„Wenn es in der Nacht passiert wäre,…“ (Teil II)

Sechs Monate später ist das Erdbeben in Nepal nicht vergessen.

Der Fotograf Brian Sokol und CARE-Mitarbeiter Grishma Aryal begleiteten Menschen beim Wiederaufbau im Nordosten Nepals. Hier der zweite Teil ihrer Reise.

Hier kommen Sie zum ersten Teil.

„Das Leben unter einem Wellblechdach ist nicht einfach. Im Sommer ist es zu heiß, im Winter zu kalt. Und während des Monsuns dringt Wasser ein“, berichtet Nishan Shrestha. Die meisten Leute im Dorf Mulpani, Dhading, haben sich mittlerweile damit abgefunden, dass sie noch lange Zeit unter diesen Bedingungen leben müssen bis sie die Mittel haben stabiler zu bauen.

   Ich habe Angst, dass ich dieses Jahr kein einziges Reiskorn ernte.“ – Rana Kumari

In diesem Jahr gab es 60 Prozent weniger Regen als in den Jahren zuvor. Das scheint ein Segen für zehntausende Menschen in undichten Notunterkünften zu sein. Doch der schwache Monsun wirkt sich bedrohlich auf die Existenzgrundlage der Menschen aus. „Wenn ich von der Arbeit auf meinen Feldern nach Hause komme, frage ich mich, ob es sich lohnt, Pflanzen zu setzen. Ich habe Angst, dass ich dieses Jahr kein einziges Reiskorn ernteweil es nicht genug regnet“, berichtet Rana Kumari Thapa Magar.

Manju B.K, 19, und Sobha B.K mit dem Rest ihrer Familie bei der Hirsepflanzung. „Wir haben Samen von CARE erhalten. Zuerst bauen wir Hirse an, dann Gemüse“, berichtet Manju.

Viele Menschen wie die 51-jährige Tika Maya Thapa können sich nicht vorstellen, wie sie jemals zu einem besseren, stabileren Zuhause kommen sollen. Derzeit leben sie in Notunterkünften aus Wellblech. „Wenn wir Häuser aus Zement und Ziegel bauen, wird unser Dorf nicht mehr so schön ausschauen wie früher. Und für Betonhäuser fehlt uns das Geld. Ich glaube, ich werde den Rest meines Lebens unter einem Wellblechdach verbringen”“, meint Tika.

   „Wenn es in der Nacht passiert wäre, wir wären tot“, sagt Dhana Kurami Thapa Magar

In ihrem Dorf leben viele ältere Menschen allein, weil ihre Kinder in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft in Städte oder ins Ausland gezogen sind. Dhana Kumari ist 60 Jahre alt und hat zwei Söhne. „Meine Söhne sind Fahrer in Kathmandu. Ich hoffe, dass sie genug Geld verdienen, damit wir unser Haus wieder aufbauen können.“

Auch Kinder helfen tatkräftig beim Wiederaufbau mit. Der zwölfjährige Sameer Nepali steht jeden Tag um 4 Uhr morgens auf, um die Ziegen seiner Familie zwei Stunden lang grasen zu lassen. Dann macht er sich auf den Weg in die Schule. Nach der Schule hilft er seinem Vater, der einen kleinen Kaufladen im Dorf besitzt.

Einsatzorte

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