Vier Jahre Syrienkonflikt und die Hilfe von CARE

CARE-Mitarbeiterin Chloe Day erzählt von ihrer Arbeit mit syrischen Flüchtlingen in der Türkei. (Foto: CARE)

CARE-Mitarbeiterin Chloe Day erzählt von ihrer Arbeit mit syrischen Flüchtlingen in der Türkei. (Foto: CARE)

CARE-Mitarbeiterin Chloe Day ist Programmleiterin bei CARE International in der Türkei. In ihrem Blog erzählt sie von ihrer Arbeit mit syrischen Flüchtlingen in der Türkei und ihren Erlebnissen aus der Grenzregion mit Syrien. Bei ihrer Arbeit begegnet sie täglich Menschen, die alles hinter sich lassen mussten. Viele Flüchtlinge schöpfen jedoch auch Hoffnung aus den Hilfsprojekten von CARE.

Meine Kollegen in der Türkei kommen aus vielen verschiedenen Ländern dieser Welt. Ich glaube, dass genau das uns so stark macht. Die Türkei hat seit Beginn der Syrienkrise rund 1,6 Millionen Flüchtlinge aufgenommen – mehr als jedes andere Land in der Region. Wir lassen uns durch diese unglaublich hohe Zahl jedoch nicht entmutigen. Es beeindruckt mich sehr, wie viel Engagement und Energie meine Kollegen jeden Tag aufbringen, um den Menschen, die nahezu alles verloren haben, zu helfen. In unserem Team haben wir auch Kollegen, die selbst aus Syrien geflohen sind und Schreckliches erlebt haben. Trotz allem setzen sie sich bei ihrer Arbeit jeden Tag unermüdlich für die Bedürfnisse anderer Flüchtlinge ein.

Seit September 2014 leisten wir in der Türkei Nothilfe für Flüchtlinge aus Syrien. Viele der Menschen haben auf ihrer Flucht alles verloren. Gefördert von der Europäischen Union, dem Auswärtigem Amt, der Paris City Hall und dem kanadischen Fonds für humanitäre Hilfe, verteilten wir Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Matratzen, Decken und Winterkleidung. Momentan kümmern wir uns um die Verbesserung der Wasserversorgung und der sanitären Infrastruktur. Die Entwicklung eines neuen Gutscheinsystems ermöglicht den Flüchtlingen heute selber zu entscheiden, welche Nahrungsmittel und Hygieneartikel ihre Familien am dringendsten benötigen. Zudem unterstützt diese Vorgehensweise die lokale türkische Wirtschaft, da mit lokalen Händlern zusammen gearbeitet wird. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Arbeit von CARE besteht in der Ausbildung von Freiwilligen. Die Flüchtlinge, können so ihre Landsleute über wichtige Fragen zu Hygiene aufklären und darüber, wie sie sich vor bestimmten Risiken besser schützen können.

Wir haben in der kurzen Zeit viel erreicht. Ich persönlich tanke meine Kraft aus den Erfolgserlebnissen unserer Arbeit und natürlich aus meinem tollen und engagierten Team. Wir machen viele Überstunden, arbeiten auch an den Wochenenden und schlagen uns mit endlosen Kalkulationstabellen herum. Und trotzdem: Noch nie habe ich erlebt, dass sich einer meiner Kollegen beschwert oder um eine Auszeit gebeten hat. Die zumeist unausgesprochene gemeinsame Verpflichtung alles zu tun, damit es den Flüchtlingen besser geht, und täglich zu versuchen noch mehr Menschen mit unserer Arbeit zu helfen, treibt uns alle an. Viele unserer Mitarbeiter sind weit weg von ihrem Zuhause. Die enge Zusammenarbeit hat aus uns alle zusammengeschweißt wie eine Familie. Wenn ich mir anschaue, was das CARE-Team in der Türkei aufgebaut hat, und wenn mir die Flüchtlinge erzählen, wie dankbar sie für die respektvolle Zusammenarbeit sind, macht mich das unglaublich stolz. Ich bin daher zuversichtlich, dass es uns trotz der zahlreichen Herausforderungen weiterhin gelingen wird, mit unserer Arbeit Menschen neue Hoffnung zu geben.

Ich arbeite nun schon mehr als zwei Jahre für die Syrien-Nothilfe von CARE. In diesem Monat jährt sich der Konflikt in Syrien zum vierten Mal. Diejenigen von uns, die in der Nothilfe arbeiten, wissen sehr genau, dass der Konflikt viel komplexer ist, als er oftmals dargestellt wird. Wir wissen auch, dass die Hauptlast auf gewöhnlichen Menschen liegt. Sie haben Dinge erlebt, die wir uns kaum vorstellen können. Sie haben geliebte Menschen verloren und mussten ihr ganzes Leben, ihre Heimat hinter sich lassen. Manchmal habe ich Angst, dass die vielen schrecklichen Dinge, die wir durch unsere Arbeit sehen und die zahllosen traurigen Geschichten uns psychisch zu sehr belasten. Aber wir konzentrieren uns auf das Positive. Auf das, was unsere Arbeit bewirkt und das wir täglich Menschen in dieser schwierigen Lage helfen können.

Ich hoffe sehr, dass ich eines Tages meine CARE-Familie in ihren verschiedenen Heimatländern besuchen kann und wieder Frieden in Syrien einkehrt. Ich weiß nicht, wann es soweit sein wird, aber nichts auf der Welt würde mich momentan glücklicher machen.

Unterstützen Sie CAREs Nothilfe für syrische Flüchtlinge im Nahen Osten mit Ihrer Online-Spende!

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