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Wie vom Himmel in die Hölle

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CARE-Mitarbeiter Rick Perera ist unterwegs nach Haiti. Er berichtete uns per Satellitentelefon von den Eindrücken auf dem Weg nach Port-au-Prince.

Wir sind eine Gruppe von zwölf Leuten – CARE-Mitarbeiter und Journalisten – die am Donnerstagnachmittag in der Stadt Puerto Plata im Norden der Dominikanischen Republik landen.

Rick Perera koordiniert in Katastrophen die Medienarbeit von CARE (Foto: CARE)

Begrüßt wurden wir wie Touristen von einer Schlagzeugtruppe, spärlich bekleideten Tänzerinnen und Cocktails. Eine surreale Erfahrung – anders kann ich es nicht beschreiben.

Kurz darauf stiegen wir alle in einen Bus, der uns in einer achtstündigen Überlandfahrt in die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince befördert. Den Berichten der Augenzeugen nach zu urteilen wird sich die Szenerie dramatisch ändern, sobald wir die Grenze überschritten haben. Einer meiner Mitreisenden sagt: “Sobald wir über die Grenze gefahren sind, kommen wir vom Himmel in die Hölle.” Die grünen Hügel und der sanfte Regen werden von der schroffen, gerodeten Landschaft Haitis abgelöst. Bereits vor dem Erdbeben lebten die Haitianer in verzweifelten Zuständen: 80 Prozent müssen mit weniger als 2 US-Dollar am Tag auskommen. Ich kann mir kaum vorstellen, wie die Lage jetzt ist.

Die Stadt Gonaïves: Vor sechs Jahren selbst Katastrophengebiet, heute Lagezentrum für Helfer

Eine beinahe ironische Fügung des Schicksals ist es, dass das CARE-Büro in Gonaïves als Sammelstelle für Informationen dient, denn hier sind die Umstände wesentlich besser als in der Hauptstadt. Gonaïves selbst bot vor sechs Jahren allerdings ein Bild der Zerstörung, nachdem der Wirbelsturm Jeanne über die Stadt hinweg gefegt war. 2004 war auch das letzte Mal, das ich in Haiti war. Gonaives scheint mir heute wie eine Oase der Ruhe und Ordnung – ein Beweis dafür, dass Städte wieder zu Leben erwachen und Katastrophengebiete wieder zu einem Zuhause für Menschen werden können.

2004 war Gonaives das Zentrum der Katastrophe, als Fluten die Stadt zerstörten (Foto: CARE/Perera)

Die Kommunikation ist so schwierig, dass wir von unseren Kollegen in Port-au-Prince nur per SMS Neuigkeiten erhalten. Es ist überwältigend, wie viele Menschen Hilfe benötigen – jetzt vor allem erstmal sauberes Wasser, Essen und medizinische Versorgung. Unsere Kollegen auf Haiti arbeiten rund um die Uhr, um den Menschen zu helfen. Ich kann nur hoffen, dass ich dazu auch meinen Beitrag leisten kann.

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