Von Bayern nach Bonn und ein großer Topf Ugali
Von CARE Deutschland-Luxemburg
24. Juni: Von Bayern ging es gestern nach Nordrhein-Westfalen. Genauer gesagt, nach Bonn. In Frankfurt verabschiedeten wir Katrin Ellenberger von der Bundesliga-Stiftung. Ein schwerer Abschied, nach so vielen Tagen, die die Mädchen und wir mit ihr verbrachten und viel erlebten. Aber heute Abend, bei der Benefizgala von CARE, werden wir sie noch einmal sehen. In einer Jugendherberge in Bonn richteten wir uns ein, ruhten uns ein wenig aus und machten einen kleinen Waldspaziergang. Abends spielten die Mädchen dann gegen Mädchen der Sportfreunde Ippendorf in Bonn. 2:1 ging das Spiel aus – für die Bonnerinnen. “Verlieren gehört auch dazu. Manchmal lernt man dabei viel mehr, als wenn man gewinnt. Und letztlich geht es ja auch um den Spaß am Sport, nicht ums Gewinnen”, sagt Auma Obama. Trotzdem, heute, auf dem Weg nach Siegburg, hoffen wir natürlich, dass “Sisi Nyota” wieder einen Erfolg feiern kann.

Die Mädchen von "Sisi Nyota" freuen sich, mit der Afrika-AG des Gymnasiums Alleestraße in Siegburg Fußball zu spielen. (Foto: Ralf Hoffend)
Gegen halb 10 Uhr treffen wir in der Schule in Siegburg ein. Schon am Bus holen uns Schüler ab, die bei der Afrika-AG des Gymnasiums Alleestraße mitmachen. Auch hier scheint es nur wenige Sekunden zu dauern, bis das Eis schmilzt. In der Schule empfängt uns das Schulorchester, die ganze Schule hat sich versammelt, um den Besuch aus Kenia zu begrüßen. “Oh when the Saints go marching in” spielt das Blasorchester – die Gruppe aus Kenia und die Gymnasiasten singen mit und tanzen dazu. Der Bürgermeister und die Schulleitung begrüßen die Gruppe. Die Schule hat seit langer Zeit Kontakt zu einer Schule in Abarakan, im Niger. Jetzt hoffen alle, dass auch der Kontakt zu den Mädchen aus Kenia bestehen bleibt.

Die Schüler des Gymnasiums Alleestraße in Siegburg hoffen, dass der Kontakt zu den Mädchen aus Kenia bestehen bleibt. (Foto: Hannah Jahnke)
In unserem großen Reisebus fahren die Mitglieder der Afrika-AG und die CARE-Mannschaft zum Fußballplatz an der Jahnstraße. Im ersten Spiel treten die Mädchen der Afrika-AG gegen “Sisi Nyota” an – zwanzig Minuten, in denen sich die Siegburgerinnen, die eigentlich kein Fußball spielen und vorher nur ein Mal trainiert haben, sehr gut schlagen. Vom Spielfeldrand feuern Mitschüler die beiden Mannschaften an. Am Schluß steht es 4:1 – für “Sisi Nyota”, obwohl Koordinatorin Auma Obama nicht nur einmal auf Suaheli mahnt, auch die deutschen Spielerinnen treffen zu lassen.
Nach einem zweiten Spiel, bei dem die Mannschaften gemischt wurden, geht es zurück zur Schule, wo ein kenianisches Rezept gekocht werden soll. Noch im Bus teilen sich die Jugendlichen auf, damit das Kochen nicht allzu lange dauert und die leeren Mägen gefüllt werden. In der Küche der Schule geht es sofort los. Die Kenianerinnen zeigen den Siegburgern, wie man Ugali, einen Getreidebrei aus Maismehl, zubereitet. Zum Ugali gibt es Hühnchen, Kohl und jede Menge Gemüse. “Es macht total viel Spaß, den deutschen Jugendlichen zu zeigen, wie wir unsere Speisen zubereiten. Wir machen das jeden Tag. Für sie ist es etwas ganz neues”, erzählt Anna und zeigt einem Mädchen aus Siegburg, wie man Ugali richtig umrührt. “Gar nicht so einfach – ich koche meistens nur Spaghetti mit Tomatensauce”, lacht die Siegburgerin.
Nach einer knappen Stunde ist es dann soweit: Die duftenden Töpfe werden in den Speisesaal getragen. Zusammen mit der Schulleitung, Lehrern und ein paar Eltern essen die Schüler, hören dabei Musik aus Kenia und lernen sich besser kennen. Zu schmecken scheint es allen: Die Töpfe sind später alle leer. “Das nächste Mal können wir dann für Euch kochen, entweder etwas Deutsches oder auch wieder Ugali – jetzt wissen wir ja, wie es geht”, schlägt eine Schülerin vor.
Am Ende gibt es noch eine kleine Überraschung: Herr Menges, der Leiter der Afrika-AG, übergibt den kenianischen Mädchen ein T-Shirt mit dem Aufdruck der Afrika-AG samt eines Erinnerungsbildes. Noch müssen sie sich jedoch noch nicht endgültig verabschieden. Einige der Siegburger Schüler sehen sie am Abend noch einmal, auf der ersten Benefiz-Gala von CARE Deutschland-Luxemburg im Kölner Maritim.
Abends ist es soweit: Die erste CARE-Gala findet im Kölner Maritim statt. Anlass ist nicht nur, dass vor rund 65 die ersten CARE-Pakete nach Deutschland kamen und damit der Grundstein für eine Hilfsorganisation, die heute in 87 Ländern arbeitet, gelegt wurde. Die „WE CARE“-Gala ist vor allem auch Gelegenheit, all unseren Unterstützern, die es ermöglichen, dass CARE sich weltweit für Menschen in Not einsetzen kann, zu danken.

Kelly erzählt Moderator Michael Begasse von ihrer Heimat und ihren Eindrücken von Deutschland. (Foto: CARE/Etges)
Zahlreiche Künstler wie Nessi Tausendschön, Katharina Herb, das Kabarettisten-Duo Carrington-Brown und Jessica Wahls bieten eine bunte Show.
Und auch die Mädchen beeindrucken: Es ist bewundernswert, mit wie viel Selbstbewusstsein sie vor Hunderte von Menschen treten und von ihrem Land, dem Projekt, ihren Hoffnungen und Eindrücken von Deutschland erzählen. Das trauen sich nicht viele – vor allem nicht in so jungen Jahren! In der Pause geht es leider schon zurück in die Jugendherberge. Schließlich geht es früh am nächsten Morgen weiter in die Hauptstadt.
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