Thailand: Wo sind die Fische?

Von CARE-Mitarbeiterin Katrin von der Dellen.

Seit einem Jahr setzt CARE Deutschland-Luxemburg in Zusammenarbeit mit der Raks Thai Foundation (RTF) in den Küstenregionen von Indonesien und Thailand ein Projekt zur Anpassung an den Klimawandel um.

Im ersten Projektjahr schulte CARE Regierungsmitarbeiter und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen darin, lokales Wissen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu verknüpfen. In den Provinzen Nakhon Si Thamarat, Krabi, Chumphon und Trang wurden die Folgen des Klimawandels und deren Auswirkungen auf das Leben der Gemeindebewohner systematisch erfasst und Anpassungsmaßnahmen identifiziert. Jetzt möchte ich in Erfahrung bringen, ob die Teilnehmer des CARE-Projekts die Auswirkungen des Klimawandels in ihren Dörfern benennen können. Außerdem möchte ich wissen, welche Schritte sie planen, um ihren Lebensstandard trotz veränderter klimatischer Bedingungen aufrechtzuerhalten.

Leere Netze

Meine Reise führt mich also an den Golf von Thailand, wo sich im Süden die Provinz Nakhon Si Thammarat befindet. Palmöl- und Kautschukplantagen prägen das Bild entlang der Hauptverkehrsstraße. Der größte Teil des Einkommens wird hier durch Landwirtschaft, Fischerei und Aquakultur erzielt. Im Sinchon Distrikt treffe ich Herrn Win Jindanin. Er arbeitet freiwillig für die lokale Regierung, um Mangroven zu schützen und ist außerdem Sprecher der Südthailändischen Fischervereinigung.

In Aquakulturen werden Fische, Muscheln, Krebse und Algen gezüchtet. (Foto: CARE/ von der Dellen)

In Aquakulturen werden Fische, Muscheln, Krebse und Algen gezüchtet. (Foto: CARE/ von der Dellen)

Der Klimawandel äußert sich hier in Sinchon vor allem im häufigen Auftreten von starken Niederschlägen, die auch während der Trockenzeit auftreten können. Diese Regenfälle verursachen Hangrutsche und Überflutungen. Neben diesen extremen Wettereignissen berichtet Herr Win Jindanin von einer steigenden Meerestemperatur, die zur Reduzierung von Plankton führe. Plankton ist jedoch die Nahrungsgrundlage kleinerer Fische. Für die lokalen Fischer bedeutet dies, dass sie immer weiter auf das Meer hinausfahren müssen, um eine ausreichende Menge an Fischen zu fangen. Doch hierzu brauchen sie mehr teures Benzin und die Gefahr auf hoher See steigt auch. Die zunehmende Verschmutzung des Wassers durch benachbarte Shrimpzuchten verhindern alternative wirtschaftliche Aktivitäten wie Aquakultur. In der Aquakultur werden Fische und andere im Meer lebende Organismen ohne chemische Futtermittel gezüchtet, also eine Aufzucht, die nicht das Meer verschmutzt.

Neue Geschäftsideen

Die Dorfbewohner haben realisiert, dass Fischfang und Aquakultur als Haupteinnahmequelle künftig nicht mehr ausreichend sein werden. Die Fischerfrauen überlegen, die Fischprodukte weiterzuverarbeiten und Shrimp-Paste für den lokalen Markt herzustellen. Das notwendige Startkapital könnte von der Regierung zur Verfügung gestellt werden. Die Frauen von Sinchon nahmen dazu am vergangenen Montag an einer Informationsveranstaltung der Provinzregierung teil. Die von CARE entwickelte Methode hilft ihnen und den anderen Bewohnern dabei, die Umweltproblematik in ihrem Dorf besser darzustellen. So wird die Chance erhöht, dass das Dorf für das Mikrofinanzprojekt ausgesucht wird.

Frauen erarbeiten neue Geschäftsideen. (Foto: CARE/ von der Dellen)

Frauen erarbeiten neue Geschäftsideen. (Foto: CARE/ von der Dellen)

Für mich geht es jetzt wieder zurück nach Deutschland. Das nächste Mal werde ich die CARE- Projekte in Indonesien besuchen. Ich freue mich schon darauf, Euch von meiner nächsten Reise zu berichten.

Einsatzorte

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