Weltfrauentag: Platz da, hier helfen wir!

Frauen und Mädchen leiden besonders stark unter Konflikten und Katastrophen. Aber zu oft werden sie in der Öffentlichkeit als Opfer dargestellt, und damit als passive Empfängerinnen humanitärer Hilfe.

Die Fakten zeigen jedoch ein ganz anderes Bild: Frauen und Mädchen sind diejenigen, die im Moment der Krise aktiv werden und Hilfe leisten. Sie sorgen dafür, dass ihre Familien überleben. Sie helfen ihrer Gemeinde dabei, mit der Situation umzugehen. Und sie stehen an vorderster Front, wenn es um humanitären Einsatz geht – sie verteilen Hilfsgüter, leiten Teams mit freiwilligen Helfern und unterstützen bei der Logistik.

Wir erzählen ihre Geschichten, die viel zu selten Gehör finden.

 

Fatouma Zara Soumana arbeitet für CARE im Niger

„Außenstehende denken oft, dass alle Menschen die gleichen Grundbedürfnisse haben: Essen, Wasser und ein Dach über dem Kopf. Dabei gehen die Bedürfnisse der Betroffenen in einer Notsituation oft darüber hinaus. Eine meiner Aufgaben ist es, dafür zu sorgen, dass wir die Hilfe leisten, die die Menschen am dringendsten brauchen. Im Osten des Niger unterstützt CARE Flüchtlinge aus Nigeria. Die Menschen erzählten uns, dass dort nicht genug gegen sexuelle Gewalt vorgegangen wird, Vergewaltigungen und Prostitution nehmen zu. Und junge Männer haben nach ihrer Zeit beim Militär Schwierigkeiten, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren.”

Fatouma Zara Soumana vor einem CARE-Logo

Fatouma Zara Soumana, Niger (Foto: CARE)

Rachel Chandiru engagiert sich bei CARE für Frauen im Südsudan

„Ich habe selbst unter dem 25-jährigen Bürgerkrieg im Sudan gelitten und weiß, was die Frauen und Mädchen in Krisenregionen durchmachen. Ich setze mich jeden Tag dafür ein, dass sie nicht das Gleiche erleben müssen wie ich. Auch in der humanitären Hilfe zählte die Meinung von Frauen am Anfang weniger als die der Männer. Hier haben wir in den letzten Jahren viel bewirken können. Nun müssen wir uns weiter dafür einsetzen, dass Frauen und Mädchen in den Konfliktgebieten über ihre Rechte aufgeklärt werden. Der Kampf für unsere Rechte wird noch Jahre dauern, aber wir dürfen nicht aufgeben und müssen unsere Stimmen unermüdlich erheben, bis wir gehört werden. Das ist meine Botschaft an die Frauen und Mädchen, die sich für humanitäre Hilfe interessieren.”

Rachel Chandiru hält mit anderen Mitarbeitern ein Plakat mit der Aufschrift "I CARE"

Rachel Chandiru, Südsudan (Foto: CARE)

Amunazo Charly, eine Vertriebene in der Demokratischen Republik Kongo

„Ich erinnere mich immer noch klar und deutlich an das Leid in den Blicken der Frauen und Mädchen, die mir während der Flucht und bei unserer Ankunft im Flüchtlingscamp begegnet sind. Sie wurden vor unseren Augen sexuell missbraucht. Die Männer sagten ihnen, dass sie keine humanitäre Hilfe bekommen würden, wenn sie sich wehrten. Die freiwilligen Helfer bekamen von all dem nichts mit. Heute leite ich das vierköpfige Managementteam des Flüchtlingscamps. Wir ermutigen die Frauen dazu, sich untereinander über ihre Erfahrungen auszutauschen und setzen uns dafür ein, dass bei der Koordinierung der humanitären Hilfe auch die Bedürfnisse der Frauen berücksichtigt werden. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Töchter nicht das gleiche erleben müssen, wie wir Mütter: Vergewaltigung, Gewalt und viele andere schlimme Dinge.”

Amunazo Charly steht vor einem Haus

Amunazo Charly, Demokratische Republik Kongo (Foto: CARE)

Anhar Mohammed Saeed, Mitarbeiterin im Jemen

Anhar Mohammed im CARE-Büro im Jemen

Anhar Mohammed, Jemen (Foto: CARE)

„Als junge, ambitionierte Frau in den 20ern im Jemen zu leben, ist eine große Herausforderung. Einige von uns sind in den Genuss einer guten Ausbildung gekommen und machen Karriere, aber viele bekommen eine solche Chance nicht. Und im Job müssen Frauen sich ständig ihren männlichen Kollegen gegenüber behaupten. Bei CARE habe ich zum Glück eine andere Erfahrung gemacht: Ich habe einen festen Platz im Team und trage ebenso viel dazu bei, wie die anderen. So sollten alle Frauen und Mädchen über ihre Arbeit sprechen können. Sie sollen nicht aufhören, an sich zu glauben und auf ihre innere Stimme hören, die ihnen befiehlt, weiterzumachen. Egal wie tief der Fall ist, es geht danach wieder bergauf.”

Jehan Alo ist CARE-Projektkoordinatorin in der Türkei

„Frauen und Mädchen leiden besonders stark unter der Syrienkrise. Viele Frauen arbeiten besonders hart, um ihre Familien zu unterstützen. Dadurch haben sich die Machtverhältnisse und Geschlechterrollen in den Familien verändert und Frauen erleben Zuhause immer öfter sexuelle und körperliche Gewalt, zusätzlich zu der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz. Außerdem werden immer mehr Mädchen im Kindesalter verheiratet und immer weniger syrische Mädchen besuchen in der Türkei die Schule, weil sie sich dort nicht sicher fühlen. Bei meiner Arbeit habe ich immer wieder mit Vorurteilen gegenüber arbeitenden Frauen zu kämpfen. Bei CARE setzen wir uns dafür ein, dass Frauen am gesellschaftlichen Leben teilhaben und sich ein soziales Netzwerk aufbauen. Frauen sind ein großer, wichtiger Teil der syrischen Bevölkerung. Wir haben genug Kraft und Stärke, unserem Volk wieder Hoffnung zu geben.”

Jehan Alo hält ein Schild mit der Aufschrift #SheisaHumanitarian

Jehan Alo, Türkei (Foto: CARE)

 

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