Zum Tag des Ehrenamtes: „Mir wurde geholfen. Jetzt helfe auch ich.“

Am 5. Dezember ist „Tag des Ehrenamtes“. Er ist freiwilligen Helfern in aller Welt gewidmet, die sich für andere engagieren. Ich möchte diesen besonderen Tag nutzen, um mich bei ehrenamtlichen Helfern in Deutschland zu bedanken. Warum? Ich komme aus Syrien, vor fast zwei Jahren bin ich hierher geflohen. Mein Weg nach Deutschland war nicht leicht, aber ehrenamtliche Helfer haben mir viel geholfen und mir hier eine neue Heimat gegeben.
Im Januar 2015 kam ich in einem Zug aus Wien, mit dem Ziel Frankfurt. Von dort aus fuhr ich weiter nach Gießen, wo ich meinen Antrag auf Asyl stellte. Kurz darauf musste ich nach Troisdorf in eine Flüchtlingsunterkunft weiterreisen, wo ich warten sollte, bis über meinen Asylantrag entschieden wird. Dort blieb ich und lernte Deutschland kennen.

Ohne Arbeitserlaubnis gibt es aber nicht viele Optionen, wie man seine Tage verbringen kann. Ich habe also an einem Deutschkurs für Flüchtlinge teilgenommen, der von Ehrenamtlichen organisiert und geleitet wurde. Der Verein heißt VESBE e.V. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir auch die Leiterin der Flüchtlingsunterkunft. Sie war sehr engagiert und hat immer alles für uns Flüchtlinge gegeben, ich bin ihr sehr, sehr dankbar.

Ein freundliches Gesicht, eine helfende Hand

Ich bin in Deutschland angekommen und fühle mich hier wohl, vor allem auch dank all denjenigen, die sich ehrenamtlich engagieren. Deswegen wuchs auch in mir der Wunsch, zu helfen und nicht mehr herumzusitzen. Als ich im Juni 2015 CARE-Mitarbeiter Thomas Knoll kennenlernte, absolvierte ich zuerst ein Praktikum im Bereich „Ehrenamt und Schulen“.  Jetzt bin ich seit über einem Jahr bei CARE und helfe als Bundesfreiwilliger bei dem „KIWI“-Projekt mit. Wir wollen Kindern und Jugendlichen, die selbst geflohen oder mit ihren Eltern nach Deutschland migriert sind, helfen, sich zu integrieren. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das nicht immer einfach ist, jede Hilfe ist dabei willkommen.
Im „KIWI“-Projekt helfen wir Lehrern beim Umgang mit Schülern, die aus anderen Ländern kommen, damit das Zusammenleben für alle einfacher wird. Ich möchte mit meiner Arbeit hier „Brücken bauen“ zwischen meinen Landsleuten aus Syrien und Deutschen. Mir persönlich tut es auch gut, wenn ich anderen helfen kann, es macht mich froh, wenn ich sehe, wie es anderen besser geht.

Basheer im Gespräch mit Schülern einer "Willkommensklasse" an einem Gymnasium. Mit dem KIWI-Projekt fördert CARE die Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen. (CARE/Marie Pieper)

Basheer im Gespräch mit Schülern einer „Willkommensklasse“ an einem Gymnasium. Mit dem KIWI-Projekt fördert CARE die Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen. (CARE/Marie Pieper)

Im Arabischen heißt es, ein freundliches Gesicht sei besser als Kisten voller Gold. Darüber mag man vielleicht lachen, aber mir haben die vielen freundlichen Gesichter der ehrenamtlichen Helfer hier sehr viel gegeben – eine Heimat. Deswegen möchte ich hier auch für das Ehrenamt werben. Jeder, der etwas Zeit erübrigen kann, ist immer gerne gesehen, egal ob in der Flüchtlingshilfe oder bei anderen Vereinen.

Wer jetzt Lust auf ein Ehrenamt bekommen hat, kann gerne in einem von unseren Aktionskreisen vorbeischauen.

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