Unglaubliches Indien…

Indien hat eine ziemlich gute PR. Seit einigen Jahren ist der Ausdruck „Incredible India“ in aller Munde, dank einer breit angelegten internationalen Werbekampagne. Wer kennt nicht die traumhaften Bilder von Elefanten in freier Wildbahn, Sonnenuntergang hinter dem Taj Mahal oder Frauen in bunten Saris auf lebhaften Straßen? Die Marke Indien hat also einiges an Strahlkraft.

(Foto: flickr.com/ BriceFR CC BY-NC-SA 2.0)
Die lebhaften Straßen, Taj Mahal und Elefanten in freier Wildbahn haben eine „unglaubliche“ Strahlkraft. (Foto: flickr.com/ BriceFR CC BY-NC-SA 2.0)

Um die „Marke“ CARE und vieles andere geht es in den nächsten Tagen in Neu-Delhi, der Hauptstadt von Indien. Hier treffen sich CARE-Mitarbeiter aus allen fünf Erdteilen, die bei sich daheim für Medien und Kommunikation, Fundraising und Anwaltschaftsarbeit zuständig sind. Was besprochen wird und wie das Treffen abläuft, davon berichte ich in einem späteren Blog. Erst einmal zurück zu unserem Gastland: Eine Konferenz in Indien, das hört sich irgendwie extravagant an. Warum nicht in Europa oder Nordamerika bleiben? Aber genau das ist das Herzstück von CAREs Selbstverständnis. Wir sind keine westliche Organisation, sondern ein wahrhaft globales Netzwerk. Die Kollegen auf der Konferenz kommen neben den „üblichen verdächtigen“ Europäern, Kanadiern und Amerikanern eben auch aus Australien, Kenia, Japan, Ägypten oder Nepal. Aus dieser geographischen Perspektive liegt Indien plötzlich ziemlich zentral, oder?

Auf eine Einladung CARE Indiens

Einmal im Jahr trifft sich diese Gruppe, und seit einiger Zeit stand die Einladung von CARE Indien im Raum, das Treffen einmal bei sich zu organisieren. In diesem Jahr ist es endlich soweit, und die Freude und der Stolz darüber sind unseren indischen Kolleginnen und Kollegen trotz aller Organisationshektik ins Gesicht geschrieben. CARE Indien ist ein faszinierender Teil unserer Familie, denn zum ersten Mal hat sich ein sogenanntes „Projektland“ in ein vollständiges CARE-Mitglied entwickelt. Mit zunehmendem Wohlstand einer aufstrebenden Mittelschicht passte Indien bald nicht mehr in das Schema eines Projektlandes, in dem Armutsbekämpfung mit Geldern aus reichen Industrienationen„nur“ umgesetzt wurde. Inzwischen ist CARE Indien auf dem besten Wege, ein eigenständiges Mitglied des Netzwerkes zu werden. Das heißt konkret, dass die Organisation in Indien selbst Gelder und Unterstützung anwerben kann, um Projekte im Inland, aber auch in armen Ländern anderswo umzusetzen. Peru ist auf einem ähnlichen Weg. Das alte Paradigma von Industrie- und Entwicklungsländern löst sich auf, ebenso die Grenze zwischen Nord und Süd. In Indien kann man die Konflikte, aber auch die Dynamik dieser Entwicklung an jeder Ecke spüren.

Im nächsten Blog werde ich von unserem Projektbesuch im Norden des Landes, in Uttar Pradesh berichten. Auf dem Programm stehen Mädchenbildung und Müttergesundheit, zwei Themen, die CARE besonders am Herzen liegen. Ich bin gespannt auf die Begegnungen und Eindrücke. Langweilig wird es in einer so großen, bunten Organisation definitiv nie!

Übrigens: CARE Indien findet sich mit über 23.000 Fans auch auf Facebook, twittert regelmäßig und hat natürlich eine eigene Homepage mit jeder Menge Informationen. Ist das nun wahrhaft „incredible“ oder einfach nur ziemlich cool?

Einsatzorte

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