christina Ihle]]></category>
		<category><![CDATA[Mit Roger Willemsen in Nepal]]></category>
		<category><![CDATA[Projekte Asien]]></category>
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		<category><![CDATA[Roger Willemsen]]></category>
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		<description><![CDATA[Von Christina Ihle Suntali Parga (rechts) mit ihrer Mutter und beiden Schwestern beim Reispflanzen (Foto: CARE/Ihle) Die Dörfer der Chepang trennt oft ein tiefes Tal oder ein reißender Fluß von den Märkten, den Schulen, Straßen und Gesundheitsstationen der Region. Um den Bewohnern dennoch Zugang zu dieser heute überlebenswichtigen Infrastruktur zu geben und sie mit Hilfsprogrammen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Von Christina Ihle</em></strong></p>
<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px; text-align: left;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/suntali-parga-beim-reispflanzen_ihle.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1039" title="suntali-parga-beim-reispflanzen_ihle" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/suntali-parga-beim-reispflanzen_ihle.jpg" alt="" width="300" height="212" align="left" /></a> Suntali Parga (rechts) mit ihrer Mutter und beiden Schwestern beim Reispflanzen (Foto: CARE/Ihle)</div>
<p>Die Dörfer der Chepang trennt oft ein tiefes Tal oder ein reißender Fluß von den Märkten, den Schulen, Straßen und Gesundheitsstationen der Region.<span id="more-1027"></span></p>
<p>Um den Bewohnern dennoch Zugang zu dieser heute überlebenswichtigen Infrastruktur zu geben und sie mit Hilfsprogrammen erreichen zu können, finanziert Shanti Griha gemeinsam CARE oft den Bau kleiner Hängebrücken – so auch in Phedikhola. Als die Kinder unserer Gruppe über die Brücke folgen, beben die Planken unter unseren Füßen. Der Versuch, den spektakulären Blick in das Tal mit der Kamera einzufangen scheitert kläglich.</p>
<p>„Wessen ich nie müde werde auf dieser Reisen, das ist die Begeisterung der Kinder“, sagt Roger Willemsen. „Nie ist man zu erschöpft für den Überschwang, die Lebensfreude von ihnen, die immer anders und immer gleich gelebt zu haben scheinen, damit man eines Tages an diese Brücke kommt und sie einem entgegen toben mit ihre Neugier. Über jede Grimasse freuen sie sich, jede noch so kleine Gabe löst Begeisterung aus, und was immer man ihnen zeigt.“</p>
<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px; text-align: left;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/rw-mit-kindern_klein_ihle.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1040" title="rw-mit-kindern_klein_ihle" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/rw-mit-kindern_klein_ihle.jpg" alt="" width="300" height="230" align="left" /></a> Begeisterung auf beiden Seiten: Roger Willemsen mit Kindern (Foto: CARE/Ihle)</div>
<p>Auf der anderen Seite arbeiten wir uns über die Terrassenfelder langsam zu den Berghängen und den Dörfern vor. Heute ist das Fest der Reispflanze in Nepal. Die Kinder haben schulfrei. Jede Hand wird auf dem Feld und beim Einsetzen der Reispflanzen gebraucht. Wir sprechen mit den Frauen. Während die Männer den Boden mithilfe der Wasserbüffel lockern, stehen sie knöcheltief im Schlamm, Stunde um Stunde gebückt, um in einem unglaublichen Tempo die Pflanzen in die Erde zu drücken. Auch wir dürfen probieren und lösen Kopfschütteln, missbilligende Schnalzlaute und schließlich Lachen aus. „Wir sind froh, dass der Monsun begonnen hat“, sagt Suntali Parga. „Die jungen Pflanzen brauchen Regen. Zu lange war es trocken.“ Sie berichtet uns, dass die Ernte ihres Feldes reichen wird, um die Großfamilie sechs Monate zu ernähren. Hätten sie ein Bewässerungssystem, könnten sie im Winter noch einmal pflanzen, für eine zweite Ernte. Mit vielen anderen Gemeinschaften haben CARE und Shanti Griha Bewässerungssysteme wie diese bereits gebaut. Monika Knapp von Shanti Griha ermutigt Suntali, sich mit den anderen für ihren Wunsch in der Dorfversammlung stark zu machen. Wenn alle im Dorf bereit sind, zu einem Bewässerungssystem mit beizutragen, können CARE und Shanti Griha sich für eine Finanzierung engagieren.</p>
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		<title>Hat das Volk der Chepang eine Zukunft?</title>
		<link>http://blog.care.de/hat-das-volk-der-chepang-eine-zukunft/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 12:54:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CARE Deutschland-Luxemburg</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von Christina Ihle Kinder der Chepang-Schule in Khairani (Foto: CARE/Christina Ihle) Gerade noch rechtzeitig konnten wir heute morgen Kathmandu verlassen. Um 9.30 Uhr passierten wir den Schlagbaum zum Highway Richtung Süd-Westen. Um 10 Uhr riegelten Bandhs die Hautstadt von der Außenwelt ab. Unser Ziel: die Provinz Chitwan. Hier unterstützt Shanti Griha zusammen mit CARE 53 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Von Christina Ihle</strong></em></p>
<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px; text-align: left;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/1chepanginternat_ci-klein.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-988" title="1chepanginternat_ci-klein" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/1chepanginternat_ci-klein.jpg" alt="" width="300" height="211" align="left" /></a> Kinder der Chepang-Schule in Khairani (Foto: CARE/Christina Ihle)</div>
<p>Gerade noch rechtzeitig konnten wir heute morgen Kathmandu verlassen. <span id="more-987"></span>Um 9.30 Uhr passierten wir den Schlagbaum zum Highway Richtung Süd-Westen. Um 10 Uhr riegelten Bandhs die Hautstadt von der Außenwelt ab. Unser Ziel: die Provinz Chitwan. Hier unterstützt Shanti Griha zusammen mit CARE 53 Dörfer, baut gemeinsam mit den Bewohnern Schulen, Wassersysteme und sucht nach neuen Einkommenswegen gegen die extreme Armut. Nach sechs Stunden einer manchmal dramatischen Fahrt über die „Highway“ genannte Bundesstraße mit ihren streunenden Kühen, bemalten LKWs, überladenen Motorrädern, Tuk-Tuks, marschierenden Kolonnen von Fußsoldaten, spielenden Kindern, und in leuchtenden Farben gekleideten Frauen biegen wir in einen unbefestigten Weg ein.</p>
<p><strong>Besuch beim Volk der Chepang</strong></p>
<p>Auf seiner Stirnseite unser erstes Ziel, ein Internat für die Kinder des Volkes der Chepang, einer der ärmsten Volksgruppen Nepals. Früher lebten sie in der Abgeschiedenheit der Bergwälder vom Jagen, Fischen, Wurzel- und Wildhonigsammeln. Ihr Wissen um die Heilkunst der Kräuter, zum Beispiel, ist legendär. Die meisten von ihnen können heute in den Wäldern nicht mehr überleben. Sie ziehen in die tiefer gelegenen Dörfer, um Landwirtschaft zu betreiben. Da die Chepang jedoch nicht registriert sind, haben sie auch nicht das Recht, eigenes Land zu besitzen – von politischer Mitsprache ganz zu schweigen. Bildung ist für sie eine der wichtigsten Voraussetzung, um ihre Situation langfristig verändern zu können.</p>
<p>Kaum kommt das Auto zum Stehen, laufen uns Blumen schwenkend die Kinder entgegen. „Dies ist ein idyllischer Platz, der glücklicherweise nicht viel von der Notsituation verrät, die ihn geschaffen hat“, sagt Roger Willemsen später. „Zwei Häuser inmitten weitläufiger Felder, ein Hof zum Spielen, die Ruhe der Natur ringsum – hier lässt sich leben und lernen. Der Übermut der Kinder beeindruckt mich so wie ihre Offenheit, ihre Breitwilligkeit, Fragen zu beantworten oder sich um uns zu scharen.“ Stimmt! Das sind die nettesten Momente, die man sich nur vorstellen kann: Ameisenbedeckte Blumen werden uns um die Hälse gelegt, erst schüchtern, dann lachend verraten die Kinder und ihre Namen und als das Eis gebrochen ist, führen sie uns wild gestikulierend durch ihre Schule. Pflichtbewusst zeigen sie uns zuerst die Klassen, viel lieber aber eigentlich die Schulziege, die Küche, in der sie reihum für alle 200 Schüler selber kochen, den indischen Butterbaum im Innenhof – Wahrzeichen der Chepang – und dann ihr Allerheiligstes: die Schlafräume. Hefte stapeln sich am Kopfende der Holzpritschen. So manche hat ihren heimlichen Filmstar in vergilbten Zeitungsausschnitten an der Wand drapiert. Dann werden uns die wahren Schätze präsentiert: Döschen mit Bintis, Steine eines selbst gemachten Brettspiels, glitzernde Haarbürsten und sogar ein Foto von Zuhause.</p>
<p><strong>Schule bedeutet Zukunft</strong></p>
<p>Die meisten Kinder sind zwischen sieben und acht Marschstunden von ihren Dörfern entfernt. Sie sehen ihre Familie nur in den Ferien. Für Sangita allerdings ist heute ein Festtag. Ihr Vater, Mitglied des Elternschulkommitees, hat sieben Stunden Fußmarsch auf sich genommen, um uns heute zu treffen und von der Situation seines Volkes zu berichten. Wie immer hat er von der Mutter Honigsüßigkeiten mitgebracht.</p>
<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px; text-align: left;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/2_sangitamitvater_ci-klein.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-989" title="2_sangitamitvater_ci-klein" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/2_sangitamitvater_ci-klein.jpg" alt="" width="300" height="213" align="left" /></a> Sangita ist zurecht stolz auf ihren Vater. Und er auf sie. (Foto: CARE/Christina Ihle)</div>
<p>Sangita ist in der siebten Klasse. Sie ist die einzige aus ihrem Dorf, die hier zur Schule gehen darf. „Wir sind froh, dass Sangita für uns Lesen und Schreiben lernt“, sagt ihr Vater. „Außerdem bekommt sie hier kostenlos täglich zu essen.“ In den Dörfern sei dies schwierig, erzählt er. Die Böden oben in den Bergen seien schlecht und ihre Erträge reichten nicht länger als sechs Monate. Und den Rest des Jahres? Den würden sie überbrücken, durch Jagen und Sammeln von Wurzeln oder Brennholz, das sich auch im Tal verkaufen lässt. Sangita möchte Lehrerin werden und hofft im nächsten Jahr, zur Highschool gehen zu dürfen. Ihr Vater nickt. Was er kann, wird er dafür tun. Er ist stolz auf Sangita und Sangita zurecht stolz auf ihn. Denn mit dieser Entscheidung bricht er mit der Tradition der Chepang, Mädchen mit dem 12. Lebensjahr zu verheiraten.</p>
<p>Während CARE-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Jamann sich in einem unteren Klassenzimmer von den Eltern detailliert beschreiben lässt, wie sie ihr Leben führen und um ein Auskommen ringen, hat sich Roger Willemsen mit Vertretern aus drei Generationen in den Hof gesetzt. „Mir war wichtig, etwas vom Innenleben der Chepang zu erfahren und fragte sie nach ihrer Zukunft“, erzählt er. „Der Junge sieht die Zukunft seines Volkes unter den Städtern, er beobachtet die Abwanderung der Jugend mit Verständnis und wünscht sich selbst eine bessere Ausbildung in der Stadt. Der Mann mittleren Alters hat durch einen Schlangenbiss ein Bein verloren. Er braucht zu Fuß nun drei Stunden für den Weg in sein Dorf, der andere eine halbe kostet. Für ihn bietet nur das Dorf die Unterstützung, die er so dringend braucht.</p>
<p>Der Alter erzählte mir aus Großvaters Zeiten und als ich ihn fragte: Glauben Sie, dass Ihr Volk in hundert Jahren noch existiert, schüttelte er wehmütig den Kopf: Nein, das glaube er nicht. Aber glücklich sei er über die Möglichkeiten des Überlebens, die sich seinen Enkeln auch durch ein Schulprojekt wie dieses bietet.&#8221;</p>
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		<title>Nepal: Unterwegs mit Roger Willemsen</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 12:03:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CARE Deutschland-Luxemburg</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von Christina Ihle Vor dem Regentempel verkaufen Frauen frisches Wasser (Foto: CARE/Christina Ihle) Es ist heiß in Kathmandu. Nach 19 Stunden Flug streifen wir durch die engen Gassen des alten Stadtkerns. Nicht nur wir: Motorräder, Rikschas, Autos bahnen sich mit lautem Hupen ihren Weg durch die Menschenmenge. Einer ist hier nicht zu übersehen: Roger Willemsen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Von Christina Ihle</strong></em></p>
<p><em><strong> </strong></em></p>
<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 300px; text-align: left;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/foto3_wassertempel_christina-ihle_klein.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-967" title="foto3_wassertempel_christina-ihle_klein" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/foto3_wassertempel_christina-ihle_klein.jpg" alt="" width="300" height="201" align="left" /></a> Vor dem Regentempel verkaufen Frauen frisches Wasser (Foto: CARE/Christina Ihle)</div>
<p>Es ist heiß in Kathmandu. Nach 19 Stunden Flug streifen wir durch die engen Gassen des alten Stadtkerns.<span id="more-966"></span> Nicht nur wir: Motorräder, Rikschas, Autos bahnen sich mit lautem Hupen ihren Weg durch die Menschenmenge. Einer ist hier nicht zu übersehen: Roger Willemsen. Nicht die Bucherfolge, sein Interviewstil oder die typischen Vielwortsätze lösen hier bei den Frauen Freude aus. In Kathmandu ist allein seine Körpergröße eine Sensation. Immer wieder bleibt Roger stehen. In der Hand seine ständigen Begleiter: Stift und Notizbuch. „Es sind die Details, die ein Land und seine Bevölkerung einzigartig machen, zum Beispiel ist sich das Elend überall auf der Welt erschreckend ähnlich“, sagt er. „Es geht mir darum, genau zu sein, präzise zu sagen, was die Charakteristik eines Landes und die seiner Notlage ausmacht. Details aufzuschreiben, ist nicht allein mein Weg, sie zu verarbeiten und ihnen in meiner Erinnerung den Platz zu geben, den sie verdienen, sondern auch der, sie für andere erfahrbar zu machen.“</p>
<p><strong>Buntes Treiben auf den Straßen</strong></p>
<p>Wir folgen einer Gruppe von Trägern. Barfuß jonglieren sie ihre mit Reissäcken beladenen Kiepen durch die Menge. Laute Musik führt uns zum Durbar Square. Vor dem Königspalast wirbt eine Jugendgruppe der Maoisten mit mäßigem Erfolg für den Internationalen Anti-Drogen-Tag. Auf den Stufen der Tempeltreppen pausieren Frauen mit Markteinkäufen, Jugendliche wippen gelangweilt den Fuß zum Rhythmus der dröhnenden Musik. Roger setzt sich mitsamt Notizbuch dazu. „Mich beeindruckt, dass man sich hier in der „Stadt der tausend Tempel“ nicht durch ein großes Museum bewegt, sondern dass die Tempel in das Alltagsleben einbezogen sind“, sagt er. „Märkte, Garküchen, Verkaufsstände zwischen den Tempelmauern&#8230; – offenbar besteht hier keine Grenze zwischen dem Raum für Lebens- und dem für Glaubenspraxis.“</p>
<p style="text-align: center;"><a></a></p>
<div style="background-color: #eeeeee; font-size: 10px; width: 228px; text-align: left;"><a href="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/foto1_rw1_ci_klein.jpg"><img class="size-medium wp-image-968 aligncenter" title="foto1_rw1_ci_klein" src="http://blog.care.de/wp-content/uploads/2009/07/foto1_rw1_ci_klein-228x300.jpg" alt="" width="228" height="300" align="left" /></a> Das Notizbuch ist Roger Willemsens ständiger Begleiter (Foto: CARE/Christina Ihle)</div>
<p><strong>Von Afghanistan nach Nepal: Roger Willemsen ist für CARE unterwegs</strong></p>
<p>Seit 2005 ist Roger Willemsen CARE-Botschafter. Seine erste CARE-Reise führte ihn nach Afghanistan. Jetzt ist er, begleitet von CARE-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Jamann hier, um unsere Arbeit und die unserer Partnerorganisation Shanti Griha in Nepal kennen zu lernen. Wie damals in Afghanistan wird auch diese Reise überschattet von den jüngsten politischen Ereignissen im Land: Nach nur neun Monaten Amtszeit ist der Premierminister und Maoist Pushpa Kamal Dahal unerwartet zurückgetreten und ruft seine Anhänger zu Generalstreiks gegen das konservative politische Establishment auf. Die Bevölkerung und die internationale Gemeinschaft bangen um den 2006 begonnenen Friedensprozess, um das vorsichtig aufkeimende wirtschaftliche Leben nach zehn Jahren Guerillakrieg und erneut, um die Sicherheit im Land. Das Auswärtige Amt warnt vor den Gefahren bei Reisen besonders in den Süden, von Streiks, Straßenblockaden, Bombenattentaten und Überfällen ist die Rede. Diese beunruhigen nicht nur die wenigen Touristen und ausländischen Besucher hier. Sie treffen vor allem massiv die Bevölkerung, und das nicht zuletzt, weil der Tourismus die Haupteinnahmequelle für viele der Armen ist und wieder deutlich zurückgeht, seit für die Unversehrtheit der Reisenden nicht mehr garantiert werden kann.</p>
<p>„Nepal geht es nicht gut“, sagt unser Begleiter von Shanti Griha Rajiv Nepali. „In der Tat organisieren die Maoisten und unterschiedliche politische Splittergruppen täglich Bandhs: erzwungene Straßenblockaden, Demonstrationen und Streiks. Sie legen das öffentliche Leben für viele Stunden lahm, sie verhindern den Transport dringend benötigter Nahrungsgüter in die abgelegenen Landregionen und führen oft zu gewaltsamen Ausschreitungen.“ Heute war es relativ ruhig. Morgen müssen wir flexibel von Stunde zu Stunde neu entscheiden.</p>
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