Zyklon Idai: Angst vor Cholera

CARE-Helferin Ninja Taprogge, die bereits seit einigen Tagen in Beira ist, berichtet einen Monat nach dem Wirbelsturm Idai aus Mosambik:

4.072 Fälle von Cholera in Mosambik. Innerhalb weniger Tage stieg die Zahl der Menschen, die mögliche Symptome von Cholera aufweisen, rasant an. Wäre ich in Deutschland, würde es sich für mich – so schlimm es klingen mag – wahrscheinlich nur um eine weitere Zahl aus dem Katastrophengebiet im südlichen Afrika handeln. Doch seit gestern bin ich hier in Beira, einer der Regionen in Mosambik, die am stärksten unter den Folgen von Zyklon Idai leidet. Und das verändert alles.

Das Wasser in den Überflutungsgebieten in Mosambik geht langsam zurück. Die Gefahr der Cholera-Infizierung hingegen steigt. Foto: Josh Estey/CARE

Einen Monat nach dem Zyklon Idai geht das Wasser langsam zurück. Damit einher gehen Gefahren, wie die Infizierung mit Cholera. Foto: Josh Estey/CARE

Vor knapp vier Wochen traf Wirbelsturm Idai mit einer Windgeschwindigkeit von rund 200 Stundenkilometern auf Mosambik, Malawi und Simbabwe. Meterhohe Flutwellen rissen Strommasten, Bäume und Häuserdächer nieder. In einigen Regionen Mosambiks standen die Wassermassen bis vor wenigen Tagen noch bis zu acht Meter hoch. Nun geht das Wasser langsam zurück und damit lauern die Gefahren. Im Fernsehen waren Bilder von Kindern zu sehen, die in den großen Pfützen schwammen. Hier angekommen, höre ich von Frauen, die keine andere Wahl haben, als ihre Stoffbinden in kontaminiertem Wasser zu waschen. Damit riskieren sie nicht nur ihre Gesundheit, sondern auch ihr Leben.

Cholera als neue Gefahr

In Mosambik sind bereits sechs Menschen an Cholera gestorben. Um Schlimmeres zu verhindern, startete die Regierung Anfang April eine Impfkampagne, mit der innerhalb weniger Tage fast 750.000 Menschen erreicht wurden. In elf Cholera-Zentren erhalten derzeit Tausende von Menschen medizinische Unterstützung. Die gute Nachricht: Cholera ist behandel- und damit auch heilbar. Aber eben nur, wenn die Infektionskrankheit schnell erkannt wird. Die schlechte Nachricht ist, dass noch nicht alle Menschen in den betroffenen Gebieten mit Schutzimpfungen erreicht werden konnten. Und viele wissen schlichtweg nicht, wie sie sich vor einer Infektion schützen können.

So hilft CARE in Mosambik

 

Hilfsorganisationen wie CARE arbeiten rund um die Uhr, um das zu ändern. Mehr als 22.000 Menschen hat das CARE-Nothilfeteam in Mosambik bereits unter anderem mit sauberem Trinkwasser und Hygieneartikeln wie Seife und Binden erreicht.

Die Gefahr, sich zu infizieren, bleibt trotzdem groß. Und die Krankheit verbreitet sich schnell – auch humanitäre Helfer kann es treffen. Deshalb steht hier, in einer der Wartehallen des Flughafens, die den Vereinten Nationen und humanitären Organisationen seit dem ersten Tag der Katastrophe als Büro dienen, auf allen Tischen desinfizierendes Handgel. Trinken aus Wasserflaschen, regelmäßiges Händewaschen und der Austausch von Handtüchern und Bettwäsche helfen bei der Prävention. Trotzdem habe ich Angst, mich anzustecken. Deshalb achte ich ganz genau darauf, meine Hände gründlich zu waschen und zu desinfizieren, nicht nur vor dem Essen, sondern alle ein bis zwei Stunden. Denn zu 100 Prozent ist hier niemand geschützt. Schon gar nicht die hunderttausenden Menschen, die seit Wochen in temporären Unterkünften ausharren und auf unsere Hilfe angewiesen sind.

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