Weihnachten bei CARE

Phillippinen: Überall Laternen

Von Dennis Amata, CARE Philippinen

Weihnachten ist eine der beliebtesten Jahreszeiten hier auf den Philippinen. Die Mehrheit von uns ist römisch-katholisch, deswegen ist Weihnachten für uns sehr wichtig. Zu dieser Jahreszeit gehen wir zurück in unsere Heimatprovinzen, sehen alte Freunde und unsere Familien wieder und feiern mit gutem Essen. Ich verbringe die Weihnachtstage meistens in meiner Heimatprovinz Pampanga, die im ganzen Land für die Weihnachtslaternen bekannt ist. Mit meiner Familie bin ich zuhause, wir kochen, essen und tauschen Geschenke aus.

Dennis Amata steht mit seiner Laterne vor einem großen CARE-Logo

Dennis Amata mit seiner Laterne (Foto: CARE)

Wir sind verrückt nach Farben und hellen Lichtern zu Weihnachten. Eine typische Tradition ist die Vorbereitung von verschiedenen „Parols“ – unsere eigenen Laternen. Sie symbolisieren den Weihnachtsgeist in den Philippinen. Diese Parols hängen vor jedem Haus und an anderen sichtbaren Plätzen. Sogar junge Schüler basteln ihre eigenen Laternen in der Schule.

Traditionelle Laternen hängen an jeder Hauswand

Traditionelle Laternen hängen an jeder Hauswand (Foto: CARE)

Weihnachten ist auch wichtig für die Menschen, denen wir in unseren Projekten helfen. Hier beginnt die Weihnachtszeit am 16. Dezember mit der ersten von neun Morgenmessen, die „Simbang Gabi“ genannt werden. Die Messen finden in jeder Kirche statt und enden am ersten Sonntag im Januar. Jedes Barangay (Dorf) hat eine kleine Kapelle oder eine Kirche in der Nähe, und an jedem Morgen laufen unglaublich viele Leute durch die Straßen. Die Menschen in Iloilo, denen CARE nach dem Wirbelsturm Haiyan 2013 half, sagen uns, dass sie auf jeden Fall versuchen werden, an allen Messen während der Feiertage teilzunehmen. Wir glauben nämlich, dass uns ein Wunsch gewährt wird, wenn wir das tun.

„Weihnachten ist für meine Familie etwas ganz Besonderes. Es ist das einzige Mal, dass ich richtig gutes Essen für meine Kinder kochen kann, also spare ich immer Geld für das Weihnachtsessen“, sagt Daysi Albao, die von CARE unterstützt wird.

 Südsudan: Ein Tag des Friedens und der Einheit

Von Ating Benson Charles, CARE Südsudan

Weihnachten ist einer der festlichsten christlichen Feiertage weltweit. In vielen südsudanesischen Gemeinden ist der 25. Dezember ein Tag des Friedens und der Einheit, an dem Familientreffen stattfinden und Geschenke ausgetauscht werden. Im Südsudan leben 67 Volksgruppen, und jede feiert Weihnachten auf ihre eigene Art und Weise, beeinflusst von ihrer eigenen Kultur. Als der gewaltsamen Konflikt in die früher friedliche Region Ostäquatoria schwappte, fragte ich mich, ob sich die Leute um das Weihnachtsfest sorgen, weil sie kein Geld für die Feier aufbringen können. Als ich mit einem Gemeindevorsitzenden von der ethnischen Gruppe der Acholi in Ostäquatoria sprach, sagte er: „Wir lieben es, Weihnachten zu feiern. Es macht uns Spaß und lässt uns näher zusammenrücken. Es ist ein toller Tag, an dem wir alle zusammenkommen und unsere traditionellen Tänze tanzen, das Essen und die Trachten genießen. Es ist ein Zeichen des Friedens für unsere Gemeinde.

Viele Tänzer mit imposantem Kopfschmuck üben für ihren traditionellen Weihnachtstanz

Tänzer üben ihren Weihnachtstanz, der als einer der besten im Südsudan gilt (Foto: CARE)

Bei den Ancholi aus Ostäquatoria ist der 25. Dezember ein Tag, an dem die Jungen von den Alten lernen. Sie lernen den traditionellen Lebensstil kennen, die Hochzeitstraditionen, Kleider, Geschichten, Essen und Tänze. Es ist unglaublich tragisch, dass die Kinder in einem Land aufwachsen, das einen schon dreijährigen Krieg erlebt, in dem Tausende Männer, Frauen und Kinder ihr Leben verloren haben und fast drei Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben wurden.

Die Dinka, eine andere südsudanesische Volksgruppe, kleidet sich einzigartig zu Weihnachten. Einer der Älteren erzählte mir, dass sie traditionelle Kleider, Essen und lokale Getränke für Weihnachten aufbewahren. Sie wollen ihre Weihnachtsfeier der Öffentlichkeit als Zeichen von Frieden und Einigkeit unter ihnen präsentieren. Er fügt hinzu, dass sie trotzdem unter dem Konflikt leiden und viele Leute vor Weihnachten kein Geld mehr haben.

Mitarbeiter von CARE sitzen bei ihrer jährlichen Weihnachtsfeier zusammen.

Das CARE-Team bei der Weihnachtsfeier. (Foto: CARE)

Das CARE-Team im Südsudan trifft sich ebenfalls jedes Jahr, um die Weihnachtszeit zu beginnen. Alle Mitarbeiter in Juba, der Hauptstadt, blicken auf die Erfolge des vergangenen Jahres zurück und wünschen sich frohe Weihnachten und ein frohes neues Jahr. Wir haben trotz des Risikos für humanitäre Helfer unglaublich vielen Menschen in vier Landesteilen helfen können. Das ist ein großer Erfolg und inspiriert uns, nächstes Jahr noch mehr zu leisten.

Serbien: Mögen die Funken viel Geld und Wohlstand bringen                

Von Gordana Vučinić, CARE International Balkan, Büro in Serbien

Das orthodoxe Weihnachtsfest startet am 6. Januar, einen Tag vor dem eigentlichen Fest. Früh morgens, um fünf oder sechs Uhr, gehen die Männer in den Wald, um einen Weihnachtsbaum zu schlagen. Das ist meistens ein Eichenbaum mit trockenen Blättern. Dazu gibt es noch einen kleinen Strauß aus Ästen, Stroh und grünem Weizen. Weizen und Eichen symbolisieren den Baum, den die Schäfer brachten. Dieser wird auf den mit Süßigkeiten und Nüssen dekorierten Tisch gestellt, der Weizen unter dem Tisch steht für die Krippe, in der Jesus Christus geboren wurde.

In the morning of Christmas day, on January 7th, together with my 13-year old daughter I bake a Christmas bread in which I hide a coin and which I decorate with flowers, books, birds, a cross – all the symbols symbolizing peace, prosperity, love and progress. This day is more of a family day with plenty of food on the table, mainly salads and meat. During lunch all family members break the bread aiming to be the one who gets the hidden coin. - Gordana Vuini

Ein traditionelles serbisches Weihnachtsbrot, dekoriert mit Herzen, Blumen, Büchern und Kreuzen. (Foto: CARE)

Den ganzen Tag fasten meine Familie und meine Freunde, während wir die Gerichte für den folgenden Weihnachtstag vorbereiten. Am Abend gehen alle in die Kirche und jede Familie bringt Eichenzweige mit, die sie vom letzten Jahr behalten hat. Vor der Kirche brennt ein großes Feuer, in dem die alten Zweige verbrannt werden. Alle Leute stehen um das Feuer und trinken Wein. Wenn die Zweige verbrennen sagt man: „Mögen die Funken viel Geld und Wohlstand bringen“.

Meine Kinder gehen in die Kirche und bewerfen sich mit Süßigkeiten und versuchen, so viel wie möglich davon mitzunehmen, so wie alle anderen Kinder. Nach dem Kirchenbesuch kommen meine Familie und Freunde zusammen und wir essen, spielen Musik, trinken und bleiben sehr lange wach.

Am Morgen des 7. Januars backe ich mit meiner 13-jährigen Tochter ein traditionelles Weihnachtsbrot, in das wir eine Münze stecken. Das Brot ist mit Blumen, Büchern und einem Kreuz dekoriert. Das steht für Frieden, Wohlstand, Liebe und Fortschritt. Dieser Tag ist ein Familientag mit viel Essen auf dem Tisch, oft verschiedenen Salaten und Fleisch. Während des Essens hoffen alle Familienmitglieder, die Münze im Brot zu finden, denn das soll Glück bringen.

Mehr zu unserer Arbeit in der Balkanregion finden Sie hier.

Kenia: Geschichten von der guten alten Zeit

Von Rindi Gichina,CARE Kenia

In Kenia essen wir zusammen und verbringen Zeit mit unseren Liebsten. In Kenia dreht sich an Weihnachten alles um Familie und Feiern. Die traditionelle kenianische Weihnachtsfeier bringt die Familien aus den Städten dazu, ihre Eltern und Großeltern in den Dörfern zu besuchen. Familien kommen für eine gemeinschaftliche Kochaktion zusammen. Die Frauen übernehmen dabei das Kommando, während die Männer eine Ziege oder ein Huhn schlachten, was ein großer Bestandteil der Feier ist. Weihnachten kann hier einen Tag oder eine ganze Woche dauern, wenn Großeltern viel Zeit mit ihren Enkeln verbringen wollen.

Für mich bietet sich an Weihnachten eine tolle Gelegenheit zur Reflektion des Jahres und um für das nächste Jahr Kraft zu tanken. Es ist eine Zeit, um Gott zu danken, Pläne zu machen und sich nach einem Jahr harter Arbeit auszuruhen.

Mehr zu unserer Arbeit in Kenia finden Sie hier.

Bitte unterstützen Sie unsere weltweite Hilfe für Menschen in Not durch Ihre Spende!

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