Weltmädchentag 2017: Ratschläge von syrischen Teenagern

Anlässlich des Weltmädchentages geben drei syrische Mädchen, die mit ihren Familien nach Jordanien geflüchtet sind, anderen jungen Frauen auf der Welt Ratschläge und machen ihnen Mut, ihre Träume zu verwirklichen.

Safaa, 16:

Safaa, 16, floh vor vier Jahren mit ihrer Familie zusammen aus Syrien. Credit: Mary Kate MacIsaac/CARE

Safaa, 16, floh vor vier Jahren mit ihrer Familie zusammen aus Syrien. (Foto: Mary Kate MacIsaac/CARE)

„Der Krieg hat unser Leben an vielen Stellen sehr viel schwieriger gemacht. Viele Dinge machen uns seitdem Angst. Manche Mädchen fühlen sich nicht mehr wohl, zur Schule zu gehen. Manche wollen nicht einmal mehr nach draußen. Aber wir müssen jetzt stark sein, uns unserer eigenen Stärke bewusst sein. Wir haben noch ein Leben. Wir sind immer noch da. Ja, uns ist Schlimmes passiert – denn der Krieg trifft jeden. Aber trotzdem haben wir als Menschen immer noch Rechte und die kann uns niemand wegnehmen. Ich habe gelernt, mir meiner eigenen Macht bewusst zu werden, indem ich in die sogenannten Safe Spaces von CARE ging. Hier, in diesen geschützten Räumen für Mädchen, wurde ich selbstbewusster. Die Teilnahme an psychosozialen Aktivitäten hat uns allen geholfen, über unser Leben reden zu können und unsere Probleme besser zu verstehen.

Ich glaube, dass Bildung uns eine bessere Zukunft garantiert. Sie kann uns dabei helfen, unsere Träume zu verwirklichen.  Ich möchte zum Beispiel Richterin werden. Ich will Menschen, vor allem den Armen, helfen, ihre Rechte zu erkennen. Richterin ist kein traditioneller Beruf für Mädchen bei uns, sondern war wohl eher ein Berufswunsch, für den man sich als Mädchen früher schämen musste. Aber die Dinge ändern sich.

Ich will, dass sich alle Mädchen überall auf der Welt ermutigt fühlen. Wir müssen eine positive Einstellung beibehalten und negatives Denken vermeiden. So werden wir alle stärker!“

Marah, 17:

Marah, 17, spricht über die Auswirkungen, die der Krieg auf junge Mädchen wie sie hat. (Foto: Mary Kate MacIsaac/CARE)

Marah, 17, spricht über die Auswirkungen, die der Krieg auf junge Mädchen wie sie hat. (Foto: Mary Kate MacIsaac/CARE)

„Frühe Heirat ist eine Herausforderung, mit der viele syrische Mädchen konfrontiert werden. Für die meisten ist das sehr schwer, sie können mit der Verantwortung nicht umgehen und sind eigentlich noch auf ganz andere Dinge in ihrem Leben fokussiert, als auf eine Ehe. Mädchen, die jung heiraten, verlieren die Chance auf Bildung, sie verlieren ihre Persönlichkeit. Sie müssen den ganzen Tag zu Hause bleiben und sich um den Haushalt kümmern.

Am Weltmädchentag möchte ich alle Mädchen daran erinnern, stark zu sein, egal welche Herausforderungen es zu bewältigen gilt. Ich möchte Erfolg in meinem Leben haben und werde hart dafür arbeiten; auch, damit ich diese emotional sehr schwierige Zeit hinter mir lassen kann. Ich will mich von der Angst vor dem Krieg nicht lähmen lassen.“

Shahed, 15:

Shahed, 15, hat durch ihre neue Lebenssituation gemerkt, dass sie stärker ist, als sie dachte. (Foto: Mary Kate MacIsaac/CARE)

Shahed, 15, hat durch ihre neue Lebenssituation gemerkt, dass sie stärker ist, als sie dachte. (Foto: Mary Kate MacIsaac/CARE)

„Jeder von uns musste dieses neue Leben, dieses Gottesurteil, akzeptieren. Jeder von uns hatte Pläne für die Zukunft. Dann hat sich über Nacht alles verändert. Der Krieg hat unsere Pläne zerstört. Jetzt sind meine Familie und ich Flüchtlinge, aber zumindest leben wir in einer Gemeinde und nicht in einem Camp. Das ist gut. Wir sind vielleicht schon vier, sechs, vielleicht auch sieben Jahre in Jordanien. Wir haben hier viele Schwierigkeiten – aber wir denken immer noch an unsere Zukunft – noch haben wir Hoffnung und schmieden Pläne.

Das ganze Leben ist eine Erfahrung. Wir müssen Probleme konfrontieren, sie verstehen, lösen, und weiter gehen. Der Krieg hat uns viel über das Leben beigebracht. Ich habe gelernt, dass wir viel stärker sind, als wir denken.

Am Weltmädchentag möchte ich eines mit allen Mädchen auf der Welt teilen: Lebe das Leben, das du möchtest! Mache dir dabei selbst nicht zu viel Druck, bewältige deine Herausforderungen Schritt für Schritt. Lass dich durch nichts entmutigen, lass dich nicht von negativen Gedanken abbringen. Du bist stärker als du denkst. Wir Mädchen können alle unsere Träume erreichen.“

Helfen Sie uns, noch mehr sichere Räume für geflüchtete Mädchen und Frauen zu schaffen und sie so in ihrem Selbstvertrauen zu stärken!

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